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Nachlaß Ernst und Wilhelm Himly, Berlin bzw. Stade (Bestand)
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Bestandsgeschichte: Der Bestand Rep. 91/11 umfaßt unter dem Namen Himly zwei Bestände, die hier aus praktischen Gründen zusammengelegt sind. Der Nachlaß des preußischen Legationsrats Ernst Carl Friedrich Himly ist in dem Nachlaß seines Sohnes, des Stader Regierungspräsidenten Wilhelm Julius Edgar Himly, aufgegangen. Da letzterer ohne Leibeserben blieb, verfügte er testamentarisch, daß der Stader Geschichts- und Heimatverein, dessen Vorsitzender er von 1896 bis 1905 war, seinen Nachlaß erhalten solle. Der Stader Geschichts- und Heimatverein gab seinerseits einen Teil des Nachlasses Himly nach Fertigstellung des Archivgebäudes des 1959 gegründeten Staatsarchivs Stade nach hier ab.
Die Familie Himly stammte aus dem lothringischen Neuvillers. Der Vater, Ernst Carl Friedrich Himly, wurde aber bereits in Berlin geboren (1. Sept. 1808). Er studierte bis ca. 1831/32 in Frankfurt am Main Jurisprudenz. Als Justizreferendar fand er 1832 im Berliner Ministerium für äußere Angelegenheiten eine Anstellung als Hilfskraft, während er gleichzeitig seine weitere juristische Ausbildung am Kgl. Preuß. Kammergericht Berlin fortsetzte. Dort legte er im März 1836 sein zweites juristisches Staatsexamen ab und wurde als Auskultator beim Kgl. Stadtgericht Berlin weiterbeschäftigt. Nebenher fertigte er Expeditionsarbeiten beim Ministerium für äußere Angelegenheiten zur eigenen Unterhaltssicherung an. Im Jahre 1841 wurde er Geheimer expedierender Sekretär in der Abteilung "Fürstentum Neuchatel" des Ministeriums für äußere Angelegenheiten; sechs Jahre später wurde er Legationsrat. Seine Ehefrau, Friderike Charlotte Agnes, geb. Fröhlich, genannt Tiedemann, gebar ihm am 3. Sept. 1839 in Berlin einen Sohn, der den Namen Wilhelm Julius Edgar erhielt. Der Legationsrat Himly starb am 12. März 1851 in Berlin; seine
Gattin erst im Jahr 1899.
Der am 3. Sept. 1839 geborene Sohn Wilhelm Julius Edgar war offenbar
Bestandsgeschichte: einziges Kind des Legationsrats Himly; neben der Mutter sind lediglich noch drei Vettern des jungen Himly bekannt, Louis Himly in Straßburg, Eugen Himly in Berlin und der Fabrikant W(ilhelm) Himly in Nienburg.
Wie sein Vater studierte Wilhelm Julius Edgar Himly Jurisprudenz; 1862 wurde er zum Auskultator am Kgl. Kammergericht und später beim Kgl. Stadtgericht zu Berlin bestellt; er wohnte in Berlin, Wilhelmstr. 107. Mit Erfolg legte er 1864 das zweite juristische Staatsexamen ab und wurde nach einem dritten Staatsexamen 1867 am Kgl. Stadtgericht als Gerichtsassessor angestellt. Ein Jahr später wurde er der Polizeidirektion beim Oberpräsidenten in Hannover zugewiesen. 1872 bekam er eine Stelle beim Regierungspräsidenten in Wiesbaden und wurde 1873 als Regierungsassessor nach Posen zum dortigen Regierungspräsidenten versetzt. Der preuß. Minister für Geistliche-, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten übertrug dem Protestanten Himly 1875 nach dem Tode des Bischofs Dr. Conrad Martin zu Paderborn kommissarisch die bischöfliche Vermögensverwaltung (bis 1881). Während seiner Paderborner Zeit ernannte ihn Kaiser Wilhelm II. zum Regierungsrat.
