Frauenalb (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 40
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) >> Urkunden >> Kleinere geistliche Territorien >> Frauenalb
1193-1802
Überlieferungsgeschichte
1802 bei der Säkularisierung des Benediktinerinnenklosters Frauenalb nach Karlsruhe übernommen und mit markgräflich badischen Urkunden über das Kloster vermischt. Einreihung der ältesten Urkunden in Bestände B, D und E
Inhalt und Bewertung
Generalia, badische Orte B-W, nichtbadische Orte B-W
Das Kloster Frauenalb: Das Benediktinerinnenkloster Frauenalb wurde von den Grafen von Eberstein unter dem Namen Cella Sanctae Mariae sehr wahrscheinlich im achten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts gegründet und hatte von Anfang an den Charakter eines adligen Damenstifts. Die Konventualinnen entstammten zumeist dem Ritteradel der näheren und weiteren Umgebung. In die Vogtei mussten die Grafen von Eberstein sich infolge von Erbauseinandersetzungen spätestens seit 1387 mit den Markgrafen von Baden teilen, wobei die Markgrafen bald die Oberhand erlangten. Mit der badischen Teilung von 1535 kam das Kloster unter baden-badische Landesherrschaft, und die Ebersteiner und ihre Erben wurden schließlich vollends aus der Schirmherrschaft verdrängt. Der Frauenalber Klosterbesitz hatte seinen Schwerpunkt um Marxzell, Völkersbach, Burbach und Schielberg; darüber hinaus streute er im Süden bis ins Murgtal, im Osten in den Raum Pforzheim, im Norden in den Kraichgau und im Westen in den südlichen Speyergau. Die oberbadische Okkupation führte 1598 zur Aufhebung des Klosters, jedoch wurde dieses 1631 restituiert und mit Konventualinnen aus Urspring auf der Schwäbischen Alb neu besiedelt. Nachdem die Linie der Markgrafen von Baden-Baden erloschen und auch die Erben der Ebersteiner längst ausgestorben waren, bestätigte das Reichskammergericht 1782 die nunmehr baden-durlachische Landeshoheit über Frauenalb. Auf eine Blüte im 18. Jahrhundert folgte im Zuge der Säkularisation 1802/03 die neuerliche und diesmal dauerhafte Aufhebung des Klosters.
Überlieferung und Erschließung: Das stets in Frauenalb verwahrte Archiv wurde unmittelbar nach der Säkularisation in das eben damals gegründete Generallandesarchiv nach Karlsruhe überführt und dort weitgehend provenienzgerecht gelagert, allerdings auch um thematisch hierher gehöriges markgräflich badisches Schriftgut vermehrt, vor allem um Abschriften und vidimierte Urkunden. Die Erschließung übernahm Moriz Gmelin. Sein 1870 fertiggestelltes Findbuch umfasste zunächst 428 Nummern (1193-1802), wobei auch Zinsbücher und zahlreiche Abschriften Berücksichtigung fanden; die älteren Kaiser- und Papsturkunden wurden später entnommen und den entsprechenden Selektbeständen einverleibt. Dafür fügte Gmelin in einem zweiten Arbeitsgang zusätzliche Stücke unter a-Nummern ein, und namentlich ergänzte er sein Findmittel um Regesten von abschriftlichen Urkunden aus Frauenalber Sal- und Lagerbüchern (v. a. GLA 67 Nr. 616). Die Reinschrift des derart angereicherten Repertoriums erfolgte 1875. Daneben publizierte Gmelin in den Jahren 1871 bis 1875 in mehreren Folgen viele Texte ganzer Urkunden, Textauszüge und Regesten in der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Sein Interesse galt dabei aber in erster Linie den hoch- und spätmittelalterlichen Urkunden; Dokumente des 16. bis 18. Jahrhunderts berücksichtigte er nur selektiv. Der bis dahin in der für das Generallandesarchiv typischen Weise gegliederte und gelagerte Bestand wurde 1984 von Hansmartin Schwarzmaier in der Reihenfolge des Laufregisters durchnumeriert und zeitgemäß verpackt. Dabei reduzierte sich die Zahl der Urkundennummern, weil die bisher mitgezählten Selekturkunden und Regesten nach Amtsbucheinträgen nicht mehr berücksichtigt wurden. Auch die 2015 von Kurt Andermann besorgte Konversion zwecks Präsentation des Findmittels im Internet beschränkt sich allein auf die im Bestand 40 verwahrten Stücke, gibt nur hie und da Verweise auf selektierte Urkunden und nur in einem Fall auf eine Abschrift im Frauenalber Salbuch. Weiteres Archivgut gleicher Provenienz liegt in den Beständen B, D und E, 66, 67 und 88 sowie im Ortsaktenbestand 229 unter den Orten, in denen das Kloster begütert war.
