NSDAP-Gauarchiv, Fotosammlung (Bestand)
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XX. HA, Rep. 240 E Fotosammlung
Tektonik >> TERRITORIALÜBERLIEFERUNGEN, PROVINZIAL- UND LOKALBEHÖRDEN >> Preußenland / Ostpreußen >> Ostpreußische halb- oder nichtstaatliche Provenienzen >> Erster Weltkrieg, NSDAP
Laufzeit: 1925 - 1945
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
Vorbemerkung
Behördengeschichte:
Die "Anordnung betreffend das Archivwesen der NSDAP" vom 21. Juli 1939 benannte das Hauptarchiv der NSDAP in München als zentrale Einrichtung, dem in der Fläche einzelne Gauarchive zu unterstellen seien: "Die Archive der Partei haben die Aufgabe, innerhalb ihrer Bereiche das für die Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung in Vergangenheit und Gegenwart wichtige Material zu sammeln, sachgemäß zu erschließen und den politischen Aufgaben der Partei nutzbar zu machen". Dieser Auftrag ging über unmittelbar die Parteigeschichte betr. Archivalien hinaus; stattdessen war eine Quellensammlung für die spätere Geschichtsschreibung der NSDAP intendiert, weshalb das Augenmerk auch auf die "Gegner" und Vorläuferorganisationen der NSDAP gelegt wurde. Als Stichdatum legte man das Jahr 1890 mit der Aufhebung des Sozialistengesetzes und der Gründung des Alldeutschen Verbandes fest.
Eine Konkurrenz zum staatlichen Archivwesen sah der erste Leiter des Münchener Hauptarchivs Erich Uetrecht angeblich nicht: "...während die staatlichen Archive in das Zeitgeschehen bisher wenig eingriffen, sondern ihre ihnen überkommenen, zum Teil 1000jährigen Schätze bewahren, ab und zu Neuentdeckungen geschichtlicher Art hereinnehmen, sammeln wir die Belege für unsere Bewegung, für unseren Kampf in allen Formen, sammeln für das Zeitgeschehen." Den Gauarchiven kam dabei aufgrund ihrer genaueren Kenntnisse vor Ort auch die Aufgabe zu, bei Institutionen und Privatpersonen interessantes Material zu requirieren.
Zur Geschichte des in Königsberg beheimateten Gauarchivs Ostpreußen, seines Personals und seiner Tätigkeit ist wenig bekannt. Lediglich aus den vorhandenen Archivalien lässt sich ablesen, dass man den eingangs zitierten Sammlungsauftrag ernst nahm (vgl. Bestandsgeschichte).
Bestandsgeschichte:
Das Gauarchiv Ostpreußen umfasst in seiner jetzigen Form ca. 2900 VE. Die Archivalien sind im Anschluss an die Ausbombung ihres Archivgebäudes 1944 zunächst ins Staatsarchiv Königsberg, von dort zusammen mit anderen als besonders schutzwürdig eingestuften Archivalien in ein Bergwerk bei Grasleben ausgelagert worden und nach Kriegsende über verschiedene Stationen und das Staatliche Archivlager Göttingen nach Berlin-Dahlem ins Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz gelangt. Ursprünglich hatte auch Registraturgut unterschiedlicher Behörden dazugehört, von den Gauarchivmitarbeitern anscheinend bei den staatlichen Behörden selbst requiriert. Bei einer Neuverzeichnung im Göttinger Archivlager seit Anfang der 1960er Jahre wurden die entsprechenden Aktenbände ausgesondert und eigene Provenienzen gebildet.
Die gesonderte Fotosammlung wurde im Zuge eines weiteren Verzeichnungsschritts Anfang der 1970er Jahre zusammengestellt, als man bis dato noch nicht geordnetes Archivmaterial als XX. HA, Rep. 240 NSDAP-Gauarchiv, D Nachträge verzeichnete und dabei insbesondere aus der gesammelten Überlieferung der Kreisleitungen und Ortsgruppen die dem Gauarchiv zugesandten Fotos aus den Akten entnahm und zusammenfasste. Die Verzeichnung beschränkte sich dabei auf eine grob summarische Beschreibung der in sieben Archivkartons und acht Heftern aufbewahrten Abbildungen. Neben den im Findbuch erfassten Fotos gab es zwei weitere Archivkartons mit Abzügen, Fotopostkarten etc., die aus den Unterlagen der Kreisleitungen Allenstein und Angerburg stammten, jedoch bei der Verzeichnung offenbar übersehen worden waren.
Das vorliegende Findbuch, das auch die bisher nicht erfassten Abbildungen nachweist, entstand als Verzeichnungsarbeit der Archivanwärter Yasemin Diedenhofen, Moritz Hülk und Felix Meyer während ihrer Ausbildung im Geheimen Staatsarchiv PK. Als Verzeichnungseinheit wurde die Zusendung der Ortsgruppen aus den einzelnen Kreisen festgelegt (z.B. "Sammlung von Abbildungen aus den Ortsgruppen der NSDAP im Kreis Bartenstein"), die in der Regel mehrere Fotos umfasst. Der möglichst komplette Enthält-Vermerk schlüsselt dann die Inhalte mit konkretem Bezug zu den einzelnen Abzügen etc. über Bildnummern weiter auf.
