A Rep. 013-01 Magistrat der Stadt Berlin, Deputation für das Ernährungswesen / Haupternährungsamt (Bestand)
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A Rep. 013-01
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> A Bestände vor 1945 >> A 2 Magistrat der Stadt Berlin >> A 2.3 Magistrat der Stadt Berlin 1809-1945
1915 - 1945
Vorwort: A Rep. 013-01 Magistrat der Stadt Berlin, Deputation für das Ernährungswesen/Haupternährungsamt
1. Behördengeschichte
Die in das Gebiet des Ernährungswesens fallenden Angelegenheiten sind vor der Bildung von Groß-Berlin sowohl in Berlin selbst als auch in den Vorortgemeinden von verschiedenen Stellen und Abteilungen bearbeitet worden. So hatte während des Ersten Weltkrieges in Berlin neben einer Ernährungsdeputation eine "Gemischte Deputation zur Versorgung Berlins mit Lebensmitteln" bestanden. Diese Deputation hatte mit den zahlreichen Kriegsversorgungsstellen die Aufgabe übernommen, die Bevölkerung der Großstadt und der umliegenden Städte und Gemeinden mit Lebensmitteln und anderen Gütern zu versorgen.
Die neue Stadtgemeinde schuf 1920 für alle diese Fragen eine zentrale Stelle in der "Deputation für das Ernährungswesen". Nach der durch Gemeindebeschluß vom Juni 1921 genehmigten Satzung umfasste ihr Arbeitsgebiet die Durchführung der der Stadt gesetzlich obliegenden und der ihr von den städtischen Körperschaften zugewiesenen Aufgaben auf dem Gebiet der Volksernährung. Vertreter der Bezirke bildeten einen Beirat. Zudem gab es Ausschüsse für A) die gesamte Lebensmittelversorgung, B) das Marktwesen und C) für die Vieh- und Schlachthöfe. Zur Bearbeitung der der Deputation obliegenden Aufgaben wurde ein Ernährungsamt gebildet. Schon 1924 ergaben sich mit einer neuen Satzung Veränderungen: Der Beirat entfiel und zwei Vertreter der Bezirksämter wurden Mitglieder der Deputation. Die Aufgabenteilung zwischen Zentral- und Bezirksverwaltung wurde konkret festgelegt: Der Zentrale oblagen die Aufstellung allgemeiner Grundsätze, die Lebensmittelversorgung, die Errichtung von Großmärkten, die Verwaltung der Markthallen, des Zentralvieh- und Schlachthofes, der Fleischgroßmarkthalle und der Fleischvernichtungsanstalt Rüdnitz sowie die Festsetzung von Richtpreisen, Gebühren, Tarifen, Mieten und Standgeldern. Die Bezirke waren für die Verwaltung der öffentlichen Märkte unter freiem Himmel und die Verwaltung örtlicher Vieh- und Schlachthöfe zuständig.
Die Deputation wurde 1927 aufgelöst und ihre Aufgaben von der "Deputation für den Vieh- und Schlachthof" (seit 1925), der "Deputation für das Markthallen- und Marktwesen" sowie hinsichtlich des Milchhandels von der "Deputation für Handel und Gewerbe" übernommen.
1939 wurde ein Haupternährungsamt gebildet, welches die Versorgung der Bevölkerung in der Kriegszeit koordinierte und organisierte.
Nach Beendigung des Krieges im Mai 1945 wurde das Haupternährungsamt in die Magistratsabteilung für Ernährung umgewandelt.
Die Akten des Haupternährungsamtes wurden nach dem Kriege an das Stadtarchiv Berlin übergeben.