Literaturhinweise: Hansmartin Schwarzmaier / Gabriele Wüst (Bearbb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände (1-45), Stuttgart 1996, S. 242-244; Moriz Gmelin, Urkunden, Regesten und Nachweisungen zur Geschichte des Klosters Frauenalb, in: ZGO 23 (1871) S. 263-342; Moriz Gmelin, Urkundenarchiv des Klosters Frauenalb, in: ZGO 24 (1872) S. 104-112, 25 (1873) S. 83-90 und 321-388, 26 (1879) S. 445-468 und 27 (1875) S. 56-95; Franziska Geiges, Das Benediktinerinnenkloster Frauenalb von den Anfängen bis zur Reformation (Europäische Hochschulschriften 3/145), Frankfurt a. M. 1980; Franziska Geiges-Heindl, Das Benediktinerinnenkloster Frauenalb vom Dreißigjährigen Krieg bis zu seiner Auflösung, in: ZGO 147 (1999) S. 423-437; Herwig John, Sechs Jahrhunderte Benediktinerinnenabtei Frauenalb, in: Bernd Breitkopf (Hg.), Frauenalb. Streifzug durch 800 Jahre Geschichte (Beiträge zur Geschichte des Landkreises Karlsruhe 7), Ubstadt-Weiher 2008, S. 9-46.
1802 bei der Säkularisierung des Benediktinerinnenklosters Frauenalb nach Karlsruhe übernommen und mit markgräflich badischen Urkunden über das Kloster vermischt. Einreihung der ältesten Urkunden in Bestände B, D und E
Inhalt und Bewertung
Generalia, badische Orte B-W, nichtbadische Orte B-W
Das Kloster Frauenalb: Das Benediktinerinnenkloster Frauenalb wurde von den Grafen von Eberstein unter dem Namen Cella Sanctae Mariae sehr wahrscheinlich im achten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts gegründet und hatte von Anfang an den Charakter eines adligen Damenstifts. Die Konventualinnen entstammten zumeist dem Ritteradel der näheren und weiteren Umgebung. In die Vogtei mussten die Grafen von Eberstein sich infolge von Erbauseinandersetzungen spätestens seit 1387 mit den Markgrafen von Baden teilen, wobei die Markgrafen bald die Oberhand erlangten. Mit der badischen Teilung von 1535 kam das Kloster unter baden-badische Landesherrschaft, und die Ebersteiner und ihre Erben wurden schließlich vollends aus der Schirmherrschaft verdrängt. Der Frauenalber Klosterbesitz hatte seinen Schwerpunkt um Marxzell, Völkersbach, Burbach und Schielberg; darüber hinaus streute er im Süden bis ins Murgtal, im Osten in den Raum Pforzheim, im Norden in den Kraichgau und im Westen in den südlichen Speyergau. Die oberbadische Okkupation führte 1598 zur Aufhebung des Klosters, jedoch wurde dieses 1631 restituiert und mit Konventualinnen aus Urspring auf der Schwäbischen Alb neu besiedelt. Nachdem die Linie der Markgrafen von Baden-Baden erloschen und auch die Erben der Ebersteiner längst ausgestorben waren, bestätigte das Reichskammergericht 1782 die nunmehr baden-durlachische Landeshoheit über Frauenalb. Auf eine Blüte im 18. Jahrhundert folgte im Zuge der Säkularisation 1802/03 die neuerliche und diesmal dauerhafte Aufhebung des Klosters.
