In addition to the technically required cookies, our website also uses cookies for statistical evaluation. You can also use the website without these cookies. By clicking on "I agree" you agree that we may set cookies for analysis purposes. You can see and change your cookie settings here.
Relation (= Bericht) beider Herren Schultheissen sowie des Herrn Doktors, des Herrn Apothekers und der Balbierer, wie sie die Sach bei der Besichtigung (= dem Besuch) bei dem arbeitseligen (= armseligen, gebrechlichen) Weib des Bastlin Maurer gefunden haben
Relation (= Bericht) beider Herren Schultheissen sowie des Herrn Doktors, des Herrn Apothekers und der Balbierer, wie sie die Sach bei der Besichtigung (= dem Besuch) bei dem arbeitseligen (= armseligen, gebrechlichen) Weib des Bastlin Maurer gefunden haben
A 2 f (Hexenprozesse) Nr. A 2 f (Hexenprozesse) Nr. 7782
A 2 f (Hexenprozesse) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 23-25)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 23-25) >> Bd. 23 Hexenprozesse
1644 Juli 29
Regest: Schultheiss Franz Helmbling berichtet, als er auf Befehl der Herren neben (= zusammen mit) dem Herrn Physicus, Herrn Apotheker Efferen und beiden Balbierern Munsum und Bunn in ihre Behausung kam, habe er sie befragt, wie es mit ihr stehe und woher sie meine, dass ihr diese Schwachheit komme, da habe sie geantwortet, wie sie schon angezeigt habe, habe sie vor ihres Vaters Teilung die Stube ihrer Schwester gefegt und der Ursula des Letschin +) geholfen. Diese habe zu ihr während des Fegens gesagt: "Grethle, mach gute Arbeit, oder ich will dir eins auf den Rücken geben." Ob sie's nun getan und geschlagen habe, könne sie eigentlich (= genau, sicher) nicht sagen. Das ungefähr 15jährige Mädlin der Schwester habe gesagt, sie meine, sie hab sie geschlagen. Sie (Maurers Weib) hab auf den Abend empfunden, dass ihr der Rücken anfing weh zu tun, was je länger je mehr zunahm. Dann am Morgen hernach, als sie so kränklich in ihrer Stube sass, sei des Letschin Ursele zu ihr gekommen, hab sich hinten auf den Bank gesetzt und gesagt: "Grethlin, was ist dir?" Sie hab geantwortet, ihr Rücken tue ihr so weh. Darauf sei von der Letschlerin hervor ein Schein wie ein Wetterleichen (= Wetterleuchten) gegangen und warm in sie gefahren. Darauf habe sie gleich empfunden, daß ihr die Schenkel anfingen wehzutun, dass sie auch etliche Tag an einem Stecken hab gehen müssen und vor Läme (= Lähmung) kein Wasser mehr auf sich nehmen können. Dann habe sie sich schliesslich zu Bett legen müssen. Zwar habe sie damals die Schenkel noch regen und von selbst den Leib bewegen können. Da sei an einem Morgen das Ursele zu ihr gekommen und hab gesagt: "Grethle, wie ist dir's?" und habe darauf unter das Bett gegriffen und sei ihr mit der Hand 3mal über ihren linken Schenkel auf- und abgefahren. Als aber ihr Mann, der dabei stand, dieses Streichen für argwöhnisch (= verdächtig) gehalten habe, sei er hinzugegangen und sei ebenfalls 3mal mit der Hand an dem Schenkel auf- und abgefahren. Als des Letschin Ursule das gesehen, sei sie wieder hinzugegangen und habe unter das Unterbett gegriffen und mit der Hand 3mal über sich (= nach oben, aufwärts) an den Schenkel geschlagen. Auf dieses Schlagen habe sie gleich mehr Schmerzen empfunden. So kam es nach und nach dahin, dass sie weder den Schenkel noch den Leib mehr regen konnte. Nachdem sie diesen Zustand bekommen, sei die Letschlerin zu Agnes, der Hausfrau von Peter jung Bihler ob dem Brunnen, gekommen und hab gesagt: "O Agneslin, wie ist unser Grethlin so krank! Sie ist so ein elender Tropf, sie wird werle (= wahrlich) verlahmen (= lahm werden)." Sie habe auch dazu der Agnes auf die Achsel geklopft, wovon sie selben Tags auch etwas Schmerzen bekam. Sie wolle darauf sterben, dass die Letschlerin ihr diese Krankheit zugefügt habe. Während des Fegens sei das Töchterlein der Schwester des Grethlins auch dabei gewesen. Als die Letschlerin merkte, dass das Mädlin die Spinnen so übel fürchtete, habe sie öfters auf den Boden gelangt, unter den Bänken die grössten, hässlichsten Spinnen hervorgezogen, was nicht wohl natürlich sein könne, und dem Mädlin nachgeworfen. - Dazu auf dem Rand:"Reae resp. (= Antwort der Angeklagten):" O Gott, sei das ein so wüst Haus gewesen, sei allenthalben voller Spinnen gewesen." - Während diesem Zustand sei die Letschlerin, obwohl sie selbst spürte, dass man sie nicht gern hatte, verschiedene Male zu ihr gekommen, hab allerhand Ursachen gesucht, bisweilen eine Haue entlehnt, bisweilen Wasser holen, bisweilen Essen machen wollen. Als sie einmal wieder so daherkam, hab der Mann Bastlin zu ihr gesagt: "Ursele, ich bitt dich um Gottes Willen (solches 3mal wiederholend), hilf meinem Weib wieder! Du siehst, wie sie so ein arbeitseliger (= armseliger) Tropf ist." Darauf habe sie geantwortet:"Ich hab's nicht getan, ich kann ihr nicht helfen. Wenn ich ihr ihren gesunden Leib geben könnt, wollt ich ihn zu Augsburg droben holen." Darauf sagte der Mann:" Du darfst (= brauchst) ihn ihr nicht zu Augsburg holen, hättest ihn ihr nur zuvor lassen dürfen (= zu lassen brauchen)."
