Militärischer Nachlass Julius Umrath, Rittmeister der Reserve *1876 (Bestand)
Show full title
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 660/238
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Militärische Bestände 1871-ca. 1920 >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe
1914-1919
1. Zur Biografie Julius Umraths: Julius Ernst Umrath wurde am 6. Februar 1876 in Prag als Sohn des Maschinenfabrikanten Ernst Umrath geboren. Nach dem erfolgreichen Besuch des Gymnasiums zu Cannstatt und seinem Studium an der Universität Tübingen trat er am 1. Oktober 1900 als Einjährig-Freiwilliger in das Ulanen-Regiment König Wilhelm I. (2. Württ.) Nr. 20 ein. Dieser Formation gehörte er während seiner gesamten militärischen Laufbahn vor und während des Ersten Weltkrieges an. Umrath wurde am 1. Juli 1901 zum Unteroffizier befördert und am 30. September desselben Jahres zur Reserve entlassen. Im Zivilberuf war er im Forstdienst tätig. In der Zeit zwischen 1901 und 1914 nahm Umrath regelmäßig an militärischen Übungen teil. Er wurde am 9. Juni 1903 zum Vizewachtmeister, am 19. Dezember 1903 zum Leutnant und am 27. Januar 1913 zum Oberleutnant der Reserve befördert. Am 2. August 1914 wurde Umrath infolge der Mobilmachung einberufen. Das Ulanen-Regiment Nr. 20 war in den ersten beiden Kriegsmonaten der 5. Armee zugeteilt, die an der Westfront in den Argonnen eingesetzt war. Die 5. Armee wehrte, unter anderem in der Schlacht bei Longwy (21.-27. August 1914), einen Vorstoß des französischen Heeres ab und drängte die gegnerischen Truppen zurück. Ab Mitte Oktober war das Ulanen-Regiment Nr. 20 der 6. Armee zugeteilt und in Flandern eingesetzt. Umrath wurde am 18. Oktober 1914 infolge einer Erkrankung für mehrere Monate in die Ersatzeskadron versetzt. Am 25. Februar 1915 erlangte Umrath den Dienstgrad eines Rittmeister der Reserve. Von Anfang März bis Ende September 1915 war er im Frontabschnitt am Narew (heutiges Ostpolen) stationiert. Umrath wurde während dieser Zeit wechselweise mit der Führung der ersten und der zweiten Eskadron seines Regiments beauftragt. Anschließend kämpfte er im Oktober und November 1915 im Verbund der 26. Division in Serbien. In der Zeit von Dezember 1915 bis Mai 1917 war Umrath wieder an der Westfront eingesetzt, diesmal bei Stellungskämpfen vor Ypern, im Oberelsass und in Lothringen. Als die vier Eskadrons des Ulanen-Regiments Nr. 20 ab dem 7. Juli 1916 auf verschiedene Divisionen verteilt wurden, verblieb er bei der ersten Eskadron, die zunächst der Armeeabteilung B, später der Armeeabteilung A bzw. der 7. (württembergischen) Landwehr-Division zugewiesen war. Während des Einsatzes in Lothringen (Februar bis Mai 1917) wurde er zum Führer der Forstabteilung der 7. Landwehr-Division ernannt. Ab der Mitte des Jahres 1917 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges war die von Umrath geführte erste Eskadron des Ulanen-Regiments Nr. 20 wieder an der Ostfront stationiert. Umrath nahm im russisch-ukrainischen Grenzgebiet (Frontabschnitt am Stochod/Stochid) an verschiedenen Kampfeinsätzen teil. Er leistete vom 25. März bis zum 3. April 1918 Aufklärungsarbeit gegen die Bolschewiken. Seine Entlassung nach Friedrichshafen erfolgte am 29. Dezember 1918. Für seine Leistungen während des Ersten Weltkrieges erhielt Umrath zahlreiche württembergische und nichtwürttembergische Auszeichnungen, u. a. die Goldene Militär-Verdienstmedaille (1. November 1914), das Wilhelmskreuz mit Schwertern (6. Oktober 1916), das Eiserne Kreuz I. Klasse (9. Dezember 1916), den Württembergischen Militärverdienstorden 3. Klasse (23. Dezember 1916) und den Friedrichsorden 3. Klasse (24. April 1918). Julius Umrath heiratete am 17. November 1904 in Höfen an der Enz (Oberamt Neuenbürg) Anna Commerell. Sein Sohn Ernst Otto wurde am 11. Oktober 1907 in Tübingen geboren. Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst lebte Julius Umrath zuerst als Forstamtmann in Friedrichshafen und zog dann in seinen früheren Wohnort Höfen an der Enz zurück.
2. Zum Nachlass Julius Umraths: Der Nachlass M 660/238 besteht aus einem Tagebuch, in dem die Kriegseinsätze Julius Umraths in den Jahren von 1914 bis 1918 dokumentiert sind, sowie einem Bericht über die Meuterei der ersten Eskadron des Ulanen-Regiments Nr. 20 am 18. und 19. Dezember 1918 in Brest-Litowsk. Die Unterlagen gab Umrath im Jahr 1938 persönlich beim Heeresarchiv Stuttgart ab. Der bisher unverzeichnete Bestand, der einen Umfang von 0,02 lfd.m. hat, wurde im September 2010 von der Praktikantin Sabrina Kuhn unter Anleitung von Dr. Wolfgang Mährle erschlossen.
3. Quellenhinweise: - Personalakte von Julius Umrath: M 430/3 Bü 11650 - 1 Fotografie eines Gemäldes Umraths aus dem Jahr 1915: M 709 Nr. 1557 Stuttgart, im September 2010 Sabrina Kuhn Dr. Wolfgang Mährle
2. Zum Nachlass Julius Umraths: Der Nachlass M 660/238 besteht aus einem Tagebuch, in dem die Kriegseinsätze Julius Umraths in den Jahren von 1914 bis 1918 dokumentiert sind, sowie einem Bericht über die Meuterei der ersten Eskadron des Ulanen-Regiments Nr. 20 am 18. und 19. Dezember 1918 in Brest-Litowsk. Die Unterlagen gab Umrath im Jahr 1938 persönlich beim Heeresarchiv Stuttgart ab. Der bisher unverzeichnete Bestand, der einen Umfang von 0,02 lfd.m. hat, wurde im September 2010 von der Praktikantin Sabrina Kuhn unter Anleitung von Dr. Wolfgang Mährle erschlossen.
3. Quellenhinweise: - Personalakte von Julius Umrath: M 430/3 Bü 11650 - 1 Fotografie eines Gemäldes Umraths aus dem Jahr 1915: M 709 Nr. 1557 Stuttgart, im September 2010 Sabrina Kuhn Dr. Wolfgang Mährle
2 Büschel (0,02 lfd. m)
Bestand
Umrath, Julius; Rittmeister, 1876-
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 2:39 PM CET
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik)
- Militärische Bestände 1871-ca. 1920 (Archival tectonics)
- Nachlässe und Sammlungen (Archival tectonics)
- Nachlässe (Archival tectonics)
- Militärischer Nachlass Julius Umrath, Rittmeister der Reserve *1876 (Archival holding)