Pelster, Josef (Bestand)
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N 145 N 145 Pelster, Josef
Kreisarchiv Warendorf (Archivtektonik)
1828-2002
Form und Inhalt: Vorwort zum Bestand
N 145 Josef Pelster
Biografie:
Am 7. Dezember 1883 wurde Josef Pelster als siebtes Kind des Kötters Johann Stephan Pelster geboren. Er wuchs mit seinen acht Geschwistern auf dem elterlichen Kotten in Gröblingen auf.
Schon in seiner Kindheit war Josef Pelster sehr heimat- und naturverbunden und zog die Beobachtung der Pflanzen- und Tierwelt der Mitarbeit auf dem elterlichen Hof vor.
Nach seiner Volksschulzeit besucht er von 1899 bis 1900 die Präparandenschule in Warendorf und 1901 die Präparandie in Langenhorst.
Unterstützt durch seinen älteren Bruder Heinrich, besuchte Josef Pelster von 1901 bis 1904 das Lehrerseminar in Warendorf.
Direkt im Anschluss fand er eine Anstellung als Lehrer an der Landschule in Vohren. Diese Stellung behielt er fast sein ganzes Berufsleben. Nach 41 Jahren verließ Josef Pelster, als äußerst beliebter und anerkannter Lehrer, Anfang Mai 1945 die Schule in Vohren.
Bis zu seiner Auflösung 1933 war Josef Pelster Mitglied im Katholischen Lehrerverband des Deutschen Reiches, danach wurde er zwangsläufig Mitglied im Nationalistischem Lehrerbund, eine Mitgliedschaft in der NSDAP verweigerte der bekennende Christer und Gegner des Naziregimes stets.
So wurde er 1945 von der britischen Militärregierung als kommissarischer Schulrat für den Kreis Warendorf ernannt. Ihm waren sämtliche Schulen des Kreises unterstellt; die Mitarbeit bei der Entnazifizierung der Lehrer, der Wiederaufbau des Schulwesens sowie die Erwachsenenbildung zählten zu seinen Aufgaben.
Am 2. April wurde er nach einem ausgefüllten Berufsleben in den Ruhestand versetzt.
Neben dem Lehrerberuf war seine zweite große Leidenschaft die Natur- und Heimatforschung.
Nach dem Krieg hatte er das Amt des Kreisheimatpflegers inne und war am (Wieder)Aufbau vieler Ortsheimatverein beteiligt. Auch Regional war er in der Heimatpflege engagiert, bis 1950 gehörte er dem Verwaltungsrat des Westfälischen Heimatbundes an.
Zudem erkannte er früh die Wichtigkeit des Naturschutzes und setzte sich als Kreisbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege für die Belange einer intakten Umwelt ein.
Als begeisterter Wanderer und Jäger unternahm Josef Pelster viele Streifzüge durch die heimische Landschaft. Dabei machte er zahlreichte Fotos und verfasste unzählige Berichte.
Eines seiner Hauptinteressen war die Vogelkunde. Als Ornithologe war Josef Pelster in der Fachwelt häufig gefragt und von 1949 bis 1955 war er Leiter der "Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Münster".
Josef Pelster heiratete am 27. Mai 1909 Theresia Kramer aus Vohren. Mit den Kindern Anna (* 20. Juni 1913) und Josef (* 28. November 1918) lebte das Ehepaar in der Dienstwohnung der Vohrener Schule. Der Sohn fällt im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront. Im Jahr 1952 traf Josef Pelster ein weitere Schicksalsschlag: seine Frau verstarb am ersten Weihnachtstag.
Josef Pelster stirbt am 1. Mai 1965.
Bestandsgeschichte:
Die Tochter von Josef Pelster, Anna Quaedvlieg, hat den Nachlass ihres Vaters Franz Bülte überlassen.
Franz Bülte hat von 1954 bis 1969 als Lehrer an der Schule in Vohren unterrichtet. Mit Josef Pelster stand er bis zu dessen Tod 1965 in enger Verbindung.
Im Jahr 2010 hat Josef Bülte zusammen mit dem Kreisgeschichtsverein Beckum-Warendorf e.V. eine Biographie über Josef Pelster veröffentlicht.
Ein Jahr zuvor wurde der Nachlass dem Kreisarchiv Warendorf als Depositum übergeben.
Der Bestand umfasst auf der einen Seite persönliche Unterlagen. Neben Tagebucheinträgen und Korrespondenzen finden sich auch Familienunterlagen.
Unterlagen zu seiner beruflichen Tätigkeit und eine Zeitungssammlung erweitern den Nachlass.
Zur Heimat- und Naturforschung finden sich viele Ausarbeitungen und Veröffentlichungen in dem Bestand.
Einen Großteil des Nachlasses machen die Fotos aus. Viele Fotos zeigen seine Familie, aber auch Freunde und Bekannte, Landwirtschaftliche und Gewerbliche Arbeiten und Schulfahrten finden sich wieder.
Der Schwerpunkt der Fotos liegt auf den Landschaftsaufnahmen: Bildstöcke und Kreuze, Gehöfte, Straßen, Kirchen und Schlösser sowie Gewässer, Planzen und Tiere.
Die Dokumente wurden 2015 von Murat Ibik verzeichnet, die Eingabe der Bilder wurde von Werner Ströker übernommen.
Der Bestand umfasst 3068 Einheiten.
Nutzung des Bestandes und Zitierweise
Der Bestand unterliegt keinerlei Nutzungsbeschränkung und kann zu den Öffnungszeiten des Kreisarchivs im Lesesaal eingesehen werden.
Der Bestand ist folgendermaßen zu zitieren:
Kreisarchiv Warendorf, N 145 Josef Pelster Nr.