Unlängst sei eine Soldätin (= Soldatenweib) zu ihr gekommen und hab gesagt, es sei ihr auch ein solcher Zustand widerfahren. Da hab sie ein Landfahrer gewiesen, wenn sie einen Argwohn auf jemand habe, solle sie sehen, dass sie unvermerkt von selbigen Weibs Schurz oder Kleidung 3 Stücklein bekomme. Die solle sie auf eine Glut legen und mit dem Dampf das schadhafte Glied reichern (= räuchern). So werde sich der Zustand verlieren und an das Mensch kommen, das den Schaden zugefügt habe. Das habe die Soldätin mit ihr auch probiert und heimlich von des Letschins Ursulens Schurz 3 Stücklein, talergross, bekommen, in der Kranken Haus gebracht und sie damit, indem 4 Personen sie darüber hielten, gereichert (= geräuchert), kein einzig Wort dazu gesprochen, nur mit der Hand die Schenkel abwärts gestrichen. Darauf habe sie gleich Linderung empfunden, den Leib und den Schenkel, auch sogar den grossen Zehen wieder etwas bewegen können. Ja, sie hab gemeint, sie empfinde, wie das Blut griesle (= prickle?) und wieder in die Schenkel ziehe, sie habe auch in der folgenden Nacht gute Ruh gehabt und schlafen können. Dagegen sei ihr berichtet, dass das Ursule am selben Tag krank wurde, dass sie kein Wasser hab holen können und gegen das Weib des Jacob Zendel sich beklagte, es sei ihr im Rücken so weh. Darauf hab Jacob Zendels Weib ihr geantwortet: "Lug, was du für Löcher im Schurz hast; man hat dir 3 Stücklein daraus geschnitten." Darauf hab sie den Schurz aufgehoben und gesagt:" Mein Schurz wird ihr droben nicht helfen." Darauf hab es bei der Kranken (dem Weib des Bastlin Maurer) gleich wieder umgeschlagen und der Schmerz sei von Tag zu Tag größer geworden. Wenn man aber davon geschwiegen und der Letschlerin davon nichts entdeckt hätte, so wollte sie verhoffentlich (= wie sie hoffen würde) nunmehr wieder gesund sein.
Das Hürttlin von Genkinnen sag, wenn man die Letschlerin vor 3 Wochen, wie man sie das erstemal vorbeschickte (= kommen liess), gefangen gelegt hätte, wollte er ihr (des Maurers Weib) geholfen haben; aber was er bei Tag gut mache, verderbe sie während der Nacht wieder. Was denn immer bei Nacht für ein Jammer in dem Gässlein dort sei? Bisweilen laute es, als wenn die Katzen schrien, bisweilen als wenn die Hund heulten, jetzt pfeife es, jetzt sackpfeife es (= blase es Dudelsack). Auch erst am vergangenen Freitag in der Nacht sei ein solcher Jammer im Gässlein gewesen, dass der Mann nicht hab zum Laden hinausgucken können.
Sonst sagte der Mann Bastlin, er habe vor diesem die Obrigkeit gebeten, man solle ihm helfen. Wenn man sie nicht so lang umgezogen (= hingehalten) hätte, so könnte seine Frau wieder gesund sein. Wenn nun die Obrigkeit nicht richten und ihm helfen werde, so wolle er richten.