Überlieferung und Erschließung: Das stets in Frauenalb verwahrte Archiv wurde unmittelbar nach der Säkularisation in das eben damals gegründete Generallandesarchiv nach Karlsruhe überführt und dort weitgehend provenienzgerecht gelagert, allerdings auch um thematisch hierher gehöriges markgräflich badisches Schriftgut vermehrt, vor allem um Abschriften und vidimierte Urkunden. Die Erschließung übernahm Moriz Gmelin. Sein 1870 fertiggestelltes Findbuch umfasste zunächst 428 Nummern (1193-1802), wobei auch Zinsbücher und zahlreiche Abschriften Berücksichtigung fanden; die älteren Kaiser- und Papsturkunden wurden später entnommen und den entsprechenden Selektbeständen einverleibt. Dafür fügte Gmelin in einem zweiten Arbeitsgang zusätzliche Stücke unter a-Nummern ein, und namentlich ergänzte er sein Findmittel um Regesten von abschriftlichen Urkunden aus Frauenalber Sal- und Lagerbüchern (v. a. GLA 67 Nr. 616). Die Reinschrift des derart angereicherten Repertoriums erfolgte 1875. Daneben publizierte Gmelin in den Jahren 1871 bis 1875 in mehreren Folgen viele Texte ganzer Urkunden, Textauszüge und Regesten in der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Sein Interesse galt dabei aber in erster Linie den hoch- und spätmittelalterlichen Urkunden; Dokumente des 16. bis 18. Jahrhunderts berücksichtigte er nur selektiv. Der bis dahin in der für das Generallandesarchiv typischen Weise gegliederte und gelagerte Bestand wurde 1984 von Hansmartin Schwarzmaier in der Reihenfolge des Laufregisters durchnumeriert und zeitgemäß verpackt. Dabei reduzierte sich die Zahl der Urkundennummern, weil die bisher mitgezählten Selekturkunden und Regesten nach Amtsbucheinträgen nicht mehr berücksichtigt wurden. Auch die 2015 von Kurt Andermann besorgte Konversion zwecks Präsentation des Findmittels im Internet beschränkt sich allein auf die im Bestand 40 verwahrten Stücke, gibt nur hie und da Verweise auf selektierte Urkunden und nur in einem Fall auf eine Abschrift im Frauenalber Salbuch. Weiteres Archivgut gleicher Provenienz liegt in den Beständen B, D und E, 66, 67 und 88 sowie im Ortsaktenbestand 229 unter den Orten, in denen das Kloster begütert war.
Literaturhinweise: Hansmartin Schwarzmaier / Gabriele Wüst (Bearbb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände (1-45), Stuttgart 1996, S. 242-244; Moriz Gmelin, Urkunden, Regesten und Nachweisungen zur Geschichte des Klosters Frauenalb, in: ZGO 23 (1871) S. 263-342; Moriz Gmelin, Urkundenarchiv des Klosters Frauenalb, in: ZGO 24 (1872) S. 104-112, 25 (1873) S. 83-90 und 321-388, 26 (1879) S. 445-468 und 27 (1875) S. 56-95; Franziska Geiges, Das Benediktinerinnenkloster Frauenalb von den Anfängen bis zur Reformation (Europäische Hochschulschriften 3/145), Frankfurt a. M. 1980; Franziska Geiges-Heindl, Das Benediktinerinnenkloster Frauenalb vom Dreißigjährigen Krieg bis zu seiner Auflösung, in: ZGO 147 (1999) S. 423-437; Herwig John, Sechs Jahrhunderte Benediktinerinnenabtei Frauenalb, in: Bernd Breitkopf (Hg.), Frauenalb. Streifzug durch 800 Jahre Geschichte (Beiträge zur Geschichte des Landkreises Karlsruhe 7), Ubstadt-Weiher 2008, S. 9-46.
408 Nummern
Bestand
Inventare des Großherzoglich Badischen General-Landesarchivs, 4. Band, Karlsruhe 1911, S. 291-293; Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände, bearb. von Hansmartin Schwarzmaier und Gabriele Wüst, Stuttgart 1996, S. 242-244; Moritz Gmelin, Urkunden, Regesten und Nachweisungen zur Geschichte des Klosters Frauenalb in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins23 (1871) S.263-342; Ders. Urkundenarchiv des Klosters Frauenalb, in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins24 (1872) S. 104-112; 25 (1873) S. 83-90, 321-388; 26 (1879) 5. 445-468; 27 (1875) S. 56-95.- Franziska Geiges, Das Benediktinerinnenkloster Frauenalb von den Anfängen bis zur Reformation (Frankfurt am Main 1980), insbes. S. 14-19
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
03.04.2025, 11:03 AM CEST
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