1881 erhielt Himly eine etatmäßige Ratsstelle beim Oberpräsidenten in Münster; drei Jahre später wurde er Oberkonsistorialrat in Hannover; 1885 wurde er als Oberregierungsrat bei der neuen Regierung Osnabrück angestellt und zwei Jahre später ging er als Oberpräsidialrat zurück nach Münster. Zum 1. Juli 1889 ernannte ihn Kaiser Wilhelm II. zum Regierungsvizepräsidenten in Posen; dort wurde er am 1. April 1890 Regierungspräsident. Fünf Jahre später wurde Himly in gleicher Funktion nach Stade versetzt, wo er bis zu seiner aus gesundheitlichen Gründen erfolgten Pensionierung tätig war. Der mit Orden und Ehrungen überhäufte Regierungspräsident i. R. verbrachte seinen Ruhestand in Stade, umsorgt von seiner Haushälterin Margarethe
Bestandsgeschichte: Freudentheil, geb. Knüppel.
Schon früh war das Interesse Himlys an Geschichte und Heimatpflege aufgekommen. Obwohl er als preußischer Beamter mit häufigen Versetzungen zu rechnen hatte und ihm diese auch nicht erspart blieben, zog es ihn nach dem Weggang aus seiner Vaterstadt Berlin zu den Vereinen hin, die der Historie und der Heimatpflege verpflichtet waren. So trat er 1868 dem Historischen Verein zu Hannover bei und wurde 1870 in den Verein für Siegel- und Wappenkunde zu Berlin ("Der Herold") aufgenommen. Während seiner Tätigkeit im westfälischen Münster trat er 1888 dem dortigen Historischen Verein bei. Wenige Monate nach seinem Dienstantritt in Stade wurde er in den Verein für Geschichte und Altertümer der Herzogtümer Bremen und Verden und des Landes Hadeln (gegr. 1856), heute Stader Geschichts- und Heimatverein, aufgenommen. Seit dem Ableben des langjährigen Vorsitzenden dieses Vereins, des Stader Bürgermeisters Neubourg am 31. Januar 1895, hatte sich der Vereinsvorstand nicht auf einen neuen Vorsitzenden einigen können. Am 6. Dezember 1895 wurde Himly zum Vorstandsmitglied berufen und am 8. Januar 1896 zum neuen Vorsitzenden gewählt.
In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Stader Geschichts- und Heimatvereins setzte er sich tatkräftig für die Belange des Vereins und der Heimatpflege ein, und er wußte offenbar das Interesse hierfür neu zu wecken, denn die Mitgliederzahlen verdreifachten sich innerhalb weniger Jahre. Der Stader Geschichtsverein wurde Schwerpunkt seiner Pensionärstätigkeit. Mit Erfolg betrieb er den Bau eines Museums in der Inselstraße, welches am 6. Oktober 1904 eröffnet wurde; dort ist, gleichsam als Denkmal, sein Porträt im Foyer zu finden. Der unverehelichte Himly starb am 20. März 1905 in Stade.
Literatur:
Heinrich Holsten, Die Geschichte des Stader Geschichts- und
Heimatvereins, in: Stader Archiv NF 21, 1931, S. 6-27,
Bestandsgeschichte: Bildnis von Himly zwischen S. 16 und 17
Wilhelm Gossel, Himly und Holtermann, zwei um die Weckung
des Heimatgedankens verdiente Männer des Stader Bezirks,
in: Stader Jahrbuch NF 44, 1954, S. 208-214, Bildnis
Himlys auf S. 208
Wer über den Stader Regierungspräsidenten Himly und sein Wirken in Stade forschen möchte, sollte vor allem den Bestand Rep. 80, der auch Himlys Personalakte enthält (Rep. 80 B, Tit. 3 Nr. 2), und die Überlieferung des Stader Geschichts- und Heimatvereins (Dep. 10) heranziehen. Auch sollte das Stadtarchiv Stade befragt werden.
Stade, im Oktober 1991 Dr. M. Nistahl
Im März 1997 konnte der Bestand durch einen Zugang aus dem Museum ergänzt werden
Dr. Bei der Wieden
Im August 1999 wurden die Nummern 35 bis 37, die sich im Stader Heimatmuseum aufgefunden wurden, dem Bestand hinzugefügt.
Dr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
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