Jordanus Bischof von Albano und summus pönitentiarius Papst Martins V. beurkundet, dass zwölf genannte Laien der beiden Orte Winterhausen und Sommerhausen, die auf Befehl Graf Wilhelm von Castell einen Priester Johann Hewßel, Pfarrer zu Winterhausen gefangen genommen, und gebunden an Händen und Füßen in den Kirchenturm zu Sommerhausen aufgehalten haben, nachdem sie ihre vorher tödlich verletzt hatten, worauf er losgebunden aber nicht frei verstarb, baten, sie von der deshalb gegen sie verhängten Exkommunikation zu lösen. Der Pönitentiar spricht sie frei unter der Bedingung, dass 1) sie alle Hauptkirchen jenes Orts (Winterhausen), wo die Freveltat geschah, unbekleidet außer mit einer Hose, mit Ruten in den Händen und Riemen (corrigia) um den Hals betreten und vor den Kirchenpforten während der Pfarrer den Bußpsalm betet, sich geißeln lassen und öffentlich ihre Schuld bekennen, 2) gegenüber dem Pfarrer der Kirche ihrer etwaigen Lehen und des Patronatsrechts auf ewig verlustig sein 3) ihre Kinder kein kirchlichen Pfründe innehaben dürfen außer mit päpstlicher Dispense, 4) sie soviel Geld zur Rüstung des Heeres gegen die Böhmen, d.h. die häretischen Hussiten (hussitae) geben, als sie für einen Besuch des apostolischen Stuhls hätten aufwenden müssen.
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Jordanus Bischof von Albano und summus pönitentiarius Papst Martins V. beurkundet, dass zwölf genannte Laien der beiden Orte Winterhausen und Sommerhausen, die auf Befehl Graf Wilhelm von Castell einen Priester Johann Hewßel, Pfarrer zu Winterhausen gefangen genommen, und gebunden an Händen und Füßen in den Kirchenturm zu Sommerhausen aufgehalten haben, nachdem sie ihre vorher tödlich verletzt hatten, worauf er losgebunden aber nicht frei verstarb, baten, sie von der deshalb gegen sie verhängten Exkommunikation zu lösen. Der Pönitentiar spricht sie frei unter der Bedingung, dass 1) sie alle Hauptkirchen jenes Orts (Winterhausen), wo die Freveltat geschah, unbekleidet außer mit einer Hose, mit Ruten in den Händen und Riemen (corrigia) um den Hals betreten und vor den Kirchenpforten während der Pfarrer den Bußpsalm betet, sich geißeln lassen und öffentlich ihre Schuld bekennen, 2) gegenüber dem Pfarrer der Kirche ihrer etwaigen Lehen und des Patronatsrechts auf ewig verlustig sein 3) ihre Kinder kein kirchlichen Pfründe innehaben dürfen außer mit päpstlicher Dispense, 4) sie soviel Geld zur Rüstung des Heeres gegen die Böhmen, d.h. die häretischen Hussiten (hussitae) geben, als sie für einen Besuch des apostolischen Stuhls hätten aufwenden müssen.
Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, B 113 I U 798-Insert
B 113 I Bü 960
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, B 113 I Limpurg-Obersontheim, Erbschenken
Limpurg-Obersontheim, Erbschenken >> 16. Religions-, Kirchen- und Schulwesen nebst Wohltätigkeitspflege >> 16.9 Franken - Sommerhausen >> 16.9.3 Die Pfarrei Winterhausen >> Johann von Montabaur (de Monthabur), decretorum Doktor und Generalkommissar in spiritualibus des Bischofs Johann von Würzburg, beurkundet, dass ihm von Seiten der Dorfbewohner von Winterhausen und Sommerhausen eine Urkunde (die ganz inseriert ist) von Jordanus Bischof von Albano und summus pönitentiarius Papst Martins V. vorgewiesen worden sei. Der bischöfliche Generalkommissar spricht neun der Bürger nach Erfüllung der genannten Bedingungen bzw. Erklärung ihres Gehorsams von der Exkommunikation los und erteilt zum Zeugnis darüber die Urkunde.
1429 Januar 11 (III. Idus Januarii)
Urkunden
Ausstellungsort: Rom
Aussteller: Jordanus Bischof von Albano und summus pönitentiarius Papst Martins V.
Siegler: Jordanus Bischof von Albano und summus pönitentiarius Papst Martins V.
Überlieferungsart: Insert
Aussteller: Jordanus Bischof von Albano und summus pönitentiarius Papst Martins V.
Siegler: Jordanus Bischof von Albano und summus pönitentiarius Papst Martins V.
Überlieferungsart: Insert
Johann von Montabaur (de Monthabur), decretorum Doktor und Generalkommissar in spiritualibus des Bischofs Johann von Würzburg, beurkundet, dass ihm von Seiten der Dorfbewohner von Winterhausen und Sommerhausen eine Urkunde (die ganz inseriert ist) von Jordanus Bischof von Albano und summus pönitentiarius Papst Martins V. vorgewiesen worden sei. Der bischöfliche Generalkommissar spricht neun der Bürger nach Erfüllung der genannten Bedingungen bzw. Erklärung ihres Gehorsams von der Exkommunikation los und erteilt zum Zeugnis darüber die Urkunde.
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BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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- 16. Religions-, Kirchen- und Schulwesen nebst Wohltätigkeitspflege (Classification)
- 16.9 Franken - Sommerhausen (Classification)
- 16.9.3 Die Pfarrei Winterhausen (Classification)
- Johann von Montabaur (de Monthabur), decretorum Doktor und Generalkommissar in spiritualibus des Bischofs Johann von Würzburg, beurkundet, dass ihm von Seiten der Dorfbewohner von Winterhausen und Sommerhausen eine Urkunde (die ganz inseriert ist) von Jordanus Bischof von Albano und summus pönitentiarius Papst Martins V. vorgewiesen worden sei. Der bischöfliche Generalkommissar spricht neun der Bürger nach Erfüllung der genannten Bedingungen bzw. Erklärung ihres Gehorsams von der Exkommunikation los und erteilt zum Zeugnis darüber die Urkunde. (Record)