Als die Truckhmüllerischen ++) und unter ihnen auch etliche Zigeunerinnen hier im Quartier lagen, sagt die Kranke, habe sie einmal mit der Tochter ihrer Schwester und dem Weib des Stadtknechts Friedrich Gertner nach Eningen in das Holz gehen wollen, da seien auf dem Weg solche Zigeunerinnen zu ihr gekommen. Die ältere habe der Kranken die Hand nehmen wollen und gesagt, sie solle ihr 1/2 Batzen geben. Sie wolle ihr wahrsagen. Sie (die Frau des Maurer) habe sich geweigert und gesagt, wenn sie 1/2 Batzen hätte, wollte sie nicht in das Holz gehen. Darauf habe die Zigeunerin gesagt: "Du bist in einem grossen Haus gesessen, hatt gross Unglück gehabt, sind dir 7 Pferd abgegangen. Jetzt bist in einem kleinen Häuslein. Man setzt dir stark zu." Darüber sei sie heftig erschrocken und habe gedacht, wer der Zigeunerin solches sagen könnte. Darauf habe die Zigeunerin weiter gesagt: "Du hast nur ein Kind. Dem setzt man auch stark zu. Aber er kann gut lesen, es wird ihm nichts geschehen. Aber dir setzt deine nächste Freundin (= Verwandte) stark zu. Sie kommt zwar nicht viel zu dir. Sie wird aber je länger je mehr kommen. Du wirst lahm werden und dir schwerlich zu helfen sein."
Die Kranke bat, wenn sie sterbe, solle man sie öffnen. So werde man gewiss eine Materie von Haar und Glas in ihrem Rücken finden, die man in sie gezaubert habe.
Der Physicus (= Stadtarzt) Doctor Wuecherer berichtet, dass er bei Besichtigung des Schadens diesen sehr abscheulich gefunden habe. Er müsse sich die Gedanken schöpfen (= denken), es sei kein natürlicher Zustand. Wenn aber die Kranke mit Tod abgehen und nach ihrem Begehren geöffnet werden sollte, würde sich die mehrere Gewissheit entdecken.
Herr Apotheker Heinrich Efferen berichtet, er habe den Schaden auf Befehl des Rats auch besichtigt, nur dass selbiger inzwischen abscheulicher worden sei. Darüber verwundere er sich nicht so sehr. Denn man gebrauche keine besonderen Mittel dazu, und wenn ein Glied tot sei und der Mensch stetigs (= beständig) liege, müsse schliesslich der Brand oder eine Fäule dazuschlagen (= dazukommen), wie denn auch die schwarzen Masen (= Flecken) und Löcher, die bei der Patientin unterhalb Leibs, wie eines sitzt, sich befinden, aus jetzt erzählten Ursachen herrühren.
Herr Johann Munsum, Balbierer, sagt, dass ihm der Schaden, wie er ihn das erstemal besichtigte, gleich verdächtig und unnatürlich vorgekommen sei. Denn obwohl er mit dem Instrument in die Füss und die Gangadern (= Kniekehlen) gestochen und geschlagen, hab er dennoch keine Empfindlichkeit verspüren können.
Jetzt könne es nicht fehlen, dass vom stetigen Liegen schliesslich eine Fäule oder Brand zuschlagen müsse, wie denn auch beide Füss etwas dicker und hitziger (= heisser) seien als vormals. Dieser Meinung ist auch Meister Friedrich Bunn.
Aussagen der Nachbarn der verdächtigten Ursula und anderer:
Sebastian Wuecherer zeigt an, er sei im 11. Jahr in diesem Gässlein wohnhaft, habe aber seines Wissens mit dieser Ursula wohl keine 20 Wort gesprochen. Andere Leut, die Würckherin und die, die mit ihr zu tun haben, werden ihres Tuns und Lassens mehr Bericht geben können. Zwar sei es nicht ohne (= sei es richtig), dass eine Zeit her immer bei Nacht zwischen 11 und 12 Uhr ein elender Jammer in diesem Gässlein sei, indem die Katzen ein jämmerlich Geschrei verführen. Kürzlich seien sie gar in sein Haus hineingekommen und haben einander darin gegen die Türen geworfen, als wenn 2 volle (= betrunkene) Männer einander so hin und her stiessen. Er wisse nicht, was es für ein Handel sei. In 5/4 Jahren seien ihm schon 5 Schweine lahm geworden und abgegangen. Wie es damit hergegangen, wisse er nicht.