Die Neuformierung der Verzeichnungseinheiten machte eine Umsignierung erforderlich; die detailliertere Erfassung führt dabei zu einer Aufteilung der Altsignaturen auf mehrere neu vergebene Bestellsignaturen. In der Regel lässt sich jedoch das bekannte Foto über die präzise Inhaltsangabe leicht ermitteln, unterstützt durch die Signatur-Konkordanzen im Anhang.
Wenn bekannt, wurde bei der Verzeichnung auch der Urheber des entsprechenden Bildwerkes angegeben. Nach aktueller Rechtsprechung (Stand: Mai 2022) erlischt das Urheberrecht siebzig Jahre nach Tod des Urhebers. Nutzerinnen und Nutzer sind verpflichtet, Verletzungen der Urheberrechte Dritter auszuschließen, die durch Veröffentlichung von Reproduktionen solcher Werke entstehen könnten.
Quellen und Literatur
- GStA PK, I. HA Rep. 178 Generaldirektion der Staatsarchive, Nr. 2868: Jahresbericht des Staatsarchivs Königsberg für 1944, 1945
- GStA PK, I. HA Rep. 178 G Archivlager Göttingen, Nr. 47: Bergungsgut aus Grasleben: Königsberg, Bd. 2, enth. u.a. Gauarchiv Ostpreußen, 1947-1952
- ebd., Nr. 53: Nach Goslar ausgelagerte Archivalien, enth. u.a. Gauarchiv Ostpreußen, 1947-1954
- Franz Josef Gangelmayer, Das Parteiarchivwesen der NSDAP. Rekonstruktionsversuch des Gauarchivs der NSDAP-Wien. Dissertation Wien 2010.
Formalangaben:
Letzte vergebene Nummer: 172
Umfang (in laufenden Metern): 2 lfm
Lagerungsort : Magazin Dahlem
Die Akten sind auf weißen Leihscheinen wie folgt zu bestellen:
XX. HA, Rep. 240 E Fotosammlung, Nr. #
Zitierweise:
XX. HA, Rep. 240 E NSDAP-Gauarchiv, Fotosammlung; Nr. #
Mai 2022, Susanne Brockfeld
Zitierweise: GStA PK, XX. HA, Rep. 240 E Fotosammlung
Vorbemerkung
Behördengeschichte:
Die "Anordnung betreffend das Archivwesen der NSDAP" vom 21. Juli 1939 benannte das Hauptarchiv der NSDAP in München als zentrale Einrichtung, dem in der Fläche einzelne Gauarchive zu unterstellen seien: "Die Archive der Partei haben die Aufgabe, innerhalb ihrer Bereiche das für die Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung in Vergangenheit und Gegenwart wichtige Material zu sammeln, sachgemäß zu erschließen und den politischen Aufgaben der Partei nutzbar zu machen". Dieser Auftrag ging über unmittelbar die Parteigeschichte betr. Archivalien hinaus; stattdessen war eine Quellensammlung für die spätere Geschichtsschreibung der NSDAP intendiert, weshalb das Augenmerk auch auf die "Gegner" und Vorläuferorganisationen der NSDAP gelegt wurde. Als Stichdatum legte man das Jahr 1890 mit der Aufhebung des Sozialistengesetzes und der Gründung des Alldeutschen Verbandes fest.
Eine Konkurrenz zum staatlichen Archivwesen sah der erste Leiter des Münchener Hauptarchivs Erich Uetrecht angeblich nicht: "...während die staatlichen Archive in das Zeitgeschehen bisher wenig eingriffen, sondern ihre ihnen überkommenen, zum Teil 1000jährigen Schätze bewahren, ab und zu Neuentdeckungen geschichtlicher Art hereinnehmen, sammeln wir die Belege für unsere Bewegung, für unseren Kampf in allen Formen, sammeln für das Zeitgeschehen." Den Gauarchiven kam dabei aufgrund ihrer genaueren Kenntnisse vor Ort auch die Aufgabe zu, bei Institutionen und Privatpersonen interessantes Material zu requirieren.
Zur Geschichte des in Königsberg beheimateten Gauarchivs Ostpreußen, seines Personals und seiner Tätigkeit ist wenig bekannt. Lediglich aus den vorhandenen Archivalien lässt sich ablesen, dass man den eingangs zitierten Sammlungsauftrag ernst nahm (vgl. Bestandsgeschichte).
