Appellationis Auseinandersetzung um Ableitung des Regenwassers
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(1) 0785
Wismar F 15 (W F 1 n. 15)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 06. 1. Kläger F
(1671-1673) 09.05.1673-03.02.1674
Kläger: (2) Hinrich Fincke, Schiffer zu Wismar (Kl. in 1. Instanz)
Beklagter: Oloff Ahrens (Bekl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Adam von Bremen (A & P)
Fallbeschreibung: Kl. besitzt ein Haus in der Grützmacherstraße und besteht auf sein hergebrachtes Recht, sein Regenwasser über das Grundstück des Bekl. abzuleiten. Bevor er das Haus erworben hat, war es wüst und Bekl. hatte die Gelegenheit genutzt, den Abfluß zuzumauern, darauf einen Schweinestall zu setzen und das Wasser über ein benachbartes Grundstück abzuleiten. Kl. versucht sich mit Bekl. wegen des Abflusses zu einigen, scheitert aber und verklagt ihn vor dem Ratsgericht, das ihn dazu verurteilt, sein Regenwasser so abzuführen, "daß er keinem der Nachbarn molest falle". Dagegen appelliert er an das Tribunal, das am 03.06. die Akten der Vorinstanz anfordert, die es am 11.06. erhält. Am 03. und 12.07, 04.09. und 21.10. bittet Kl. um Prozeßbeschleunigung, am 11.11. teilt Tribunal mit, daß es die Appellation nicht annehme. Am 12.11.1673 bittet Kl. das Ratsgericht anzuweisen, ihm zu seinem Recht zu verhelfen und erreicht ein entsprechendes Reskript am 03.02.1674.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1671-1673 2. Tribunal 1673-1674
Prozessbeilagen: (7) von Notar Gottfried Reichardt aufgenommene Appellation vom 25.03.1673; Ratsgerichtsurteile vom 26.06., 15. und 29.07., 14.08.1671, 12.06.1672, 24.03.1673; von Bauschreiber Conrad Willer aufgenommenes Protokoll einer Inaugenscheinnahme der Grundstücke vom 05.06.1671; Auszug aus Klagen des Oloff Ahrens an das Ratsgericht vom 06.09.1671 und 22.02.1672; von Notar Johannes Schacht aufgenommene Befragung der Zeugen Thomas Rode, Tuchmacher, Katharina Westphal, Ehefrau des Schiffers Hans Kreckel, Bildhauer Sven Andersen, Jürgen Schönfeld und Engel Teltow vom 27.03.1673; Auszug aus Supplik des Kl.s an das Ratsgericht vom 15.06.1671
Beklagter: Oloff Ahrens (Bekl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Adam von Bremen (A & P)
Fallbeschreibung: Kl. besitzt ein Haus in der Grützmacherstraße und besteht auf sein hergebrachtes Recht, sein Regenwasser über das Grundstück des Bekl. abzuleiten. Bevor er das Haus erworben hat, war es wüst und Bekl. hatte die Gelegenheit genutzt, den Abfluß zuzumauern, darauf einen Schweinestall zu setzen und das Wasser über ein benachbartes Grundstück abzuleiten. Kl. versucht sich mit Bekl. wegen des Abflusses zu einigen, scheitert aber und verklagt ihn vor dem Ratsgericht, das ihn dazu verurteilt, sein Regenwasser so abzuführen, "daß er keinem der Nachbarn molest falle". Dagegen appelliert er an das Tribunal, das am 03.06. die Akten der Vorinstanz anfordert, die es am 11.06. erhält. Am 03. und 12.07, 04.09. und 21.10. bittet Kl. um Prozeßbeschleunigung, am 11.11. teilt Tribunal mit, daß es die Appellation nicht annehme. Am 12.11.1673 bittet Kl. das Ratsgericht anzuweisen, ihm zu seinem Recht zu verhelfen und erreicht ein entsprechendes Reskript am 03.02.1674.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1671-1673 2. Tribunal 1673-1674
Prozessbeilagen: (7) von Notar Gottfried Reichardt aufgenommene Appellation vom 25.03.1673; Ratsgerichtsurteile vom 26.06., 15. und 29.07., 14.08.1671, 12.06.1672, 24.03.1673; von Bauschreiber Conrad Willer aufgenommenes Protokoll einer Inaugenscheinnahme der Grundstücke vom 05.06.1671; Auszug aus Klagen des Oloff Ahrens an das Ratsgericht vom 06.09.1671 und 22.02.1672; von Notar Johannes Schacht aufgenommene Befragung der Zeugen Thomas Rode, Tuchmacher, Katharina Westphal, Ehefrau des Schiffers Hans Kreckel, Bildhauer Sven Andersen, Jürgen Schönfeld und Engel Teltow vom 27.03.1673; Auszug aus Supplik des Kl.s an das Ratsgericht vom 15.06.1671
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.10.2025, 11:27 MEZ