D 168 - Nachlass Joachim Boeckh (1899-1968) (Bestand)
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D 168
Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> D - Private Nachlässe und Sammlungen
1916-1933
Einleitung: Joachim Georg Boeckh wurde am 3. September 1899 in Dinglingen bei Lahr als Sohn des Arztes Dr. med. Georg Boeckh geboren. Er studierte in Tübingen Evangelische Theologie und war 1923-1924 Vikar in Alfdorf, danach bis 4. März 1924 Vikar in Gaildorf. Auf eigenen Wunsch schied er zum 1. November 1924 aus dem württembergischen Kirchendienst aus.
Ursprünglich mit der Bibelkreisarbeit verbunden, war er ab 1920 maßgebliches Gründungsmitglied des Bundes der Köngener. Er spaltete sich in den folgenden Jahren allerdings mit der von ihm geleiteten Jungmannschaft Königsbühl aufgrund inhaltlicher Differenzen von diesem Bund ab. Er betätigte sich in dieser Zeit auch schriftstellerisch im Sinne dieser Jugendbewegung.
Nach dem Ausscheiden aus dem württembergischen Kirchendienst arbeitete er zunächst ein Jahr beim Franckh-Verlag (Kosmos-Verlag) im Bereich Jugendliteratur. 1926 bis 1931 war er Lehrer in der Freien Schulgemeinde Wickersdorf. 1931 brach er zu einer Reise in die Mongolei auf, die er allerdings nicht erreichte. Stattdessen arbeitete er dann von 1931 bis 1933 als Dozent für Deutsche Sprache und Literatur in der Wolgadeutschen Republik (UdSSR). Nach seiner Rückkehr begann er zunächst in Tübingen bei Professor Jakob Wilhelm Hauer, einem ehemaligen Bundesgenossen vom Bund der Köngener, eine Dissertation über Hölderlin, die er 1934 abbrach. 1934 bemühte er sich um die Wiederaufnahme in den württembergischen Kirchendienst (siehe Personalakte). In den Jahren 1934/1935 gab er die "Schulungstafeln für politische Erdkunde" heraus und zwischen 1937 und 1943 lehrte er im Landeserziehungsheim Odenwaldschule. Zwischen 1945 und 1949 war er Oberstudienrat und Leiter des Collegium Academicum der Universität Heidelberg. Im Anschluss daran folgte er einem Ruf an die Brandenburgische Landeshochschule Potsdam und übernahm dort die Professur für Neuere Deutsche Literatur. In den Jahren 1951/1952 lehrte er als Professor auch an der Humboldt-Universität Berlin. Ab 1954 war er Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften der DDR und zwischen 1956 und seiner Pensionierung 1961 Leiter der dortigen Arbeitsstelle für Literaturgeschichte. Er starb am 17. Juni 1968 in Potsdam-Babelsberg.
Der Bestand beinhaltet vor allem Schriftverkehr mit anderen Personen und Jugendführern aus dem Bereich der damaligen christlich-evangelischen Jugendbewegung. Überliefert sind Schreiben vieler unterschiedlicher Absender an Boeckh. Besonders viele Schreiben sind für den Zeitraum von 1921 bis 1924 überliefert und zeugen von einer sehr aktiven Korrespondenz zwischen den Mitgliedern der Jugendbewegung.
Der Bestand wurde 2022 anlässlich einer Augenscheinnahme von Archivaren der Rheinischen Landeskirche Außenstelle Boppard auf dem Pfarrramt in Bretzenheim (Rheinland-Pfalz) vorgefunden. Vermutlich gelangte er dorthin über den Pfarrer Hans-Christian Brandenburg (1927-2008), der um 1967 als Pfarrer in Bretzenheim tätig war. In dieser Zeit schrieb er sein Buch über den Köngener Bund (Die Brücke zu Köngen. Fünfzig Jahre Bund der Köngener, 1969). Er dürfte die Materialien für seine Recherchen ausgewertet haben. Wie er in den Besitz dieser Unterlagen gelangte ist unbekannt.
Aufgrund des Bezugs zur württembergischen Landeskirche und zum Bund der Köngener nahm die Archivstelle Boppard der Rheinischen Landeskirche im Mai 2023 Kontakt mit dem Landeskirchlichen Archiv Stuttgart auf. Der Bestand wurde im Mai 2023 in Stuttgart übergeben.
Bei der Erschließung wurden die Schriftstücke teilweise neu geordnet und sortiert. Die vorgefundene Ablage schien zwar ihre eigene Logik zu besitzen, so dass zwischen den einzelnen vorgefundenen Mappen nur wenig neu umgeordnet wurde. Allerdings musste die stark gestörte Chronologie der Ablage neu rekonstruiert werden, um die Nutzung des Bestandes zu erleichtern. Eine Nennung der identifizierten Absender im Enthält-Vermerk soll die Benutzung des Bestandes erleichtern. Nicht alle Absender der Schreiben konnten namentlich identifiziert werden. Oft waren nur die Vornamen angegeben, manchmal Spitznahmen, oder aber die Unterschriften waren nicht zu entziffern. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass sich Schreiben bestimmter Korrespondenzpartner auch in Verzeichnungseinheiten finden, die diese Personen nicht im Enthält-Vermerk aufführen. Die Enthält-Vermerke dienen in erster Linie der Orientierung über die Korrespondenzpartner.
Siehe auch:
- Bestand K 23 im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart
- Personalakte, A 127, Nr. 346.
