Nachlass Schneider, Alexander von (Bestand)
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NL Schneider Alexander Nachlass Schneider, Alexander von
Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 5 Abteilung V: Nachlässe und Sammlungen >> 5.1 Nachlässe und Familienarchive >> 5.1.2 Nachlässe >> Nachlässe Q - S
1862-1964
Vorwort: Der Nachlass wurde 2009 als Schenkung in die Abt. V abgegeben. Um Zuge der Bearbeitung stellte sich heraus, dass es sich wegen der Kriegsverluste bei den Personal- und Kabinettsakten um einen Bestand handelt, der unter Umständen historische Wissenslücken schließen könnte.
Alexander von Schneider wurde am 22.0.1845 als ältester Sohn von 8 Kindern des Bezirksarztes Dr. Alexander von Schneider und seiner Frau Franziska in Nördlingen geboren.
Er beginnt mit einem Brief vom 10.11.1862. Darin berichtete er seinen Eltern von seiner Ankunft im Maximilianeum in München. In vier weiteren Briefen zwischen 1870 und 1876 schrieb er über seinen studentischen und beruflichen Werdegang im juristischen Dienst. Darin erwähnte er auch seine erste Frau Katharina Friederike, die 1872 in München verstorben und im Alten Südlichen Friedhof begraben ist.
Die 375 Briefe an seine zweite Frau Florentine beginnen am im Februar 1876 kurz nach der Verlobungsfeier in Nördlingen. Die Tochter von Dekan Andreas und Friederike Rutz wurde am 30.4.1853 in Bayreuth geboren.
Am 17.5.1876 wurde Alexander als Hilfsarbeiter des Kabinettssekretärs Friedrich von Ziegler nach Berg am Starnberger See versetzt.
Im Oktober zog das Kabinett wieder nach München und ab November nach Hohenschwangau.
Alexander und Florentine heirateten am 30.01.1877.
Nach den Briefen zu schließen, verbrachte Alexander, abgesehen von ein paar Tagen Weihnachtsferien, die Monate November bis Januar/Februar ohne seine Frau in Hohenschwangau. Ansonsten wohnte das Paar in München und in Berg. Darum sind in der Folgezeit hauptsächlich Briefe aus Hohenschwangau vorhanden. Sie beinhalten in erster Linie familiäre und finanzielle Angelegenheiten. Politische Äußerungen von Alexander sind selten. Auch über Dienstliches und Gesellschaftliches schrieb er nicht viel. Die Wechsel der Kabinettssekretäre sind nicht kommentiert.
Nach dem endgültigen Zerwürfnis zwischen von Ziegler und dem König wurde er am 9.8.1883 zum "mit der Führung der Geschäfte betrauten" Kabinettssekretär ernannt.
Im Dezember 1884 wurde er mit dem Ritterkreuz der Bayerischen Krone ausgezeichnet und damit in den persönlichen Adelsstand erhoben.
Nachdem auch von Schneider den Ansprüchen des Königs nicht gerecht werden konnte, entließ ihn dieser mit Handschreiben vom 1. Juni 1886 und versetzte ihn in das Finanzministerium.
Für die folgenden Jahre liegen nur noch einzelne Briefe, die in kurzen Trennungsphasen wie Tagungen oder Verwandtenbesuche entstanden sind, vor.
1897 wurde Alexander von Schneider Oberkonsistorialpräsident der Evangelischen Kirche.
In dieser Funktion unternahm er mit einer Delegation im Oktober bis November 1898 eine "Offizielle Festfahrt zur Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem". Von dieser Reise schilderte er seiner Frau in sechs Briefen und einer Postkarte seine Erlebnisse.
Von Schneider setzte sich sehr für eine bessere Bezahlung von Pfarrern und vor allem für eine Hilfskasse von unverheirateten Pfarrerstöchtern ein.
Als eine besondere Auszeichnung für seine Verdienste erhielt er von der Erlanger theologischen Fakultät den Doktortitel und von Prinzregent Luitpold 1906 den Titel Excellenz.
Das letzte überlieferte Schrifstück von Alexander von Schneider ist ein kurzer Postkartengruß vom 30. September 1908 an seine Frau.
Nach einem längeren Krebsleiden verstarb Alexander von Schneider am 20.5.1909 in Garmisch und wurde drei Tage später in München beerdigt. Sein Grab im Münchner Nordfriedhof wurde 1989 aufgelöst.
Sandra Karmann
September 2012
Beruf bzw. Ämter:
Jurist und Ministerialbeamter; 1876 Stadtgerichtsassessor und Hilfsarbeiter des Kabinettsekretärs Friedrich von Ziegler; 1878 2. Staatsanwalt; 1879 Landgerichtsrat; 1883 Regierungsrat und Kabinettsekretär König Ludwigs II.; 1884 Erhebung in den persönlichen Adelsstand; 1886 Versetzung als Ministerialrat in das Bayer. Staatsministerium der Finanzen; 1897 Oberkonsistorialpräsident der Evangelischen Kirche
Inhalt:
Private Familienkorrespondenz (u.a. Briefe an seine Braut und spätere Ehefrau Florentine Rutz); Briefe König Ludwigs II. an Schneider; Brief des kgl. Leibarztes Max Schleiss von Löwenfeld von 1886; Briefe von der "Offiziellen Festfahrt zur Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem" 1898; Fotos; Presseausschnitte zum Tod Ludwigs II.; Unterlagen betr. Sohn Adolf Philipp Alexander Schneider; Unterlagen betr. Familie Höchtlen; Unterlagen betr. Familie Kauder
Alexander von Schneider wurde am 22.0.1845 als ältester Sohn von 8 Kindern des Bezirksarztes Dr. Alexander von Schneider und seiner Frau Franziska in Nördlingen geboren.
