Amt Birgel (Bestand)
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Birgel
Stadt- und Kreisarchiv Düren (Archivtektonik) >> Eingemeindete Orte >> Archiv des Amtes Birgel
1400-2000
Form und Inhalt: VorwortAm 1. Januar 1972 ist das Amt Birgel aufgrund des nordrhein-westfälischen Neugliederungsgesetzes vom 14. Dezember 1971 in die Stadt Düren eingemeindet worden. Es bestand damals noch aus den Gemeinden Birgel, Gürzenich und Lendersdorf.Das Amt Birgel hat seinen Ursprung in der Verwaltungsorganisation, die die Franzosen nach ihrem Einmarsch im Oktober 1794 in mehreren Schritten auf dem linken Rheinufer aufbauten. Spätestens seit September 1800 waren mehrere Ortschaften zu einem Verwaltungsbezirk (Mairie) zusammengeschlossen, und zwar bildeten die Ortschaften Lendersdorf, Berzbuir und Kufferath, Birgel, Rölsdorf, Gürzenich die Mairie Lendersdorf (vgl. Keßler, in: Dürener Geschichtsblätter 9, 1957, S. 139). Die Mairie Lendersdorf gehörte zum Kanton Düren im Rur-Departement. Das Rur-Departement wurde mit den drei anderen rheinischen Departements am 9. März 1801 dem französischen Staat einverleibt. Am 14. Januar 1814 rückten Truppen der gegen Napoleon verbündeten Mächte in Düren ein und machten der französischen Herrschaft ein Ende. Zwischen 1802 und 1814 - der Zeitraum läßt sich nicht näher eingrenzen - wurde die Bezeichnung "Mairie Lendersdorf" in "Mairie Birgel" geändert, doch blieb der Umfang des Verwaltungsbezirks unverändert (vgl. Keßler, in: Dürener Geschichtsblätter 10, 1957, S. 159 f.). Die Verbündeten richteten provisorisch ein Generalgouvernement Niederrhein mit Sitz in Aachen ein, zu dem auch die Mairie Birgel im Kanton Düren gehörte. Der Wiener Kongreß bestimmte Preußen als Nachfolger der Wittelsbacher in den rheinischen Ländern. Am 5. April ergriff der König von Preußen formell Besitz. Ende 1815 wurde der Regierungsbezirk Aachen eingerichtet, aus dem Kanton Düren wurde der Kreis Düren, und aus der Mairie Birgel wurde die Bürgermeisterei Birgel mit den oben genannten Ortschaften. Das preußische Gesetz über die Regelung verschiedener Punkte des Gemeindeverfassungsrechts vom 27. Dezember 1927 bestimmte in § 2: "Die Landbürgermeisterei in der Rheinprovinz führt hinfort die Bezeichnung 'Amt'.In den Protokollbüchern erscheint seit dem 5. Januar 1857die Gemeindebezeichnung "Lendersdorf - Krauthausen". Der seit 1825 geführten "Chronik der Bürgermeisterei Birgel" ist zu entnehmen, daß der Ort Krauthausen zu dieser Bürgermeisterei gehörte, doch ist nicht zu ermitteln, ob er eine eigene Gemeinde bildete und weshalb seit 1857 der Doppelname Lendersdorf - Krauthausen auftaucht, der bis zum 1. Januar 1969 gültig blieb.Am 1. April 1937 wurde die Gemeinde Rölsdorf in die Stadt Düren eingegliedert. Am 1. Juli 1969 wurden die Gemeinden Berzbuir - Kufferath und Lendersdorf - Krauthausen aufgelöst und zur neuen Gemeinde Lendersdorf zusammengeschlossen.Die Akten des Amtes Birgel sind Anfang 1972 nicht vollständig in das Stadtarchiv gelangt, vielmehr haben die Dienststellen der Stadtverwaltung Düren die für den laufenden Geschäftsgang benötigten Vorgänge in ihre Akteien übernommen.Von den nachstehend verzeichneten insgesamt 1073 Bänden und Faszikeln (die Nummern 1021 bis 1073 sind in die laufende Nummernfolge an sachlich zugehöriger Stelle eingeordnet) betreffen etwa 40 das 19. Jahrhundert, der Rest das 20. Jahrhundert bis einschließlich 1971. Zwei Betreffe (Nr. 1036 und 1037, hinter Nr. 764) stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die Massenakten der Sozialverwaltung sind vollständig archiviert worden, um vielleicht einmal die großen Veränderungen in der Sozial- und Wirtschaftsstruktur, die sich in den letzten Jahrzehnten ergeben haben, dokumentieren zu können.Verschiedene Siegelstempel des Amtes Birgel befinden sich in der Allgemeinen Siegel- und Stempelsammlung des Stadtarchivs.Düren, im April 1978Hans J. DomstaNachtragDer Bestand wurde ständig um Akten ergänzt, die von den städtischen Dienststellen im Laufe der Jahre an das Stadtarchiv abgeliefert wurden. Entsprechend ist das Findbuch immer wieder handschriftlich nachgetragen worden.Zur besseren Übersichtlichkeit wurde der Bestand mit der Software "Augias-Archiv" erfasst (Frau Brigitte Plum). Ein Register ermöglicht nunmehr die Suche nach Schlagworten; mit Hilfe der erweiterten Klassifikation erfolgte eine Gliederung, die den Bestand detailliert erschließt.Künftige Ablieferungen können problemlos in den Bestand und das Findbuch eingearbeitet werden.Düren, im November 2004Helmut Krebs
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