Weissgerber Sambson Grezinger sagt aus, die Ursula sei nicht besonders in sein Haus gewandelt, er hab auch nicht besonders mit ihr zu tun gehabt. Als neulich das Geschrei mit des Marxen Bastlins Weib erscholl, haben er und andere in der Nachbarschaft zusammen gesagt, wenn man die Ursula anfangs unter Handen genommen und examiniert (= verhört) hätte, so hätte sie eher geschwätzt. Denn sie wäre verstürzt (= bestürzt) gewesen. Wenn man sie fragte, hätte sie nicht gewusst, was sie sagen solle. Jetzt aber habe sie Zeit gehabt, sich zu besinnen. Er habe nun in das 8. Jahr viel Unfälle (= Unglücksfälle) in seinem Haus gehabt, könne kein Schweinle oder anderes halten. Sei es (nämlich: Unglück) ihm nicht im Stall, so sei es, Gott erbarm's, an seinen Kindern. Aber Gott im Himmel wisse, woher solches komme. Seit dieses Geschrei gehe, mache es einem allerhand Gedanken.
Hans Votteler gibt an, er sei nunmehr im 20. Jahr in diesem Gässlein gesessen (= ansässig). Vor ungefähr 10 Jahren, als er im Haus der Pfarrerin von Betzingen wohnte, hab er allerhand böse Zuständ an seinen Kindern sehen müssen, dass sie bei Nacht in ihren Ruhebettlein geschlagen, gedrückt und sonst geplagt wurden. Woher aber solches kam, wisse er nicht. Vor ungefähr 10 Tagen seien sein Soldat und dessen Weib in der Kammer oben gelegen und haben ihm - was er jedoch anfangs wegen ungewöhnlich harten Schlafs nicht hörte - vielmal zugerufen, er solle ihnen ein Licht bringen. Es sei jemand in dem Haus, das ängste sie so sehr, dass sie voller Angstschweiss seien und nicht aufstehen können. Darauf habe er ein Licht geschlagen (= mit Stein und Zunder angezündet) und sei zu ihnen gegangen, habe aber nichts gesehen. Doch hab der Soldat gesagt, er hab's hören die Stiege hinauf und über die Behni (= Bühne) hinein trappen. Von dem Jammer im Gässlein wisse er nichts, ausser dass die Nachbarn aus dem dortigen Brunnen nicht mehr trinken oder ihn gebrauchen wollen, bis die Herren ein andres machten (= ?). Vor der Ursula sei er hin und her gegangen, hab ihr einen guten Tag oder guten Abend gewünscht, aber sonst mit ihr nicht viel zu tun gehabt.
Margaretha, die Hausfrau des Hans Rieppert, sagt aus, Letschlins Ursula sei vielfach in ihr Haus gewandelt. Sie könne aber nichts Böses von ihr sagen. Sie habe auch Kinder und Vieh. Es sei ihr aber gottlob nie etwas widerfahren. Seit dieses Geschrei entstanden, sei nicht ohne (= sei richtig), dass oft ein elender Jammer in dem Gässlein sei, wie sie denn am vergangenen Dienstag nachts selbst hörte, dass die Katzen ein jämmerliches Geschrei verführten. Eine Weile hab es leins (= leise) gepfiffen, eine Weile laut. Einmal sei des Goldschmieds Grethlin gar hart an dem Ursule gewesen und habe zu ihr gesagt: "Wenn du der Leut bist (= zu den bösen Leuten = Hexen gehörst), so begehr nur ab der Welt (= zu sterben)". Darauf habe sie gesagt, sie sei der Leut nicht, und wenn man je ihr Unrecht und Gewalt tue, so hab sie der Schlosserin befohlen, wie sie ein Ding machen, was man ihr für Bett auf den Turm und hienach des Bechtlins Tochter an Bettgewand (= Bettwäsche) und Kupfergeschirr und wem ihr übriges geben solle. Auf der Gass habe sie auch gesagt, wenn sie je hinaus müsste, obwohl sie der Leut nicht sei (= nicht zu den Leuten gehöre), so wollte sie doch nicht allein naus. Die Zeugin wisse nichts von ihr, höre sie wohl beten, seufzen und heulen, habe aber nie bei ihrem Weinen Wasser (= Tränen) gesehen.
Maria, Hausfrau des Johannes jung Schmid, sagt, sie sei noch nicht lang in diesem Gässlein und wisse nichts von dieser Ursula. Gehe sie vor ihr vorüber, gebe sie ihr einen guten Tag oder guten Abend, habe auch sonst nichts als etwann (= irgendwann) die Katzen schreien gehört.
Catharina, Hausfrau des Urban Zaininger, sagt, sie sei etwa 1 1/2 Jahr in dem Gässlein und könne nichts Unrechtes von dem Letschlins Ursule sagen. Was man sie zeihe (= beschuldige), sei eine hohe (= wichtige) Sach, treffe (= gehe) Leib und Leben und die Seligkeit an. Es könne sein oder nicht sein. Seit das Geschrei gewährt habe, sei das Ursule nicht viel unter die Leut gekommen. Was sie im Haus bedürfe, lasse sie durch andere Leut holen.