Weitere Nachlassbestände zu Joachim Boeckh befinden sich im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde und im Staatsarchiv Leipzig.
Literatur: Hans-Chrsitian Brandenburg, Die Brücke zu Köngen, Stuttgart 1969.
Ursprünglich mit der Bibelkreisarbeit verbunden, war er ab 1920 maßgebliches Gründungsmitglied des Bundes der Köngener. Er spaltete sich in den folgenden Jahren allerdings mit der von ihm geleiteten Jungmannschaft Königsbühl aufgrund inhaltlicher Differenzen von diesem Bund ab. Er betätigte sich in dieser Zeit auch schriftstellerisch im Sinne dieser Jugendbewegung.
Nach dem Ausscheiden aus dem württembergischen Kirchendienst arbeitete er zunächst ein Jahr beim Franckh-Verlag (Kosmos-Verlag) im Bereich Jugendliteratur. 1926 bis 1931 war er Lehrer in der Freien Schulgemeinde Wickersdorf. 1931 brach er zu einer Reise in die Mongolei auf, die er allerdings nicht erreichte. Stattdessen arbeitete er dann von 1931 bis 1933 als Dozent für Deutsche Sprache und Literatur in der Wolgadeutschen Republik (UdSSR). Nach seiner Rückkehr begann er zunächst in Tübingen bei Professor Jakob Wilhelm Hauer, einem ehemaligen Bundesgenossen vom Bund der Köngener, eine Dissertation über Hölderlin, die er 1934 abbrach. 1934 bemühte er sich um die Wiederaufnahme in den württembergischen Kirchendienst (siehe Personalakte). In den Jahren 1934/1935 gab er die "Schulungstafeln für politische Erdkunde" heraus und zwischen 1937 und 1943 lehrte er im Landeserziehungsheim Odenwaldschule. Zwischen 1945 und 1949 war er Oberstudienrat und Leiter des Collegium Academicum der Universität Heidelberg. Im Anschluss daran folgte er einem Ruf an die Brandenburgische Landeshochschule Potsdam und übernahm dort die Professur für Neuere Deutsche Literatur. In den Jahren 1951/1952 lehrte er als Professor auch an der Humboldt-Universität Berlin. Ab 1954 war er Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften der DDR und zwischen 1956 und seiner Pensionierung 1961 Leiter der dortigen Arbeitsstelle für Literaturgeschichte. Er starb am 17. Juni 1968 in Potsdam-Babelsberg.
Der Bestand beinhaltet vor allem Schriftverkehr mit anderen Personen und Jugendführern aus dem Bereich der damaligen christlich-evangelischen Jugendbewegung. Überliefert sind Schreiben vieler unterschiedlicher Absender an Boeckh. Besonders viele Schreiben sind für den Zeitraum von 1921 bis 1924 überliefert und zeugen von einer sehr aktiven Korrespondenz zwischen den Mitgliedern der Jugendbewegung.
Der Bestand wurde 2022 anlässlich einer Augenscheinnahme von Archivaren der Rheinischen Landeskirche Außenstelle Boppard auf dem Pfarrramt in Bretzenheim (Rheinland-Pfalz) vorgefunden. Vermutlich gelangte er dorthin über den Pfarrer Hans-Christian Brandenburg (1927-2008), der um 1967 als Pfarrer in Bretzenheim tätig war. In dieser Zeit schrieb er sein Buch über den Köngener Bund (Die Brücke zu Köngen. Fünfzig Jahre Bund der Köngener, 1969). Er dürfte die Materialien für seine Recherchen ausgewertet haben. Wie er in den Besitz dieser Unterlagen gelangte ist unbekannt.
Aufgrund des Bezugs zur württembergischen Landeskirche und zum Bund der Köngener nahm die Archivstelle Boppard der Rheinischen Landeskirche im Mai 2023 Kontakt mit dem Landeskirchlichen Archiv Stuttgart auf. Der Bestand wurde im Mai 2023 in Stuttgart übergeben.
Bei der Erschließung wurden die Schriftstücke teilweise neu geordnet und sortiert. Die vorgefundene Ablage schien zwar ihre eigene Logik zu besitzen, so dass zwischen den einzelnen vorgefundenen Mappen nur wenig neu umgeordnet wurde. Allerdings musste die stark gestörte Chronologie der Ablage neu rekonstruiert werden, um die Nutzung des Bestandes zu erleichtern. Eine Nennung der identifizierten Absender im Enthält-Vermerk soll die Benutzung des Bestandes erleichtern. Nicht alle Absender der Schreiben konnten namentlich identifiziert werden. Oft waren nur die Vornamen angegeben, manchmal Spitznahmen, oder aber die Unterschriften waren nicht zu entziffern. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass sich Schreiben bestimmter Korrespondenzpartner auch in Verzeichnungseinheiten finden, die diese Personen nicht im Enthält-Vermerk aufführen. Die Enthält-Vermerke dienen in erster Linie der Orientierung über die Korrespondenzpartner.
Siehe auch:
- Bestand K 23 im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart
- Personalakte, A 127, Nr. 346.
Weitere Nachlassbestände zu Joachim Boeckh befinden sich im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde und im Staatsarchiv Leipzig.
Literatur: Hans-Chrsitian Brandenburg, Die Brücke zu Köngen, Stuttgart 1969.
2 Schatullen
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.08.2025, 11:05 MESZ