Beschuldigter: Stangl, Franz de Paula, * 26.03.1908, Altmünster/Österreich, + 28.06.1971, Düsseldorf in Haft Teutschneureuth Dienstgrad: SS-Hauptsturmführer und ehemaliger Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka Tatbestand: Verantwortlich für die Vernichtung von mindestens 400.000 Juden aus Polen, Deutschland und andere europäischen Ländern im Rahmen der "Aktion Reinhard" Tatort: Konzentrationslager Treblinka (etwa 80 km nordöstlich von Warschau) Tatzeit: August 1942 bis August 1943 Ersuchende Stelle: Der Untersuchungsrichter I bei dem Landgericht Düsseldorf Az. UR I 4/67, Staatsanwaltschaft Düsseldorf Az. 8 Js 10904/59, Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen, Dezernat 15, Düsseldorf Ersuchen: Aufenthaltsermittlungen Bemerkung: Das Kriegsende überlebte Stangl unversehrt in der sog. Alpenfestung, wo ihn die Amerikaner lediglich wegen seiner SS-Zugehörigkeit, und in Unkenntnis seiner Tätigkeit in den Vernichtungslagern, internierten. 1948 gelang Stangl die Flucht nach Rom, wo er sich an den Bischof Hudal wandte, dessen Anschrift seinerzeit in den Internierungslagern als "Geheimtip" kursierte. Der Bischof hat ihm über das Rote Kreuz in Rom einen Paß besorgen lassen und ihm den Weg nach Damaskus geebnet, von wo er sich, drei Jahre später, zusammen mit seiner Familie nach Brasilien absetzte. 1967 wurde er von Brasilien an die Bundesrepublik ausgeliefert. Am 22. Dezember 1970 wurde Stangl laut Urteil des Landgerichts Düsseldorf zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Verstorben am 28. Juni 1971 in Haft, Sterberegister-Nr. 1218/71 Standesamt Düsseldorf.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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