Anna, Hausfrau des Michel Eckh, gibt an, sie habe jetzt 2 Jahr in dem Gässlein gewohnt, wisse nichts von dem Ursule zu sagen. Allein weil das Geschrei sei, habe sie ein unruhiges Wesen, könne nicht schaffen oder anderes tun. Von dem Jammer im Gässlein wisse sie (die Zeugin) auch nichts, sie liege hinten hinaus.
Anna, Hausfrau des Friedrich jung Hohloch, zeigt an, dass Letschlins Ursule vor 4 Jahren in ihr Haus zum Karz gegangen sei. Sie habe manchmal einen Sack voll Äpfel und anderm hingebracht und ausgeteilt. Es habe gottlob nie jemand etwas geschadet. Von ihrem (der Ursula) übrigen Wandel sei ihr auch nichts Böses bekannt. Was den Brunnen anlange, sei zwar lang kein Wasser darin gewesen. Der Glasmaler habe so ein Grollen unter die Nachbarn gemacht, indem er sagte, er möge nicht mehr aus dem Brunnen trinken, das Ursule gehe darüber.
Anna, Hausfrau des Jacob Zendel, berichtet, das Ursula sei drei Jahr zu ihr gewandelt, hab ihr und ihren Kindern zu essen gegeben, aber es hab gottlob nie etwas geschadet. In vergangener Zeit sei ihre Soldätin (= Soldatenweib) bei ihnen in dem Höflein gesessen und habe, als man von des Marxen Bastlins Weib und dem Ursule redete, gesagt, man könnte schon etwas brauchen, und wenn man 3 Stück von des Ursules Kleidern bekomme und des Marxen Bastlins Weib damit reiche (= räuche, beräuchere), so helfe es ihr, wenn das Ursule der Leut sei (= zu den Leuten = zu den Hexen gehöre). Das habe des Leichten Babele gesagt, welche mit der Soldätin selbst geredet habe. Etliche Tag hernach habe das Ursule ihr, der Zeugin, des Schlosser-Johannes Mädlin geschickt und bitten lassen, zu ihr zu kommen. Das Ursule habe dann zu ihr gesagt: "O herzliebs Mädlin, wie bin ich in einem Kreuz! Gib mir doch einen Rat!" Sie habe geantwortet: "Ich kann dir keinen Rat geben. Du musst unsern Herrgott und die Obrigkeit zu Gehilfen nehmen." Darauf hab das Ursule gesagt, sie hab nichts zu essen und hab kein Geld. Sie wolle ein Simri Kernen verkaufen, welches die Zeugin annahm. Als sie heimgekommen sei, habe sie ihrer Soldätin gesagt: "O Jesus Barblen, das Ursule hat das Schürzle an." Darauf habe die Soldätin geantwortet: "O Mutter, hättet ihr sie nur gefragt." Als sie nachher ihr das Geld für die Kernen brachte, hab sie gesagt: "O Ursule, wie hast du so ein verbrochenes Schürzlein an." Ursule antwortete: "Weiss nicht. Ich meine, ich werd's verbrannt haben." Dann hob sie das Schürzlein auf, und als sie sah, dass daraus geschnitten worden war, hab sie gerufen: "O Jesus, was hat man abermal mit mir gemacht." Sie hab dann begehrt, dass die Zeugin ihr Wasser hole. Als sie aber Wasser in ihr Haus trug und im Vorübergehen zu der unter ihrer Haustür stehenden Ursule sagte: "Jetzt will ich dir auch eins bringen, "hab die Ursule gesagt: "Du brauchst mir keins zu bringen. Des Bechtlins Mädlin hat mir schon eins gebracht." Dass ihr weh sei, davon hab sie ihr nichts geklagt.
Anna Bäurin (Baur) gibt an, das Ursule sei vor 2 Jahren zu ihr in den Karz und auch sonst mit ihr vielfach zu Holz und Feld gegangen. Die Zeugin wisse aber kein unrechtes Wort, noch weniger eine Tat von ihr zu sagen.
