1480 März 6 (mentag nach dem sonntag Oculi), Stuttgart (Stuttgartten) Ulrich (V.), Graf zu Württemberg und Mömpelgard, beurkundet: Am 24. Apr. 1479 (sampstag nach St. Jörigen des hailigen ritters tag) wurden in der gräflichen Kanzlei zu Stuttgart vor seinem Landhofmeister Wilhelm von Zülnhartt, Ritter, und seinen Räten Dr. iur. Martin Kellner, Propst des Stifts zu Stuttgart, Dr. theol. et jur. can. Wernher von Onnßhusen¹, Dr. iur. utr. Ludwig Fergenhans, Kirchherr und Dekan zu Kirchheim [unter Teck] (Kirchhein), Dr. iur. Matthis Ochssenbach, Kirchherr zu Nürtingen, Conrad von Rischach, Ludwig von Emerßhofen, Marx von Nuwhusen und Mag. Martin Lur die Streitigkeiten zwischen Melchior von Horckheym, Kläger, und Herrn Renwartt von Wellwartt, Ritter, Beklagtem, verhandelt. Nach Verlesung einer von Paul Keyser, Notar und Stadtschreiber zu Schorndorf, aufgenommenen, wörtlich inserierten Kundschaft vom 30. Sept. 1478 (Mi nach Michaelis) beantragte Herr Renwartt von Wellwartt, vertreten durch seinen Fürsprech Dr. Ludwig Fergenhans, ihn in seinen obrigkeitlichen Rechten zu Essingen, insbesondere im Besitz von Zwing und Bann über Strafen und Frevel, die ihm wegen der Herrschaft Lauterburg (Lutterburg) zustünden, zu schützen. Melchior von Horckheym, vertreten durch seinen Anwalt (redner) Hans Schilling, bezweifelte zum einen die Glaubwürdigkeit der Zeugen der gen. Kundschaft. Zum andern aber habe kein Zeuge expressis verbis ausgesagt, die Herrschaft Lauterburg habe die Obrigkeit über seine Güter, sie seien, wie übrigens auch die Güter des Beklagten, frei, unvogtbar und ungerichtbar, wie die Kaufbriefe es auswiesen. Auf Antrag des Klägers wurde des Prozeß um sechs Wochen und drei Tage vertragt. - Am 17. Aug. 1479 (zinstag nach unserer lieben frowen tag assumptionis) erschienen die Parteien - Melchior von Horckheym persönlich, Herr Renwartt von Wellwartt vertreten durch seinen bevollmächtigten Anwalt Hans Eckart - wieder in der gräflichen Kanzlei zu Stuttgart vor dem gen. Landhofmeister und den Räten Dr. iur. Martin Kellner, Propst des Stifts zu Stuttgart, Dr. iur. utr. Ludwig Fergenhans, Kirchherr und Dekan zu Kirchheim [unter Teck], Dr. Martin Nittel, Albrecht von Rechberg von Hohenrechberg, Conrad Schenck von Winterstetten und Hans Truchsess von Stetten, alle drei Ritter, Heinrich von Werdnow, Heinz Schilling, Conrad von Rischach und Ludwig von Emerßhouen. Nach Verlesung einer 23 Punkte umfassenden, wörtlich inserierten Einrede Melchiors von Horckheym beantragte dieser, die Ansprüche Herrn Rennwartts von Wellwartt zurückzuweisen. Auf Antrag des Anwalts des Beklagten wurde der Prozeß bis zum nächsten Hofgerichtstermin vertragt. - Am 13. Nov. 1479 (sampstag nach St. Martins dez hailigen bischoffs tag) erschienen beide Parteien wieder vor dem Hofgericht. Herr Rennwartt von Wellwartt trat der Einrede des Klägers entgegen, indem er vor allem die Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugen zurückwies. - Am 6. März 1480 (uff hutt, datumb diß brieffs) erschienen beide Parteien, Rennwartt von Wellwartt persönlich, Melchior von Horckheym vertreten durch seinen Anwalt Hans Schilling, wieder vor dem Hofgericht. Durch dessen Urteil wurden dem Beklagten Herrn Rennwartt von Wellwartt Strafen und Frevel zu Essingen als Zugehörden der Herrschaft Lauterburg zugesprochen. Die Unkosten beider Parteien wurden gegeneinander aufgehoben. - Auf seine Bitte erhält Herr Rennwart von Wellwartt eine Ausf. des Urteils. Sr.: A. Ausf. Perg.-Libell in Groß-2°, 18 Bll. mit unkorrekter Zählung, besch. - 1 Sg. abg. - Rv.: Urthelbrieff genn denen vonn Horgkaim ... ¹ Der in NWD § 1302 und § 1307 genannte Hofgerichtsbeisitzer Werner Wick von Unshausen

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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