Marienschloß, Kloster: Gisela (Gezele), Ehefrau des + Ritters Johann v. Rockenberg (Rockin-), stiftet im Rahmen ihres letzten Willens im Kloster Marienschloß ein Seelgerät und setzt dafür ein: [1] ihre Güter zu Rockenberg und Oppershofen (Opperschaben), Äcker, Wiesen und Holzmarken; davon soll Adelheid (Elheyd) von Rohrbach ihr Lebtag 10/8 Korngeld und 5 die Töchter ihres Bruders zu Marienschloß erhalten, jede von ihnen ihr Lebtag 1 Mlt. [2] 200 Achtel Korn- und Weizengeld und 55 Kapaune, die ihr jährlich zu Södeln (Sodele) gefallen von dem Junker von Falkenstein zu Lich, worüber sie besiegelte Briefe hat; 50 Achtel davon sollen sie für ihre Kleidung erhalten, 50 die Küche, wovon wiederum 30 für Eier sein sollen, die ihnen am hl. Kreuztag [Sept. 14] gegeben werden, und 20 für Fisch in der Fastenzeit im Advent. [3] Von 20 Mark, die ebenfalls von dem Gut zu Södeln gefallen, soll das Kloster Arnsburg jedes Jahr 4 'in den rebbender' [Refektorium] erhalten, damit man ihre [Ausstellerin] Jahrzeit begehen kann, und zwar so lange, bis das Kloster die ganze Summe erhalten hat. Diese 40 Mark soll das Kloster in einer ewigen Gülte anlegen. Zwei Mark soll der Siechenmeister des gen. Klosters erhalten für die Versorgung der Siechen. Zwei Mark soll die Küsterei für die Unterhaltung der 'ampel' erhalten. Die übrigen 12 Mark sollen zur Bestellung der Weingärten verwendet werden, den Wein soll der Konvent für seine eigenen Zwecke verbrauchen. [4] Wenn der gen. Junker Gut und Gülte zurückkauft, dann soll das Geld dem Kloster Rockenberg gehören, die mit Wissen des Abtes zu Arnsburg andere Güter davon kaufen sollen. [5] Demselben Kl. [Rockenberg] verschreibt sie ihre Weingärten zu Bellersheim (Beldershein), den Hof zu Münzenberg, den sie von den [Adligen] v. Nauheim (Nuheyn) gekauft hat, und ihre Holzmarken zu Griedel und zu Gambach. Das Seelgerät wurde unter der Bedingung gestiftet, daß das Kloster 'daz sloz' [?] behält; geschieht dies nicht, fällt die eine Hälfte des Seelgeräts an das Kloster Arnsburg (wovon wiederum die eine Hälfte 'in den rebbender' fallen, die andere Hälfte armen Leuten an der Pforte gegeben werden soll), die zweite Hälfte an das Spital des Deutschen Ordens in Marburg (Marg-).