Amt Kupferzell (Bestand)
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Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, Wa 140
Landesarchiv Baden-Württemberg, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein (Archivtektonik) >> Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein >> Archiv Waldenburg >> Lokale Verwaltungen vor 1806: Ämter
(1580, 1593) 1606-1807
Inhalt und Bewertung
Das Amt Kupferzell umfaßte die Gemeinden Kupferzell, Bauersbach, Belzhag, Eschental, Feßbach, Hesselbronn, Kubach, Künsbach, Rechbach, Rüblingen und Ulrichsberg. Es gelangte infolge der waldenburgischen Linienteilung 1615 an die Linie Hohenlohe-Waldenburg-Waldenburg. Nach deren Erlöschen 1679 wurde es zunächst von Hohenlohe-Pfedelbach und Hohenlohe-Schillingsfürst gemeinschaftlich verwaltet, dann aber der Linie Hohenlohe-Schillingsfürst zugesprochen. Kurze Zeit wurde das Amt 1759-1764 mit dem Amt Waldenburg als 'kombiniertes Amt' geführt.
Gliederung: 1. Angelegenheiten der Herrschaft; 2. Allgemeine Amtsverwaltung; 3. Kirchenangelegenheiten; 4. Kameralangelegenheiten; 5. Untertanenangelegenheiten; 6. Beziehungen zu benachbarten Ämtern und Territorien; 7. Militaria.
1. Zur Geschichte des Amtes Kupferzell: Die Ämter stellten die unterste Verwaltungsebene im zweistufigen hohenlohischen Verwaltungsaufbau dar. Sie waren die der Kanzlei/Regierung und der Kammer nachgeordnete Instanz, durch die die Herrschaft in den direkten Kontakt mit ihren Untertanen trat. Das Amt Kupferzell gelangte im Zuge der waldenburgischen Landesteilung 1615 an die Linie (Waldenburg-)Waldenburg. Nach deren Erlöschen im Jahr 1679 wurde es von Hohenlohe-Pfedelbach und Hohenlohe-Schillingsfürst gemeinschaftlich verwaltet, bei der Teilung des waldenburgischen Erbes 1684 und der schillingsfürstischen Landesteilung 1688 jeweils der Linie Schillingsfürst zugesprochen. Es umfasste die Orte Kupferzell, Bauersbach, Belzhag, Eschental, Feßbach, Hesselbronn, Kubach, Künsbach, Rechbach, Rüblingen und Ulrichsberg. Pfarreien bestanden in Kupferzell und Eschental. In den Jahren 1759-1764 wurde Kupferzell zusammen mit Waldenburg unter den Oberamtmann v. Marienfeld als "kombiniertes Amt" geführt. Es handelte sich dabei aber um einen Ehrentitel Marienfelds, denn die eigentliche Ämterverwaltung - das Justiz- und Rechnungswesen - war nach wie vor getrennt zu versehen. Für das Amt Kupferzell waren bislang folgende Amtmänner nachweisbar: vor 1632 Johann Jakob Rittmann 1635 Johann Jakob Zehender 1641-1642 Sigmund Schuster 1644-1645 Georg (?) Hufnagel 1646-1665 Georg Wagner 1665-1691 Eberhard Knapp 1702-1717 Johann Martin Weber 1722, 1727 NN Weber 1733-1735 Johann Ludwig Weber 1746-1759 Johann Peter Beckers v. Netzen 1759-1764 Franz Augustin v. Marienfeld als Administrator, Bernhard Joseph Wolff als Amtsassessor zu dessen Unterstützung 1764-1766 Johann Christoph von Engelhard 1766-1788 Nikolaus Göb (= 1788) 1788-1806 Franz Christoph Grebner
2. Zur Bearbeitung des Bestandes: Zur Geschichte der Amtsregistratur Kupferzell lassen sich letztendlich nur Vermutungen anstellen. Dass die hohenlohischen Ämter eigene Registraturen besaßen, ist durch die Überlieferung belegt, über Umfang und Ordnungszustand sind keine Aussagen möglich. Nach der Mediatisierung der hohenlohischen Lande müssen große Teile des Schriftguts kassiert worden sein. Entscheidendes Kriterium war wohl der weitere Nutzen für die Wahrnehmung grundherrlicher Rechte und die Verwaltung des herrschaftlichen Vermögens - entsprechendes Schriftgut ist bis zurück in die Mitte des 18. Jahrhunderts erhalten, alle anderen Bereiche der Amtsverwaltung fehlen fast völlig. Nach der Auflösung des standesherrlichen Rentamts Kupferzell gelangte das Schriftgut in die Domänenkanzlei nach Waldenburg und wurde dort zusammen mit der Registratur der Domänenkanzlei nach dem Pertinenzprinzip verzeichnet (vgl. Vorwort Repertorium Wa 215 Domänenkanzlei). Die Zerstörung der Stadt Waldenburg im April 1945 überlebte das Archiv in den Schlossgewölben weitestgehend unbeschadet, bei der Räumung der Gewölbe, die als Wohnraum für die obdachlose Bevölkerung dienten, soll es aber große Verluste erlitten haben. Es wurde daraufhin in das Schloss Neuenstein verbracht. In den 1960er Jahren erfolgte eine listenartige Erfassung durch Karl Schumm und verschiedene andere Mitarbeiter nach Pertinenzkriterien, die archivischen Ansprüchen aber nicht genügen konnte. Nach einer im Rahmen eines Vorgängerprojekts erfolgten Trennung des Schriftguts in die vor und nach 1806 entstandenen Teile, wurde das Archiv Waldenburg bis 1806 im Rahmen eines Projekts der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg nach archivwissenschaftlichen Kriterien erschlossen und in provenienzgerechte Bestände gegliedert, darunter der Bestand Amt Kupferzell. Er umfasst 157 Bü in 1,0 lfd. m. Neuenstein, 27. April 2001 W. Stetter
157 Bü (1,0 lfd.m)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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13.11.2025, 2:39 PM CET