DSHI 540 Kurländisches Herzogliches Archiv (Bestand)
Show full title
Dokumentesammlung des Herder-Instituts [Isil-Code DE-1988] (Archivtektonik) >> DSHI 540 Kurländisch Herzogliches Archiv (Kopienbestand)
Bestandsbeschreibung: Kurländisches Herzogliches Archiv (KHA)
Das Herzogtum Kurland (und Semgallen) ist 1561 aus Teilen Alt-Livlands entstanden und blieb bis zu seiner Auflösung im Zuge der Dritten Teilung Polens 1795 Lehnsherzogtum der Krone Polen. Von Bedeutung waren die Herzogsfamilien der Kettler, unter denen das Herzogtum im 17. Jh. in Westafrika und Westindien vorübergehend Kolonien besaß, und der Biron. Mitau entwickelte sich zur Metropole und blieb auch später die Hauptstadt Kurlands.
Das KHA entstand aus der Überlieferung der herzoglichen Kanzlei. Ein wechselvolles Schicksal führte zu mancherlei Verlusten. Die Bedeutung des Archivs für die historische Forschung hat als erster Theodor Schiemann (* 1847 in Grobin, + 1921 in Berlin, DBBL, S. 676 f.) erkannt und in zahlreichen Beiträgen unterstrichen. Er war im Auftrag der Kurländ. Gesellschaft für Literatur und Kunst von 1872 bis 1875 (und noch einmal 1881) als Archivar in Mitau mit der Ordnung des Herzogl. Archivs beschäftigt und publizierte als erster Übersichten über die Bestände. Unter der Leitung von Heinrich Diederichs (* 1840 in Mitau, + 1914 ebd., DBBL, S. 167 f.) von der Kurländ. Gesellschaft schloß Hugo Lichtenstein (* 1869 in Hasenpoth, + 1902 als Stadtarchivar von Dorpat, DBBL, S. 450) Schiemanns Arbeiten von März 1899 bis Mai 1900 ab. Auf Befehl der russischen Regierung mußte das Archiv 1909 nach St. Petersburg verbracht werden. Es gelangte erst 1929 ins Staatsarchiv in Riga. Durch kriegsbedingte Auslagerung nach Troppau im Reichsgau Sudetenland ist 1944/45 ein Teil des Bestandes (ca. 25 %) verlorengegangen.
Einige Urkunden, darunter eine Bulle von Papst Innozenz VI. von 1354 und ein Dokument über die Wahl Gotthard Kettlers zum Koadjutor des Ordens 1558; Briefe von Ordensmeistern, Erzbischöfen von Riga, Bischöfen von Reval u. a. das Bistum Kurland betreffend 1514-1589; Landtagsrezesse, Landtagsschlüsse sowie Landschaftsakten hauptsächlich aus der Zeit von 1567 bis 1794; Beziehungen (Korrespondenz und Berichte) zu Anhalt, Baden, Brandenburg, Braunschweig, Hessen-Kassel, Kurpfalz, Livland, Mecklenburg, Polen, Pommern-Stettin, Herzogtum Preußen, Sachsen, Schweden, Schlesien-Jägerndorf und -Teschen, Schleswig-Holstein, Berlin, Danzig, Dresden, Hamburg, Kleve, Königsberg, Lübeck, Lüneburg, Stockholm, Warschau, Wien 1577-1681; Register des alten KHA u.a.
265 AE, 1354 (1355)-1815
Ungedruckte Findhilfsmittel. Katalog des herzoglichen Archivs in Mitau, [nach Vorarbeiten von Theodor Schiemann] bearb. von Hugo Lichtenstein, HS 1900/1901, IX, 113 S. (Sign. der Originalhandschrift: Kurländ. Gesellschaft für Literatur und Kunst, Abt. E, Dok. 32 b; Sign. der Marburger Kopie: DSHI Hilfsmittel 4,1); [auf der Grundlage des vorgenannten Katalogs erschien der Druck in russischer Übersetzung:] Gercogskij archiv v Mitave [Herzogliches Archiv in Mitau], Mitava 1903 (DSHI Hilfsmittel 4); H[einrich] Diederichs: Das herzogliche Archiv in Mitau, in: Gercogskij archiv v Mitave (wie vor), S. 17-20; Central’nyj gosudarstvennyj istoričeskij archiv Latvijskoj SSR., S. 13-15; Grimsted: Archives and Manuscript Repositories, S. 172, 181, 189, 220, 226-228; Enš: Iz istorii archivnogo dela, S. 52-56; von Hueck: Die im Staatsarchiv Marburg deponierten baltischen ritterschaftlichen Archivbestände, S. 2 ff.; v. Hoyningen gen. Huene: Die Archiv- und Bibliotheksbestände der Baltischen Ritterschaften und des Verbandes; Beata Krajevska, Teodors Zeids: Zwei Kurländische Archive und ihre Schicksale, in: Das Herzogtum Kurland (wie unter e), S. 13-28, insbesondere S. 13-24; Pijola: Deutschbaltische Archivalien, S. 179-181.
Literatur: Baltisches historisches Ortslexikon. Teil II Lettland, S. 312 f.; Das Herzogtum Kurland 1561-1795. Verfassung, Wirtschaft, Gesellschaft, hrsg. von Erwin Oberländer u. Ilgvars Misāns, Lüneburg 1993.