2. Bestandsgeschichte
Der Bestand umfasst 32 Akten (0,90 lfm) mit der Laufzeit 1915 - 1945. Er beinhaltet Rundschreiben, Wirtschaftsberichte und Ernährungslageberichte, sowie mehrere Akten betr. das Dienstblatt Teil XII Ernährungs- und Kriegswirtschaft - Sammlung von Bestimmungen allgemeiner Bedeutung und von Verwaltungsverfügungen über die Ernährungs- und Kriegswirtschaft. Zur Obdachlosenversorgung nach Luftangriffen sind ein Ausweis und Merkbatt überliefert. Zahlreiche Lebensmittelkarten runden den Bestand ab.
Der Bestand ist nutzbar über die Findmittel Datenbank und Findbuch.
Das Findbuch wurde 2008 mit der Software Augias.Archiv 7.3 retrokonvertiert. Weitere aufgefundende Dokumente wurden 2014 eingearbeitet.
3. Korrespondierende Bestände
A Rep. 001-02 Magistrat der Stadt Berlin, Generalbüro
A Rep. 013-02-01 Magistrat der Stadt Berlin, Deputation für Markthallen und Marktwesen/Direktion der städtischen Markthallen
A Rep. 013-02-02 Magistrat der Stadt Berlin, Deputation für den städtischen Vieh- und Schlachthof
4. Literatur- und Quellenverzeichnis
Berliner Wirtschaftsberichte, Jahrgänge 1-14, 1924-1937.
Die Ernährung im Kriege, hrsg. vom Ministerium des Innern, Berlin 1915.
Elsas, Fritz: Die Nährmittelverteilung im Kriege, Berlin 1918.
Kleist, Jens-Wolfram: Zur Lebenslage der Berliner Bevölkerung 1943-1945: die Rationierung ausgewählter Lebensmittel für Normalverbraucher, Haushalts- und Wirtschaftswaren unter Berücksichtigung von Sonderzuteilungen nach Luftangriffen, Berlin 1985.
Lange, Edgar: Die Versorgung der großstädtischen Bevölkerung mit frischen Nahrungsmitteln. Unter besonderer Berücksichtigung des Marktwesens der Stadt Berlin, Altenburg 1911.
Berlin, September 2014 Kerstin Bötticher
1. Behördengeschichte
Die in das Gebiet des Ernährungswesens fallenden Angelegenheiten sind vor der Bildung von Groß-Berlin sowohl in Berlin selbst als auch in den Vorortgemeinden von verschiedenen Stellen und Abteilungen bearbeitet worden. So hatte während des Ersten Weltkrieges in Berlin neben einer Ernährungsdeputation eine "Gemischte Deputation zur Versorgung Berlins mit Lebensmitteln" bestanden. Diese Deputation hatte mit den zahlreichen Kriegsversorgungsstellen die Aufgabe übernommen, die Bevölkerung der Großstadt und der umliegenden Städte und Gemeinden mit Lebensmitteln und anderen Gütern zu versorgen.
Die neue Stadtgemeinde schuf 1920 für alle diese Fragen eine zentrale Stelle in der "Deputation für das Ernährungswesen". Nach der durch Gemeindebeschluß vom Juni 1921 genehmigten Satzung umfasste ihr Arbeitsgebiet die Durchführung der der Stadt gesetzlich obliegenden und der ihr von den städtischen Körperschaften zugewiesenen Aufgaben auf dem Gebiet der Volksernährung. Vertreter der Bezirke bildeten einen Beirat. Zudem gab es Ausschüsse für A) die gesamte Lebensmittelversorgung, B) das Marktwesen und C) für die Vieh- und Schlachthöfe. Zur Bearbeitung der der Deputation obliegenden Aufgaben wurde ein Ernährungsamt gebildet. Schon 1924 ergaben sich mit einer neuen Satzung Veränderungen: Der Beirat entfiel und zwei Vertreter der Bezirksämter wurden Mitglieder der Deputation. Die Aufgabenteilung zwischen Zentral- und Bezirksverwaltung wurde konkret festgelegt: Der Zentrale oblagen die Aufstellung allgemeiner Grundsätze, die Lebensmittelversorgung, die Errichtung von Großmärkten, die Verwaltung der Markthallen, des Zentralvieh- und Schlachthofes, der Fleischgroßmarkthalle und der Fleischvernichtungsanstalt Rüdnitz sowie die Festsetzung von Richtpreisen, Gebühren, Tarifen, Mieten und Standgeldern. Die Bezirke waren für die Verwaltung der öffentlichen Märkte unter freiem Himmel und die Verwaltung örtlicher Vieh- und Schlachthöfe zuständig.