Bestandsgeschichte:
Das Gauarchiv Ostpreußen umfasst in seiner jetzigen Form ca. 2900 VE. Die Archivalien sind im Anschluss an die Ausbombung ihres Archivgebäudes 1944 zunächst ins Staatsarchiv Königsberg, von dort zusammen mit anderen als besonders schutzwürdig eingestuften Archivalien in ein Bergwerk bei Grasleben ausgelagert worden und nach Kriegsende über verschiedene Stationen und das Staatliche Archivlager Göttingen nach Berlin-Dahlem ins Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz gelangt. Ursprünglich hatte auch Registraturgut unterschiedlicher Behörden dazugehört, von den Gauarchivmitarbeitern anscheinend bei den staatlichen Behörden selbst requiriert. Bei einer Neuverzeichnung im Göttinger Archivlager seit Anfang der 1960er Jahre wurden die entsprechenden Aktenbände ausgesondert und eigene Provenienzen gebildet.
Die gesonderte Fotosammlung wurde im Zuge eines weiteren Verzeichnungsschritts Anfang der 1970er Jahre zusammengestellt, als man bis dato noch nicht geordnetes Archivmaterial als XX. HA, Rep. 240 NSDAP-Gauarchiv, D Nachträge verzeichnete und dabei insbesondere aus der gesammelten Überlieferung der Kreisleitungen und Ortsgruppen die dem Gauarchiv zugesandten Fotos aus den Akten entnahm und zusammenfasste. Die Verzeichnung beschränkte sich dabei auf eine grob summarische Beschreibung der in sieben Archivkartons und acht Heftern aufbewahrten Abbildungen. Neben den im Findbuch erfassten Fotos gab es zwei weitere Archivkartons mit Abzügen, Fotopostkarten etc., die aus den Unterlagen der Kreisleitungen Allenstein und Angerburg stammten, jedoch bei der Verzeichnung offenbar übersehen worden waren.
Das vorliegende Findbuch, das auch die bisher nicht erfassten Abbildungen nachweist, entstand als Verzeichnungsarbeit der Archivanwärter Yasemin Diedenhofen, Moritz Hülk und Felix Meyer während ihrer Ausbildung im Geheimen Staatsarchiv PK. Als Verzeichnungseinheit wurde die Zusendung der Ortsgruppen aus den einzelnen Kreisen festgelegt (z.B. "Sammlung von Abbildungen aus den Ortsgruppen der NSDAP im Kreis Bartenstein"), die in der Regel mehrere Fotos umfasst. Der möglichst komplette Enthält-Vermerk schlüsselt dann die Inhalte mit konkretem Bezug zu den einzelnen Abzügen etc. über Bildnummern weiter auf.
Die Neuformierung der Verzeichnungseinheiten machte eine Umsignierung erforderlich; die detailliertere Erfassung führt dabei zu einer Aufteilung der Altsignaturen auf mehrere neu vergebene Bestellsignaturen. In der Regel lässt sich jedoch das bekannte Foto über die präzise Inhaltsangabe leicht ermitteln, unterstützt durch die Signatur-Konkordanzen im Anhang.
Wenn bekannt, wurde bei der Verzeichnung auch der Urheber des entsprechenden Bildwerkes angegeben. Nach aktueller Rechtsprechung (Stand: Mai 2022) erlischt das Urheberrecht siebzig Jahre nach Tod des Urhebers. Nutzerinnen und Nutzer sind verpflichtet, Verletzungen der Urheberrechte Dritter auszuschließen, die durch Veröffentlichung von Reproduktionen solcher Werke entstehen könnten.
Quellen und Literatur
- GStA PK, I. HA Rep. 178 Generaldirektion der Staatsarchive, Nr. 2868: Jahresbericht des Staatsarchivs Königsberg für 1944, 1945
- GStA PK, I. HA Rep. 178 G Archivlager Göttingen, Nr. 47: Bergungsgut aus Grasleben: Königsberg, Bd. 2, enth. u.a. Gauarchiv Ostpreußen, 1947-1952
- ebd., Nr. 53: Nach Goslar ausgelagerte Archivalien, enth. u.a. Gauarchiv Ostpreußen, 1947-1954
- Franz Josef Gangelmayer, Das Parteiarchivwesen der NSDAP. Rekonstruktionsversuch des Gauarchivs der NSDAP-Wien. Dissertation Wien 2010.
Formalangaben:
Letzte vergebene Nummer: 172
Umfang (in laufenden Metern): 2 lfm
Lagerungsort : Magazin Dahlem
Die Akten sind auf weißen Leihscheinen wie folgt zu bestellen:
XX. HA, Rep. 240 E Fotosammlung, Nr. #
Zitierweise:
XX. HA, Rep. 240 E NSDAP-Gauarchiv, Fotosammlung; Nr. #
Mai 2022, Susanne Brockfeld
Zitierweise: GStA PK, XX. HA, Rep. 240 E Fotosammlung
Umfang: 2 lfm (185 VE); 2 lfm (185 VE)
Bestand
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
19.08.2025, 12:19 MESZ
Hierarchie
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