Barbara, Hausfrau des Hans Bechtlin, sagt, sie habe nichts von diesem Handel gewusst, bis sie am vergangenen Freitag auf den Markt kam. Da seien allbot (= oft, alle Augenblicke) 2 Weiber beieinander gestanden und haben davon geredet. Des Schrienzlins Weib hab zu ihr gesagt: "Boz belle (Kurzform für Barbara?), ich bin dort vorübergegangen. Da hat man gesagt, das Ursule hab ihrem Mädlin ein Bett und Pfulben (= Pfuhl, großes Kissen), Kupferhafen und Schapf (= Schöpfgefäss mit Stiel) vermacht." Als sie heimgehen wollte, sei ihr in der Kramergass das Fürkäufer-Grethlin begegnet und habe gesagt, was sie von dem Ursule halte. Sie habe geantwortet, sie wisse es nicht, sei lang nicht bei ihr gewesen. Die Fürkauflerin hab weiter angehalten, sie solle hingehen und vernehmen, wie es mit dem Vermächtnis sei, das sie (die Ursula) ihrem Mädlin getan habe. Darauf sei sie mit der Fürkäuflerin hingegangen. Sie haben das Ursule in der Stube sitzend gefunden. Das Ursule hab gesagt: "Da sitze ich in meinem Elend. Warum kommst nie zu mir?" Darauf hab sie gesagt: "Du bist eben in einem so gar grossen Geschrei. Es darf einer schier nicht mehr zu dir." Darauf hab sie gesagt: "Ich hab ein gut Gewissen. Man darf mir die Sachen nicht zutrauen." Darauf hab sie gesagt: "Du machst dir's eben selber. Was hast angefangen? Hast, wie ich vernommen, meinem Mädlin was vermacht." Darauf sie: "Ja, ich hab's getan, hab's dem Johannes gesagt, er soll ihr ein Bett, Pfulben und Schapf geben. Man hat mir so Angst gemacht, die Herren werden mich einziehen (= einsperren). Und wenn man's tut, so tut man mir doch Gewalt und Unrecht." Sie hab geantwortet: "Die Herren tun niemand Unrecht, wenn sie's hätten wollen, würden sie nicht so lang verzogen (= gezögert, es aufgeschoben) haben." Das Ursule sei bei ihrer Mutter selig 7 Jahr zu Haus und achtmal, als sie Kinds niedergekommen, bei ihr gewesen. Sie habe aber, dass sie solches zu einer guten Stund rede (= ?), weder an sich noch an ihren Kindern etwas Widriges der Ursula halben (= wegen) verspürt oder gedacht.
Der Glasmaler Melchior Maurer gibt an, er habe fernd (= im vorigen Jahr) eine Geiß und der Goldschmied einen Bock gehabt. Die haben oft bei Nacht ein unruhig Geschrei verführt, bis schliesslich beide Stück hinten ganz lahm geworden seien. Vor 3 Jahr hab er auch ein Füllen gehabt. Das sei am Abend noch frisch heimgeloffen und morgens tot im Stall gelegen. Zwar sei dies alles eine verborgene (= geheimnisvolle) Sach. Er könne niemand etwas bezichtigen. Seit aber dieses Geschrei von der Letschlerin erschollen sei, mache man sich allerhand Gedanken, besonders weil die Letschlerin sich selbst in so hohen Verdacht bringe. Sie laufe immer hin und her, brauche allerhand verdächtige Reden, sage, wenn sie naus müsse, obwohl sie ein gut Gewissen hab, so müssen noch mehr, auch aus der Nachbarschaft, mit ihr. Obwohl sie sehe, dass man sich vor ihr scheue und sie nicht gern habe, so komme sie doch und weiche nicht. Eben heute stehe sie dort vor des Zeugen Haus, gebe vor, man habe gestern falsch Zeugnis über sie gesagt. Ihre Reden lauten immer, dass keiner darauskomme und ohne Verdacht der Hexerei sein könne. In dem Gässlein sei oft ein elender Jammer. Es pfeife mit dem Mund, auf dem Blättlein (= ?) und anders mehr. Wie es damit hergehe, wisse er nicht. Sei eine verborgene Sache. Über den Marxen Bastlin hab die Letschlerin neulich gesagt: "Oh, der einäugig Dieb will mich zu einer Hexe machen. Warum hab ich ihm das ander Aug nicht auch vollends herausgerissen." Ferner habe sie neulich ihre Sachen verschafft (= vermacht). Wenn sie ein gut Gewissen hätte, würde es dessen nicht bedürfen und sie hätte es unterlassen.