Die Deputation wurde 1927 aufgelöst und ihre Aufgaben von der "Deputation für den Vieh- und Schlachthof" (seit 1925), der "Deputation für das Markthallen- und Marktwesen" sowie hinsichtlich des Milchhandels von der "Deputation für Handel und Gewerbe" übernommen.
1939 wurde ein Haupternährungsamt gebildet, welches die Versorgung der Bevölkerung in der Kriegszeit koordinierte und organisierte.
Nach Beendigung des Krieges im Mai 1945 wurde das Haupternährungsamt in die Magistratsabteilung für Ernährung umgewandelt.
Die Akten des Haupternährungsamtes wurden nach dem Kriege an das Stadtarchiv Berlin übergeben.
2. Bestandsgeschichte
Der Bestand umfasst 32 Akten (0,90 lfm) mit der Laufzeit 1915 - 1945. Er beinhaltet Rundschreiben, Wirtschaftsberichte und Ernährungslageberichte, sowie mehrere Akten betr. das Dienstblatt Teil XII Ernährungs- und Kriegswirtschaft - Sammlung von Bestimmungen allgemeiner Bedeutung und von Verwaltungsverfügungen über die Ernährungs- und Kriegswirtschaft. Zur Obdachlosenversorgung nach Luftangriffen sind ein Ausweis und Merkbatt überliefert. Zahlreiche Lebensmittelkarten runden den Bestand ab.
Der Bestand ist nutzbar über die Findmittel Datenbank und Findbuch.
Das Findbuch wurde 2008 mit der Software Augias.Archiv 7.3 retrokonvertiert. Weitere aufgefundende Dokumente wurden 2014 eingearbeitet.
3. Korrespondierende Bestände
A Rep. 001-02 Magistrat der Stadt Berlin, Generalbüro
A Rep. 013-02-01 Magistrat der Stadt Berlin, Deputation für Markthallen und Marktwesen/Direktion der städtischen Markthallen
A Rep. 013-02-02 Magistrat der Stadt Berlin, Deputation für den städtischen Vieh- und Schlachthof
4. Literatur- und Quellenverzeichnis
Berliner Wirtschaftsberichte, Jahrgänge 1-14, 1924-1937.
Die Ernährung im Kriege, hrsg. vom Ministerium des Innern, Berlin 1915.
Elsas, Fritz: Die Nährmittelverteilung im Kriege, Berlin 1918.
Kleist, Jens-Wolfram: Zur Lebenslage der Berliner Bevölkerung 1943-1945: die Rationierung ausgewählter Lebensmittel für Normalverbraucher, Haushalts- und Wirtschaftswaren unter Berücksichtigung von Sonderzuteilungen nach Luftangriffen, Berlin 1985.
Lange, Edgar: Die Versorgung der großstädtischen Bevölkerung mit frischen Nahrungsmitteln. Unter besonderer Berücksichtigung des Marktwesens der Stadt Berlin, Altenburg 1911.
Berlin, September 2014 Kerstin Bötticher
Bestand
Verwandte Verzeichnungseinheiten: LAB A Rep. 013-02-01 Magistrat der Stadt Berlin, Deputation für Markthallen und Marktwesen/Direktion der städtischen Markthallen
LAB A Rep. 013-02-02 Magistrat der Stadt Berlin, Deputation für den städtischen Vieh- und Schlachthof
LAB A Rep. 013-02-02 Magistrat der Stadt Berlin, Deputation für den städtischen Vieh- und Schlachthof
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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22.08.2025, 11:21 MESZ