Literatur
Franz Bülte: "Zum Lobe der Heimat. Josef Pelster (1883-1965) - Leben und Werk", Warendorf, 2010.
N 145 Josef Pelster
Biografie:
Am 7. Dezember 1883 wurde Josef Pelster als siebtes Kind des Kötters Johann Stephan Pelster geboren. Er wuchs mit seinen acht Geschwistern auf dem elterlichen Kotten in Gröblingen auf.
Schon in seiner Kindheit war Josef Pelster sehr heimat- und naturverbunden und zog die Beobachtung der Pflanzen- und Tierwelt der Mitarbeit auf dem elterlichen Hof vor.
Nach seiner Volksschulzeit besucht er von 1899 bis 1900 die Präparandenschule in Warendorf und 1901 die Präparandie in Langenhorst.
Unterstützt durch seinen älteren Bruder Heinrich, besuchte Josef Pelster von 1901 bis 1904 das Lehrerseminar in Warendorf.
Direkt im Anschluss fand er eine Anstellung als Lehrer an der Landschule in Vohren. Diese Stellung behielt er fast sein ganzes Berufsleben. Nach 41 Jahren verließ Josef Pelster, als äußerst beliebter und anerkannter Lehrer, Anfang Mai 1945 die Schule in Vohren.
Bis zu seiner Auflösung 1933 war Josef Pelster Mitglied im Katholischen Lehrerverband des Deutschen Reiches, danach wurde er zwangsläufig Mitglied im Nationalistischem Lehrerbund, eine Mitgliedschaft in der NSDAP verweigerte der bekennende Christer und Gegner des Naziregimes stets.
So wurde er 1945 von der britischen Militärregierung als kommissarischer Schulrat für den Kreis Warendorf ernannt. Ihm waren sämtliche Schulen des Kreises unterstellt; die Mitarbeit bei der Entnazifizierung der Lehrer, der Wiederaufbau des Schulwesens sowie die Erwachsenenbildung zählten zu seinen Aufgaben.
Am 2. April wurde er nach einem ausgefüllten Berufsleben in den Ruhestand versetzt.
Neben dem Lehrerberuf war seine zweite große Leidenschaft die Natur- und Heimatforschung.
Nach dem Krieg hatte er das Amt des Kreisheimatpflegers inne und war am (Wieder)Aufbau vieler Ortsheimatverein beteiligt. Auch Regional war er in der Heimatpflege engagiert, bis 1950 gehörte er dem Verwaltungsrat des Westfälischen Heimatbundes an.
Zudem erkannte er früh die Wichtigkeit des Naturschutzes und setzte sich als Kreisbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege für die Belange einer intakten Umwelt ein.
Als begeisterter Wanderer und Jäger unternahm Josef Pelster viele Streifzüge durch die heimische Landschaft. Dabei machte er zahlreichte Fotos und verfasste unzählige Berichte.
Eines seiner Hauptinteressen war die Vogelkunde. Als Ornithologe war Josef Pelster in der Fachwelt häufig gefragt und von 1949 bis 1955 war er Leiter der "Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Münster".
Josef Pelster heiratete am 27. Mai 1909 Theresia Kramer aus Vohren. Mit den Kindern Anna (* 20. Juni 1913) und Josef (* 28. November 1918) lebte das Ehepaar in der Dienstwohnung der Vohrener Schule. Der Sohn fällt im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront. Im Jahr 1952 traf Josef Pelster ein weitere Schicksalsschlag: seine Frau verstarb am ersten Weihnachtstag.
Josef Pelster stirbt am 1. Mai 1965.
Bestandsgeschichte:
Die Tochter von Josef Pelster, Anna Quaedvlieg, hat den Nachlass ihres Vaters Franz Bülte überlassen.
Franz Bülte hat von 1954 bis 1969 als Lehrer an der Schule in Vohren unterrichtet. Mit Josef Pelster stand er bis zu dessen Tod 1965 in enger Verbindung.
Im Jahr 2010 hat Josef Bülte zusammen mit dem Kreisgeschichtsverein Beckum-Warendorf e.V. eine Biographie über Josef Pelster veröffentlicht.
Ein Jahr zuvor wurde der Nachlass dem Kreisarchiv Warendorf als Depositum übergeben.
Der Bestand umfasst auf der einen Seite persönliche Unterlagen. Neben Tagebucheinträgen und Korrespondenzen finden sich auch Familienunterlagen.
Unterlagen zu seiner beruflichen Tätigkeit und eine Zeitungssammlung erweitern den Nachlass.
Zur Heimat- und Naturforschung finden sich viele Ausarbeitungen und Veröffentlichungen in dem Bestand.
Einen Großteil des Nachlasses machen die Fotos aus. Viele Fotos zeigen seine Familie, aber auch Freunde und Bekannte, Landwirtschaftliche und Gewerbliche Arbeiten und Schulfahrten finden sich wieder.
Der Schwerpunkt der Fotos liegt auf den Landschaftsaufnahmen: Bildstöcke und Kreuze, Gehöfte, Straßen, Kirchen und Schlösser sowie Gewässer, Planzen und Tiere.
Die Dokumente wurden 2015 von Murat Ibik verzeichnet, die Eingabe der Bilder wurde von Werner Ströker übernommen.
Der Bestand umfasst 3068 Einheiten.
Nutzung des Bestandes und Zitierweise
Der Bestand unterliegt keinerlei Nutzungsbeschränkung und kann zu den Öffnungszeiten des Kreisarchivs im Lesesaal eingesehen werden.
Der Bestand ist folgendermaßen zu zitieren:
Kreisarchiv Warendorf, N 145 Josef Pelster Nr.
Literatur
Franz Bülte: "Zum Lobe der Heimat. Josef Pelster (1883-1965) - Leben und Werk", Warendorf, 2010.
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET