Seytz von Laymingen(1), Marschall des Bischofs von Passau und Pfleger auf dem St. Görigenperg(2), stellt dem Kloster Niedernburg einen Gerichtsbrief aus, der besagt, daß das Kloster alle Angelegenheiten, die seinen Grund und Boden und seine Lehenschaften betreffen, in der Kammer des Klosters behandeln darf. Dies geschieht, nachdem Stephan Schöpper, Bürger vor der Innbrücke zu Passau, vor dem Richter um zwei Höfe bei der Donau gelegen im Hekhenperger(3) Gericht klagt, die Lehen des Klosters Niedernburg sind, und die seiner Frau als rechtes Erbe zustehen würden. Jörig bei der Donaubücke, Bürger zu Passau, der anscheinend auf einem der Höfe sitzt, erhebt dagegen bei der bischöflichen Kammer Einspruch. Daraufhin trägt das Kloster vor, alle Angelegenheiten, die Grund und Boden und Lehenschaften des Klosters betreffen, gehören in die Kammer der Dechantin. Der Streit darüber, wessen Gericht nun zuständig ist, entscheidet schließlich Jorig der Frawnberger vom Hag(4), Pfleger von Scherding(5), und verweist die Angelegenheit an den Bischof von Passau, dessen Räte allerdings dem Kloster Niedernburg entsprechende Angelegenheiten zuweisen.(vgl. Urk. Nr. 441). Bischöflicher Richter und die Urteiler: Paul von Polhaim(6), Domherr zu Passau; Jörg Aichperger der ältere zu Säldenaw(7); Jorig Frawnberger zum Hag(4) der ältere; Heinrich Püchperger zu Newnpüchperg(8); Erasm Preysinger zu Pawmgartten(9); Andre Swartzenstainer, Pfleger zu Fürstenekk(10); Hanns Messenpekh, Pfleger auf dem Niedernhaus bei Passau; Hanns Holtzhaimer, Stadtrichter zu Passau; Eberhart Kirichsteyger, Propst vor der Innbrücke zu Passau; Nycla Zeller; Hanns von Lewtsaring(11), Pfleger auf dem Chaltenstain(12) und Hanns Walchsinger, Landrichter in der Abbtey(13). S: Seytz von Laymingen(1), Marschall des Bischofs von Passau und Pfleger auf dem St. Görigenperg(2)
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Seytz von Laymingen(1), Marschall des Bischofs von Passau und Pfleger auf dem St. Görigenperg(2), stellt dem Kloster Niedernburg einen Gerichtsbrief aus, der besagt, daß das Kloster alle Angelegenheiten, die seinen Grund und Boden und seine Lehenschaften betreffen, in der Kammer des Klosters behandeln darf. Dies geschieht, nachdem Stephan Schöpper, Bürger vor der Innbrücke zu Passau, vor dem Richter um zwei Höfe bei der Donau gelegen im Hekhenperger(3) Gericht klagt, die Lehen des Klosters Niedernburg sind, und die seiner Frau als rechtes Erbe zustehen würden. Jörig bei der Donaubücke, Bürger zu Passau, der anscheinend auf einem der Höfe sitzt, erhebt dagegen bei der bischöflichen Kammer Einspruch. Daraufhin trägt das Kloster vor, alle Angelegenheiten, die Grund und Boden und Lehenschaften des Klosters betreffen, gehören in die Kammer der Dechantin. Der Streit darüber, wessen Gericht nun zuständig ist, entscheidet schließlich Jorig der Frawnberger vom Hag(4), Pfleger von Scherding(5), und verweist die Angelegenheit an den Bischof von Passau, dessen Räte allerdings dem Kloster Niedernburg entsprechende Angelegenheiten zuweisen.(vgl. Urk. Nr. 441). Bischöflicher Richter und die Urteiler: Paul von Polhaim(6), Domherr zu Passau; Jörg Aichperger der ältere zu Säldenaw(7); Jorig Frawnberger zum Hag(4) der ältere; Heinrich Püchperger zu Newnpüchperg(8); Erasm Preysinger zu Pawmgartten(9); Andre Swartzenstainer, Pfleger zu Fürstenekk(10); Hanns Messenpekh, Pfleger auf dem Niedernhaus bei Passau; Hanns Holtzhaimer, Stadtrichter zu Passau; Eberhart Kirichsteyger, Propst vor der Innbrücke zu Passau; Nycla Zeller; Hanns von Lewtsaring(11), Pfleger auf dem Chaltenstain(12) und Hanns Walchsinger, Landrichter in der Abbtey(13). S: Seytz von Laymingen(1), Marschall des Bischofs von Passau und Pfleger auf dem St. Görigenperg(2)
Kloster Passau-Niedernburg Urkunden, BayHStA, Kloster Passau-Niedernburg Urkunden 404
Kloster Passau-Niedernburg Urkunden
Kloster Passau-Niedernburg Urkunden >> 1401-1500
1424 Juli 17
Fußnoten:
1) Laiming (Gde. Griesstätt, Lkr. Rosenheim)
2) Veste Oberhaus (krfr.St. Passau)
3) Hacklberg (krfr.St. Passau)
4) Haag (Lkr. Mühldorf a.Inn)
5) Schärding (PB Schärding, OÖ, A)
6) Pollham (PB Grieskirchen, OÖ, A)
7) Saldenau (Gde. Hohenau, Lkr. Freyung-Grafenau)
8) ?
