Hanns Graff im Wildtberg, Gerißrieder Pfarr, ein von Montfort an das Stift Kempten abgetretener Leibeigener, der vor vier Jahren wegen Wilddieberei, Unterlassung der Beichte und des Empfangs des heiligen Sakraments sowie Huldigungsverweigerung in das Gefängnis der weltlichen Räte des Fürstabts Georg gekommen ist, ist gegen Urfehde daraus wieder entlassen worden. Einige Zeit war er in seinem Hause in einem hölzernen Blockhaus an eine Kette geschlagen. Wegen Urfehdebruchs, Wilddiebstahls, Ungehorsams und Mißhandlung von Weib und Kindern ist er von den weltlichen Räten erneut gefangengesetzt worden. Er schwört, lebenslang keine Büchse mehr im Haus zu haben, die Sakramente nach christlicher Ordnung zu empfangen, der Obrigkeit gehorsam zu sein, Weib und Kinder ordentlich zu behandeln, die Haftkosten zu bezahlen und die Gefangenschaft nicht zu rächen. Bürgen: Lienhart und Jerg Eberspacher zu Layterberg, Jacob Gebhardt zum Raiggers, Blasy Greiff und Blasy Dietherich zu Usser Görisriedt, Caspar Karg und Paulin Greiff zu Görißriedt, Endriß Martin zum Gerwangs, Jacob Eberspacher zu Kippach und Hanns Eberspacher zu [Platz freigelassen]. - S: Hans Graff, Bürger zu Kempten - Siegelbittzeugen: Hanns Habfast Echinger, Kanzleischreiber im Stift Kempten, und Hanns Hescheler, Hausvogt zu Waldegk - "... uff den neüntzechendten tag monnats Augusti" 1563.

Vollständigen Titel anzeigen
Staatsarchiv Augsburg
Loading...