Catharina, Hausfrau des Barthlin Schmid, sagt aus, vor 13 Jahren habe sie ein kleines Kind gehabt, welches an seinem rechten Ärmlein einen unversehenen Schaden bekam, indem dieses ganz krumm wurde. Da habe sie alle ordentlichen Mittel, besonders des Scherers (= Barbiers und Wundarzts) Knörrlin, gebraucht, welcher dem Kind das Ärmlein geschindelt (= in Schindeln = Brettchen eingebunden), ferner geöffnet und lange Zeit mit dieser Kur verbracht habe. Es habe aber nichts helfen wollen. Darum habe der Scherer schliesslich gesagt, es gehe mit diesem Schaden nicht recht zu, weil die Zeugin damals des Letschlins Ursule als Taglöhnerin 1/4 Jahr hatte. Weil der Scherer einen bösen Verdacht auf sie wegen des Kindes hatte, habe er die Zeugin ermahnt, sie solle das Ursule bitten, ihrem Kind zu helfen. Sie aber hab's nicht tun wollen. Da sei der Conrad Missel selig gekommen und hab sie gebeten. Die Letschlerin aber hab ihn hässlich empfangen und gesagt: "Du alter Dieb, wenn ich ein solches Mensch wär, wollte ich dich reiten +++), dass du das Weisse (= das Weisse im Auge) über sich kehrtest (also: die Augen verdrehen würdest)." Der Barbierer aber sei beständig auf seiner Meinung verblieben, habe auch die Letschlerin vielfältig öffentlich bezichtigt und ihr ins Gesicht gesagt: "Du hast diesen Schaden zugefügt, und was ich den Tag über gut mach, das verderbst du bei Nacht wieder." Wiewohl er dies oft wiederholte, habe die Letschlerin doch nichts darüber gesagt, sondern ganz still dazu geschwiegen. Als sie dieselbe auf des Scherers vielfältig Erinnern aus dem Haus schaffte, sei sie trotzdem öfters ungerufen wieder gekommen, bis schliesslich der dritte Hauswirt (= Ehemann) der Zeugin, Matthes selig, ihr ausgeboten habe. Sie sei dann im 13. Jahr wenig mehr zu ihr gekommen. Sonst sei sie eine getreue Taglöhnerin gewesen. Es habe sie gedünkt, wenn sie ihr alles zu Gold hätte machen können, so hätte sie das nicht unterlassen.
Agnesa, die Hausfrau des Nestlers (= Nestelmachers) Michel Helmbling, sagt, sie wisse nichts Besonderes von der Letschlerin Wandel zu sagen. Allein sie hab vor 3 Jahren 2 Schwein gehabt, von welchen das eine schnell hinterlettig (= kränkelnd) wurde, nicht mehr recht gehen wollte, hin und her schwankte. Da hab sie den Metzger geholt. Der habe dem Schwein in den Schwanz und beide Ohren geschnitten. Weil nun das Blut hübsch (= schön, gut) war, hab der Metzger gesagt, er hab keinen Taulen (= Ekel) daran, man solle es metzgen. Das haben sie getan. Des Letschlins Ursule sei dabei gestanden und habe gesagt, sie möchte sehen, was dem Säulein sei, dass es so schnell krank wurde. Als sie das Schweinlein metzgeten, habe sie der Letschlerin als einer Nachbarin auch eine Metzelsuppe, ein Stück Fleisch und eine Wurst, geschickt. Das hab sie über Nacht behalten, morgens aber ihr wieder gebracht. Darüber habe sie sich etwas entsetzt und gesagt: "Behüt uns Gott! Warum bringst's wieder, hast du etwas an dem Säulein gesehen?" Sie antwortete: "Nein, du hast selbst einen heillosen (= kranken) Mann. Koch's ihm?" Das habe ihr dann seltsame Gedanken erweckt. Sie habe zwar das Fleisch ihrem Mann gewiesen (= gezeigt) und den Verlauf erzählt, aber es nicht gekocht. Denn sie habe ihr hierdurch einen Ekel über dieses Schweinefleisch verursacht. Seit dieses Geschrei erschollen sei und sie soviel Jahr einen so heillosen Mann habe, mache man sich allerhand Gedanken. Sie habe im übrigen die Letschlerin als eine Nachbarin immer für eine Witib gehen lassen.
Ursula, Hausfrau des Conrad Dauser, gibt an, vor 10 Jahren habe sie einen Hutmacher-Gesellen gehabt, der Michel hiess, aus dem Elsass bei Hagenau gebürtig, sonst ein frommer Gesell war und schliesslich hier starb. Als dieser sah, dass die Letschlerin öfters zu ihr in ihre Behausung kam, habe er einmal in guter Meinung (= Absicht) zu ihr gesagt: "Meisterin, lasst dieses Mensch draussen! Sie ist eine Hex." Darauf habe sie gesagt: "Oh, behüt uns Gott! Michel, schweiget still, lasset's nicht vor euer Maul kommen!" Als die Letschlerin wieder einmal in das Haus der Zeugin kam und mit ihr oben in der Stube schwätzte, habe der Gesell unten etwas gemacht. Als die Letschlerin heimgehen wollte, sei hinter der Haustür ein neuer Besen gelehnt. Als sie (die Zeugin) ihr das Geleit gegeben, habe die Letschlerin den Besen hinter der Tür hervorgenommen und gesagt: "Was machst mit diesem Besen dahinten, warum fegst die Spinnweben nicht damit ab?" und den Besen hinten in die Tenne geschmissen. Die Zeugin habe gesagt: "Was irrt (= stört) dich der Besen? Es ist ein Handwerk da. Wer wollte immer abfegen können?" Die Letschlerin sei dann geraume Zeit nicht mehr in ihr Haus gekommen. Einmal habe die Zeugin sie auf der Gass angetroffen und zu ihr gesagt: "Ursule, warum kommst nie mehr zu mir?" Darauf hab sie gesagt: "Ich weiss nicht. Dein Gesell sieht mich ohnedies nicht gern." Sie hab das zwar die Zeit her gewusst, aber nichts davon gesagt, bis jetzt dieses Geschrei wegen des Weibs des Marxen-Bastlin erschollen sei. Da hab sie gesagt: "Boz (= Potz), mein Gesell hat dieses Ursule vor 10 Jahren für ein solches Mensch gehalten."
