Enthaeltvermerke: Kläger: Gebrüder von Othegraven (Ottegraven, Ottograven), Heinrich Matthias, Lieutenant im kurpfälz. Regiment des Generals von Vollvillisch, wohnhaft in Aachen, später dessen Witwe Maria Sophia von Voetz, und Johann Adolph, seit spätestens 1752 die Kinder des Heinrich Matthias von Othegraven (Johann Wilhelm, 1762 Pastor in St. Peter in Aachen, Maria Theresia und Maria Catharina Caecilia) als Erben ihres verstorbenen Onkels Johann Adolph von Othegraven, später auch als Erben des Vaters; seit 1761 arme Partei, (Bekl.) Beklagter: Witwe des kurpfälz. Hofrates Franz Arnold von Neumann für sich und ihre Kinder: Ehefrau des Geheimen Rates von Knapp; Maria Elisabeth in Aachen; Johannes, Jesuit; Maria Josepha. Seit spätestens 1762 jül.-berg. Geheimer und Oberappellationsrat von Knapp als Zessionar, (Kl.); jül.-berg. Geheimer Rat als Intervenient Prokuratoren (Kl..): Dr. Philipp Ludwig Meckel 1743 - Subst.: Lic. Brack 1743 - Lic. Ferdinand Wilhelm Anton Helfrich 1746 - Subst.: Lic. Johann Werner - Lic. Jo. Jac. Ernst Pfeiffer 1761 - Subst.: Lic. Joh. Christoph Brand - Dr. Conrad Gordian Seuter 1769 - Subst.: Lic. Johann Joseph Flach - Lic. Johann Peter Paul Helffrich 1782, 1792 - Subst.: Lic. Friedrich Ernst Duit 1782 - Subst.: Dr. Johann Gothard Hert 1792 Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Melchior Deuren (für den Herzog von Jülich-Berg) 1743 - Subst.: Lic. A. J. Stephani - Johann Ferdinand Wilhelm Brandt [1768] 1769 - Subst.: Lic. Ferdinand Wilhelm Anton Helffrich - Lic. Herman Joseph Valentin Schick 1786 (für den Herzog von Jülich-Berg) - Dr. Philipp Jacob Rasor 1790 - Subst.: Dr. Jo. Jac. Wickh 1790 - Dr. Matthäus Joseph Schick [1769] 1799 - Subst.: Dr. P. Sipmann 1799 - Dr. Frantz Philipp Felix Greß 1774 - Subst.: Dr. Johann Wilhelm Mainone 1774 Prozeßart: Appellationis cum (seit 1743) mandato nunc (seit 1764) de exequendo men aus einem Steinkohlenabbau auf dem Gut Uersfeld durch Wassereinfall unwiederbringlich verloren, nachdem die Appellaten, die zeitweise in den Besitz des Gutes eingewiesen waren, diesen hatten stillegen lassen. Die Einnahmen aus dem Steinkohlenabbau waren nach gutachterlicher Aussage auf 5 - 6000 Rtlr. jährlich zu veranschlagen. Die Appellanten klagten am RKG auch um Ersatz für diesen Verlust. Geheimrat von Knapp, Rechtsnachfolger von Neumanns, dagegen erwirkte beim Geheimen Rat eine Anordnung auf Veräußerung des Gutes wegen mangelnder Instandhaltung der Gebäude durch die Besitzer und damit eintretenden Wertverlust des Pfandgutes. Seine Einweisung in das Gut, nunmehr als Ersteigerer, hatte ebensowenig Bestand wie weitere Einweisungen, die aber, da von Knapp jeweils größere Summen für getätigte Meliorationen veranschlagte, die Höhe seiner in Düsseldorf anerkannten Schuldforderung gegenüber denen von Othegraven weiter steigen ließ. Als sich die Appellaten auf den RKG-Prozeß einließen, weigerte sich der Geheime Rat, die Vorakten den Appellanten