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Stift Herdecke / Urkunden (Bestand)
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Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik) >> 1. Territorien des Alten Reiches bis 1802/03 einschließlich Kirchen, Stifter, Klöster, Städte u.ä. >> 1.4. Preußisches Westfalen (D) >> 1.4.1. Grafschaft Mark mit Soest und Lippstadt >> 1.4.1.2. Stifte, Klöster, geistliche Einrichtungen >> Stift Herdecke
1227-1800
Bestandsgeschichte: (Ennepe-Ruhr-Kreis). Gründung als Benediktinerinnenkloster im 9. Jh., 15. Jh. freiweltliches Damenstift, 1811 aufgehoben.
Form und Inhalt: Stift Herdecke
Nach den ”Annales circuli Westphalici“ des Hermann Fley gen. Stangefol wurde im Jahre 819 von Frederuna, einer angeblichen Verwandten Karls des Großen, in Nonherdeke an der Ruhr ein Frauenstift errichtet. Dieser Darstellung steht das Fehlen jeglicher zeitgenössischer Überlieferung über das Stift Herdecke gegenüber, die urkundlich erst 1214 einsetzt. Der klösterliche Grundbesitz konzentrierte sich in der südlichen Grafschaft Mark und wuchs durch Schenkungen und Käufe. Hinzu kam Streubesitz.
Eine Zugehörigkeit zum Benediktinerorden ist erstmals 1313 greifbar, wodurch Spekulationen über Herdecke als Tochtergründung von St. Maria im Kapitol in Köln genährt werden. Die Umwandlung dieser Klaustralgemeinschaft in ein freiweltliches Damenstift erfolgte im 15. Jahrhundert und erfuhr 1488 die Bestätigung durch einen päpstlichen Legaten. Nach Einführung der lutherischen Lehre 1538/39 restituierte Herzog Johann von Kleve den alten Glauben, doch bereits Ende des 16. Jahrhunderts war die Reformation wieder gefestigt. Der Religionsnebenrezeß von 1666 führte zu eine Aufteilung des Konvents, so dass ein Viertel der Präbenden an Katholiken vergeben wurden und auf drei evangelische Äbtissinnen eine katholische folgen sollte. De facto bestand Herdecke nun als Simultanstift, das allen drei Konfessionen offenstand.
Gleichwohl ist ein ökonomischer und spiritueller Niedergang zu konstatieren. Am 1.1.1812 erfolgte die Aufhebung des Stifts Herdecke durch die Regierung des Großherzogtums Berg.
Zum Bestand:
Die Verzeichnung der Urkunden des Klosters ”Herdicke“ stammt von Heinrich August Erhard aus dem Jahre 1843 (alte RepNr. 383,8). Er übernahm aus den urkundlichen Vorlagen die zeitgenössischen Bezeichnungen für Herdecke in das Findbuch: Herdicke, Herrike, Hyrrike und Heirdike. Im alten Urkundenfindbuch auf Seite 23 sind Verweise auf Manuskripte, Karten und Grundrisse enthalten. Die Abschrift des vorliegenden Findbuchs unternahm Sabine-Ines Rauch im August 2009 unter der Betreuung von Thomas Reich, der zahlreiche Urkunden und Akten zu Korrekturzwecken in Augenschein genommen und eine Neusignierung des Aktenbestandes vorgenommen hat.
Ergänzungsüberlieferung:
··Landesarchiv NRW Abt. Westfalen, Kleve-Märkische Regierung, Landessachen (Findbuch A 351)
·Landesarchiv NRW Abt. Westfalen, Haus Reck (Dep.) - Akten (Findbuch A 459 II)
·Landesarchiv NRW Abt. Westfalen, Msc. I 212
·Landesarchiv NRW Abt. Westfalen, Msc. II 13
·Landesarchiv NRW Abt. Westfalen, Msc. IV 259
·Landesarchiv NRW Abt. Westfalen, Großherzogtum Berg A 2 Nr. 54 und D 2 Nr. 143 (Säkularisationsakten)
·Landesarchiv NRW Abt. Westfalen, KDK Hamm 744 (Säkularisationsakten)
·Landesarchiv NRW Abt. Westfalen, Regierung Arnsberg III A, Domänenregistratur Fach 26 Nr. 9 und 10 (Säkularisationsakten)
·Landesarchiv NRW Abt. Rheinland, Kleve-Mark
·Landesarchiv NRW Abt. Rheinland, Großherzogtum Berg Nr. 5193, 7286 und 9501 (Säkularisationsakten)
·Bistumsarchiv Paderborn, Bd. 174 blau
··
·Literatur:
··Derks, Paul, ”Cenobium Herrek“ und die ”Hertha-Eiche“. Eine Nachlese zum Herdecker Stadtjubiläum, in: Der Märker 41 (1992), 207-223. [D 806/41]
·Klueting, Edeltraud, Herdecke, in: Hengst, Karl (Hg.), Westfälisches Klosterbuch, Bd.1, Münster 1992, 400-404. [A VI, 8/1]
·Lammers, Joseph / Spohn, Thomas, Die Bauten des ehemaligen freiweltlichen adeligen Damenstiftes Herdecke, in: Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde 88 (2010), 7-51. [D 535/88]
·Mellinghaus, Wolfram, Herdecke um 1800, Herdecke 1999. [WF 2000]
·Schnettler, Otto, Herdecke an der Ruhr im Wandel der Zeiten. Stift, Dorf, Stadt. Zur Zweijahrhundertfeier der Stadterhebung (Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 45, Dortmund 1939. [D 545/45]
·Sollbach, Gerhard E., Das freiweltliche adelige Damenstift in Herdecke an der Ruhr, in: Hermans, Baldur (Hg.), Die Säkularisation im Ruhrgebiet, Mülheim 2004, 95-108.
·Sollbach, Gerhard E., Der Herdecker Stiftshof Schulte im Koen(en), in: Der Märker 45 (1996), 249-254. [D 806/45]
·Sollbach, Gerhard E., Feudale Herrschaft und bäuerlicher Widerstand. Abgabenverweigerung der Pachtbauern des (freiweltlichen adeligen) Damenstifts Herdecke an der Ruhr, in: Der Märker 38 (1989), 99-105. [D 806/38]
·Sollbach, Gerhard E., Leben in märkischen Frauenklöstern und adeligen Damenstiften in Mittelalter und Neuzeit. Herdecke, Clarenberg und Gevelsberg (Dortmunder historische Studien 8), Bochum 1995. [WF 2041]
·Sollbach, Gerhard E., Stift und Dorfgemeinschaft Herdecke in Mittelalter und früher Neuzeit, in: Der Märker 48 (1999), 63-71. [D 806/48]
·Sollbach, Gerhard E., Verfassung und Praxis der Grundherrschaft des Kanonissenstiftes und späteren (freiweltlichen) adeligen Damenstifts Herdecke an der Ruhr in Mittelalter und Frühneuzeit, in: Märkisches Jahrbuch für Geschichte 103 (2003), 63-82. [D 555]
Münster, den 9. Februar 2012
Dr. Thomas Reich
181 Urkunden.; 174 Urkunden, Findbuch D 107u, Bd. 1.
Bestand
German
Edeltraud Klueting, Herdecke - Benediktinerinnen, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 1, Münster 1992, S. 400-404; Gerhard Sollbach, Leben in märkischen Frauenklöstern und adligen Damenstiften in Mittelalter und Neuzeit. Herdecke, Clarenberg, Gevelsberg (Dortmunder historische Studien 8), Bochum 1995.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
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