9) ?
10) Fürsteneck (Lkr. Freyung-Grafenau)
11) ?
12) Kaltenstein (Gde. Röhrnbach, Lkr. Freyung-Grafenau)
13) Abteiland (Gebiet zwischen Ilz im Westen, Rodel im Osten, Donau im Süden und heutiger deutsch-tschech. Grenze im Norden)
1) Laiming (Gde. Griesstätt, Lkr. Rosenheim)
2) Veste Oberhaus (krfr.St. Passau)
3) Hacklberg (krfr.St. Passau)
4) Haag (Lkr. Mühldorf a.Inn)
5) Schärding (PB Schärding, OÖ, A)
6) Pollham (PB Grieskirchen, OÖ, A)
7) Saldenau (Gde. Hohenau, Lkr. Freyung-Grafenau)
8) ?
9) ?
10) Fürsteneck (Lkr. Freyung-Grafenau)
11) ?
12) Kaltenstein (Gde. Röhrnbach, Lkr. Freyung-Grafenau)
13) Abteiland (Gebiet zwischen Ilz im Westen, Rodel im Osten, Donau im Süden und heutiger deutsch-tschech. Grenze im Norden)
Pergament
Urkunden
ger
Besiegelung/Beglaubigung: anhangendes Siegel.
Überlieferung: Original
Sprache: dt.
Ausstellungsort: Passau
Originaldatierung: an montag nach sannd Margrethen tag der heiligen junkhfrawn und martterinn.
Medium: A = Analoges Archivalie
Jahr: 1424
Monat: 7
Tag: 17
Überlieferung: Original
Sprache: dt.
Ausstellungsort: Passau
Originaldatierung: an montag nach sannd Margrethen tag der heiligen junkhfrawn und martterinn.
Medium: A = Analoges Archivalie
Jahr: 1424
Monat: 7
Tag: 17
Laymingen: Seytz von, Marschall
Schopper: Stephan, Bg.z.Ilzstadt
Fraunberger zum Haag: Jörg, Pfleger zu Schärding
Polhaim: Paul von, Domherr
Aichperger: Jörg d.Ä., zu Säldenau
Puchperger: Heinrich zu Neubuchberg
Preisinger: Erasm, zu Baumgarten
Swartzenstainer: Andre, Pfleger zu Fürsteneck
Messenpeck: Hans, Pfleger zu Niedernburg
Holtzhaimer: Hans, Richter zu Passau
Kirchsteyger: Eberhart, Propst vor der Innbrücke
Zeller: Niclas
Leutsering: Hans von, Pfleger auf dem Kaltenstain
Walchsinger: Hans, Landrichter in der Abtei
Laiming (Gde. Griesstätt, Lkr. Rosenheim)
Saldenau (Gde. Hohenau, Lkr. Freyung-Grafenau)
Pollham (PB Grieskirchen, OÖ, A)
Kaltenstein (Gde. Röhrnbach, Lkr. Freyung-Grafenau): Pfleger
Hacklberg (krfr.St. Passau): Gericht
Passau (krfr.St.): Feste Oberhaus \ Pfleger
Passau (krfr.St.): Vor der Innbrücke \ Propst
Passau (krfr.St.): Bürger
Passau (krfr.St.): Ilzstadt \ Bürger
Haag i.OB (Lkr. Mühldorf a.Inn)
Schärding (PB Schärding, OÖ, A): Pfleger
Fürsteneck (Lkr. Freyung-Grafenau): Pfleger
Abteiland (Gebiet zwischen Ilz im Westen, Rodel im Osten, Donau im Süden und heutiger deutsch-tschech. Grenze im Norden), Landrichter
Passau (krfr.St.), Domkapitel
Passau (krfr.St.), Hochstift: Kammer
Passau (krfr.St.), Kloster Niedernburg: Pfleger
Passau (krfr.St.): Richter
Gerichtsbrief
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 13:41 MESZ