Das Herzogtum Kurland (und Semgallen) ist 1561 aus Teilen Alt-Livlands entstanden und blieb bis zu seiner Auflösung im Zuge der Dritten Teilung Polens 1795 Lehnsherzogtum der Krone Polen. Von Bedeutung waren die Herzogsfamilien der Kettler, unter denen das Herzogtum im 17. Jh. in Westafrika und Westindien vorübergehend Kolonien besaß, und der Biron. Mitau entwickelte sich zur Metropole und blieb auch später die Hauptstadt Kurlands.
Das KHA entstand aus der Überlieferung der herzoglichen Kanzlei. Ein wechselvolles Schicksal führte zu mancherlei Verlusten. Die Bedeutung des Archivs für die historische Forschung hat als erster Theodor Schiemann (* 1847 in Grobin, + 1921 in Berlin, DBBL, S. 676 f.) erkannt und in zahlreichen Beiträgen unterstrichen. Er war im Auftrag der Kurländ. Gesellschaft für Literatur und Kunst von 1872 bis 1875 (und noch einmal 1881) als Archivar in Mitau mit der Ordnung des Herzogl. Archivs beschäftigt und publizierte als erster Übersichten über die Bestände. Unter der Leitung von Heinrich Diederichs (* 1840 in Mitau, + 1914 ebd., DBBL, S. 167 f.) von der Kurländ. Gesellschaft schloß Hugo Lichtenstein (* 1869 in Hasenpoth, + 1902 als Stadtarchivar von Dorpat, DBBL, S. 450) Schiemanns Arbeiten von März 1899 bis Mai 1900 ab. Auf Befehl der russischen Regierung mußte das Archiv 1909 nach St. Petersburg verbracht werden. Es gelangte erst 1929 ins Staatsarchiv in Riga. Durch kriegsbedingte Auslagerung nach Troppau im Reichsgau Sudetenland ist 1944/45 ein Teil des Bestandes (ca. 25 %) verlorengegangen.
Einige Urkunden, darunter eine Bulle von Papst Innozenz VI. von 1354 und ein Dokument über die Wahl Gotthard Kettlers zum Koadjutor des Ordens 1558; Briefe von Ordensmeistern, Erzbischöfen von Riga, Bischöfen von Reval u. a. das Bistum Kurland betreffend 1514-1589; Landtagsrezesse, Landtagsschlüsse sowie Landschaftsakten hauptsächlich aus der Zeit von 1567 bis 1794; Beziehungen (Korrespondenz und Berichte) zu Anhalt, Baden, Brandenburg, Braunschweig, Hessen-Kassel, Kurpfalz, Livland, Mecklenburg, Polen, Pommern-Stettin, Herzogtum Preußen, Sachsen, Schweden, Schlesien-Jägerndorf und -Teschen, Schleswig-Holstein, Berlin, Danzig, Dresden, Hamburg, Kleve, Königsberg, Lübeck, Lüneburg, Stockholm, Warschau, Wien 1577-1681; Register des alten KHA u.a.
265 AE, 1354 (1355)-1815
Ungedruckte Findhilfsmittel. Katalog des herzoglichen Archivs in Mitau, [nach Vorarbeiten von Theodor Schiemann] bearb. von Hugo Lichtenstein, HS 1900/1901, IX, 113 S. (Sign. der Originalhandschrift: Kurländ. Gesellschaft für Literatur und Kunst, Abt. E, Dok. 32 b; Sign. der Marburger Kopie: DSHI Hilfsmittel 4,1); [auf der Grundlage des vorgenannten Katalogs erschien der Druck in russischer Übersetzung:] Gercogskij archiv v Mitave [Herzogliches Archiv in Mitau], Mitava 1903 (DSHI Hilfsmittel 4); H[einrich] Diederichs: Das herzogliche Archiv in Mitau, in: Gercogskij archiv v Mitave (wie vor), S. 17-20; Central’nyj gosudarstvennyj istoričeskij archiv Latvijskoj SSR., S. 13-15; Grimsted: Archives and Manuscript Repositories, S. 172, 181, 189, 220, 226-228; Enš: Iz istorii archivnogo dela, S. 52-56; von Hueck: Die im Staatsarchiv Marburg deponierten baltischen ritterschaftlichen Archivbestände, S. 2 ff.; v. Hoyningen gen. Huene: Die Archiv- und Bibliotheksbestände der Baltischen Ritterschaften und des Verbandes; Beata Krajevska, Teodors Zeids: Zwei Kurländische Archive und ihre Schicksale, in: Das Herzogtum Kurland (wie unter e), S. 13-28, insbesondere S. 13-24; Pijola: Deutschbaltische Archivalien, S. 179-181.
Literatur: Baltisches historisches Ortslexikon. Teil II Lettland, S. 312 f.; Das Herzogtum Kurland 1561-1795. Verfassung, Wirtschaft, Gesellschaft, hrsg. von Erwin Oberländer u. Ilgvars Misāns, Lüneburg 1993.
Archivbestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
18.02.2026, 3:26 PM CET
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Dokumentesammlung des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung (DSHI)
- Dokumentesammlung des Herder-Instituts [Isil-Code DE-1988] (Archivtektonik)
- DSHI 540 Kurländisch Herzogliches Archiv (Kopienbestand) (Archival tectonics)
- DSHI 540 Kurländisches Herzogliches Archiv (Archival holding)