Egidius ("Gilg") Krafft, Heinrich Bissinger und der Kürschner Jakob Sonntag, alle Bürger zu Ulm und von Bürgermeister und Rat der Stadt bestellte Pfleger des Pfarrkirchenbauamts in Ulm, bekennen, dass Heinrich Bierbräu ("Bierbruwe") auf der Alten Schule [abgegangene Lateinschule, Hoheschulgasse 3] der Pfarrkirchenbaupflege zu einem Jahrtag für sich, seine verstorbene erste Ehefrau und seine jetzige Ehefrau 100 rheinische Gulden übergeben hat. Sie verpflichten sich daher, den Jahrtag nach dem Tod des Stifters jedes Jahr an seinem Todestag im Ulmer Münster feierlich begehen zu lassen. An diesem Tag sollen sie von den Erträgen des gestifteten Geldes jedes Jahr 10 Schilling Heller ausbezahlen. Davon gefallen 3 Schilling Heller an den Kaplan des Bierbräualtars im Münster, 1 Schilling Heller an den Mesner und 6 Schilling Heller an den Pfarrer und seinen Helfer für die Feier des Jahrtages.