Er beginnt mit einem Brief vom 10.11.1862. Darin berichtete er seinen Eltern von seiner Ankunft im Maximilianeum in München. In vier weiteren Briefen zwischen 1870 und 1876 schrieb er über seinen studentischen und beruflichen Werdegang im juristischen Dienst. Darin erwähnte er auch seine erste Frau Katharina Friederike, die 1872 in München verstorben und im Alten Südlichen Friedhof begraben ist.
Die 375 Briefe an seine zweite Frau Florentine beginnen am im Februar 1876 kurz nach der Verlobungsfeier in Nördlingen. Die Tochter von Dekan Andreas und Friederike Rutz wurde am 30.4.1853 in Bayreuth geboren.
Am 17.5.1876 wurde Alexander als Hilfsarbeiter des Kabinettssekretärs Friedrich von Ziegler nach Berg am Starnberger See versetzt.
Im Oktober zog das Kabinett wieder nach München und ab November nach Hohenschwangau.
Alexander und Florentine heirateten am 30.01.1877.
Nach den Briefen zu schließen, verbrachte Alexander, abgesehen von ein paar Tagen Weihnachtsferien, die Monate November bis Januar/Februar ohne seine Frau in Hohenschwangau. Ansonsten wohnte das Paar in München und in Berg. Darum sind in der Folgezeit hauptsächlich Briefe aus Hohenschwangau vorhanden. Sie beinhalten in erster Linie familiäre und finanzielle Angelegenheiten. Politische Äußerungen von Alexander sind selten. Auch über Dienstliches und Gesellschaftliches schrieb er nicht viel. Die Wechsel der Kabinettssekretäre sind nicht kommentiert.
Nach dem endgültigen Zerwürfnis zwischen von Ziegler und dem König wurde er am 9.8.1883 zum "mit der Führung der Geschäfte betrauten" Kabinettssekretär ernannt.
Im Dezember 1884 wurde er mit dem Ritterkreuz der Bayerischen Krone ausgezeichnet und damit in den persönlichen Adelsstand erhoben.
Nachdem auch von Schneider den Ansprüchen des Königs nicht gerecht werden konnte, entließ ihn dieser mit Handschreiben vom 1. Juni 1886 und versetzte ihn in das Finanzministerium.
Für die folgenden Jahre liegen nur noch einzelne Briefe, die in kurzen Trennungsphasen wie Tagungen oder Verwandtenbesuche entstanden sind, vor.
1897 wurde Alexander von Schneider Oberkonsistorialpräsident der Evangelischen Kirche.
In dieser Funktion unternahm er mit einer Delegation im Oktober bis November 1898 eine "Offizielle Festfahrt zur Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem". Von dieser Reise schilderte er seiner Frau in sechs Briefen und einer Postkarte seine Erlebnisse.
Von Schneider setzte sich sehr für eine bessere Bezahlung von Pfarrern und vor allem für eine Hilfskasse von unverheirateten Pfarrerstöchtern ein.
Als eine besondere Auszeichnung für seine Verdienste erhielt er von der Erlanger theologischen Fakultät den Doktortitel und von Prinzregent Luitpold 1906 den Titel Excellenz.
Das letzte überlieferte Schrifstück von Alexander von Schneider ist ein kurzer Postkartengruß vom 30. September 1908 an seine Frau.
Nach einem längeren Krebsleiden verstarb Alexander von Schneider am 20.5.1909 in Garmisch und wurde drei Tage später in München beerdigt. Sein Grab im Münchner Nordfriedhof wurde 1989 aufgelöst.
Sandra Karmann
September 2012
Beruf bzw. Ämter:
Jurist und Ministerialbeamter; 1876 Stadtgerichtsassessor und Hilfsarbeiter des Kabinettsekretärs Friedrich von Ziegler; 1878 2. Staatsanwalt; 1879 Landgerichtsrat; 1883 Regierungsrat und Kabinettsekretär König Ludwigs II.; 1884 Erhebung in den persönlichen Adelsstand; 1886 Versetzung als Ministerialrat in das Bayer. Staatsministerium der Finanzen; 1897 Oberkonsistorialpräsident der Evangelischen Kirche
Inhalt:
Private Familienkorrespondenz (u.a. Briefe an seine Braut und spätere Ehefrau Florentine Rutz); Briefe König Ludwigs II. an Schneider; Brief des kgl. Leibarztes Max Schleiss von Löwenfeld von 1886; Briefe von der "Offiziellen Festfahrt zur Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem" 1898; Fotos; Presseausschnitte zum Tod Ludwigs II.; Unterlagen betr. Sohn Adolf Philipp Alexander Schneider; Unterlagen betr. Familie Höchtlen; Unterlagen betr. Familie Kauder
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Bestand
Akten
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:05 MESZ