als armer Partei unentgeltlich herauszugeben, mit dem Argument, verfahrensrechtlich hätten die Akten bereits zu Beginn des RKG-Prozesses, als die Appellanten noch nicht arme Partei waren, ausgelöst werden müssen. Die Vorakten gingen 1789 beim RKG ein. In seinem letzten, in diesem Fall ergangenen Urteil ordnete das RKG 1793 an, daß der letzten überlebenden Schwester Othegraven vorerst jährlich 100 Rtlr. aus der sich auf 286 Rtlr. belaufenden Pacht für das Gut auszuzahlen seien. Die letzte vorliegende Handlung im Prozeß ist 1799 eine Prokuratorenbevollmächtigung. Instanzen: 1. Vogt der Herrschaft Heyden (? - 1735) - 2. Hofrat zu Düsseldorf 1735 - 1739 - 3. Geheimer Rat zu Düsseldorf 1739 - 1763 - 4. RKG 1743 - 1799 (1725 - 1799) Beweismittel: Acta priora im Original. Bd. 3: Gesuch von 1762 um Zulassung zum Armenrecht mit Armutszeugnis von Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Aachen 1761 für die von Othegraven (382ff.). Protokoll einer vom Geheimen Rat angeordneten Besichtigung des Gutes Uersfeld auf Schäden an den dortigen Gebäuden, mit Beschreibung (465ff.). Gedruckte Kurzdarstellung des Streitgegenstandes aus Neumann-/Knapp'scher Sicht von 1772 (666 ff.); Bd. 4: Ungeöffneter Bericht der Kreisexekutionskommission von 1789 (Q 181). Prozeßkostenberechnung und Liquidation der sequestrierten Einnahmen mit Anlagen (Q 186f.). Gedruckte Kurzdarstellung des Streites aus Neumann- Knappscher Sicht von 1776 (Q 208). Protokoll über die Verpachtung des Gutes von 1792 (in Q 218); Bd. 5: Schuldverschreibung von 1726 mit Registrierungsvermerk der kurkölnischen Mannkammer zu Heerlen (2 -3). Notariatsinstrument über die meistbietende Versteigerung des gemeinsam ererbten Gutes Uersfeld unter den Brüdern Othegraven von 1725 (115-116). Beschreibung: 16 Bde., 59,5 cm; Bd. 1: 70 Bl., gebunden; Protokoll; Bd. 2: 289 Bl., gebunden; Q 1 - 87, 4 Beilagen zu Q 51 (Bl. 182 - 191); Bd. 3: 421 Bl., gebunden; Q 88 - 137, Bl. 382 - 580, 20 Beilagen zu Q 109 (Auszüge aus Akten des Prozesses in Düsseldorf); Bd. 4: 495 Bl., gebunden; Q 138 - 220, 3 Beilagen (Bl. 801 - 807); Bd. 5: 438 Bl., gebunden; Acta priora 1732-1742; Bd. 6: 371 Bl., gebunden; Akten der Vorinstanz 1743 - 1754; Bd. 7: 406 Bl., gebunden; Akten der Vorinstanz 1755 - 1759; Bd. 8: 464 Bl., gebunden; Akten der Vorinstanz 1759 - 1763; Bd. 9: 72 Bl., gebunden; Akten der Vorinstanz „1tes Neben Convolut In Sachen Von Neumann ./. Othegraven ...“; Bd. 10: 256 Bl., gebunden; Akten der Vorinstanz „Acta Zum 1ten Neben Convolut gehörend“; Bd. 11: 126 Bl., gebunden; Akten der Vorinstanz „2tes Neben Convolut“; Bd. 12: 204 Bl., gebunden; Akten der Vorinstanz „3tes Neben Convolut“; Bd. 13: 145 Bl., gebunden; Akten der Vorinstanz „4tes Neben Convolut“; Bd. 14: 83 Bl., gebunden; Akten der Vorinstanz „5tes Neben Convolut“; Bd. 15: 86 Bl., gebunden; Akten der Vorinstanz „6tes Neben Convolut“; Bd. 16: 87 Bl., gebunden; Akten der Vorinstanz „7tes Neben Convolut“.