Agnesa, das Mädlin der Fürkäuflerin, ungefähr 15 Jahr alt, aus Türingen (Tieringen) gebürtig, gibt an, sie habe der Letschlerin durch ein Loch in der Wand in ihr Haus in den Ern (= Öhrn, Hausflur) und dabei gesehen, dass die Ursula die Stiege herunter dem Keller zu gegangen sei. Sobald sie aber die Kellertür aufmachen wollte, sei sie zurückgefallen und hab immer geschrien: "Lass mich gehen!" Die Zeugin habe keinen Menschen um das Ursule gesehen, mit dem sie so hätte reden sollen. Die Zeugin habe gewartet, bis die Ursula wieder aufgestanden und mit Schrecken und Zittern die Stiege wieder hinaufgegangen sei. Nachdem die Zeugin diesen Handel den Nachbarn erzählt hatte, habe das Ursule ihr hart gedroht: "Hab acht, ich will dich niederschlagen. Du lügst in deinen Hals hinein." Die Zeugin aber hab sich nicht gefürchtet, sondern sei stracks darauf in das Haus hineingegangen, habe sich bei der Kellertür auf den Boden gelegt, wo das Ursule gelegen sei, und gesagt: "Siehst, so hast's gemacht, mit den Armen gezittert und geschrien: Lass mich gehen, da ich doch keinen Menschen bei dir gesehen hab." Das wisse sie, weiter nichts.
Weitere Inquisitions-Punkte.
Herr Bürgermeister Abraham Zendel berichtet, die Schwester, der verhafteten Ursula Letschlin zu Hinterweiler habe ihm angezeigt, ihre Schwester Ursula habe ihr einmal eine Zieche (= Überzug) samt einem Rock und Wäglein entwendet. Gleichfalls soll sie dem Sohn ihrer Schwester zu Gomaringen, Stefan Mayer, einen Kupferhafen, einen Kessel und eine Kanne entwendet haben.
Herr Schulth. Franz Helmbling zeigt an, Marx Ernst von Eningen habe sich gegen ihn beklagt, dass er 10 fl in dem Haus der Ursula verloren habe, als er sich eine Zeitlang bei ihr aufhielt. Er habe begehrt, dass man sie auch darauf examinieren solle.
Die Hausfrau des Bastlin Genckheler zeigt an, vor ungefähr 13 Jahren habe des Letschlins Ursula ihr im Kindbett abgewartet (= sie gepflegt). Als sie nun ihr Kind auf die 14 Tag (= nach 14 Tagen?) nicht mehr recht säugen konnte, sondern an ihren Brüsten grossen Schmerz litt, habe sie das dem Singen-Babele geklagt. Darauf habe diese gesagt: "Was tust mit der Unholdin, dem Letschlins Ursule, im Haus?" Die Zeugin bat dann das Ursule um Rat und Hilfe und versprach ihr ihren veilchenblauen, ländischen Rock. Die Ursula ging nun, um ein Saugglas zu holen und damit ihr die Brüste auszusaugen. Dann werde sie das Kind wieder säugen können. Aber inzwischen habe das Kind schon saugen können, so dass man das Saugglas nicht benötigte. Die Zeugin habe darauf der Ursula 2 fl gegeben und sie fortgeschickt.
38 S.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Bemerkungen: +) Ursula Letschlerin, des Letschlin Ursula ist wohl identisch mit der Ursula, Witib des Noe Zeib.
++) Truckmüller war bayrischer Oberst. Einquartierung 1642. Vgl. OA-Beschr. II S. 138
+++) Wen die Hexen reiten, der bekommt Alpdrücken. Vgl. Fischer: Schw. WB unter "Hexe"
Genetisches Stadium: Or.
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.