Rechtsanwaltskanzlei Maixner (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, PL 407
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Deposita, nichtstaatliche Archive und Nachlässe >> Nichtstaatliche Archive (ohne Deposita) >> Gesellschaften, Vereine u.a.
1972-1977 (Vorakten ab 1968)
Überlieferungsgeschichte
Die in dem Bestand zusammengefassten Ermittlungs- und Verfahrensakten zum Prozess gegen die Terroristen Baader, Meinhof u. a. wurden der staatlichen Archivverwaltung vom Rechtsanwaltbüro Maixner und Grigat in Stuttgart im Jahr 1978 übergeben. Die Unterlagen bestehen zu einem erheblichen Teil aus Kopien von Ermittlungsakten aus den Jahren 1971 bis 1974, die dem Rechtsanwalt zur Vorbereitung seiner Verteidigung ausgehändigt wurden. Darüber hinaus finden sich in den Bestand Unterlagen zum Prozess in Stuttgart-Stammheim, insbesondere Protokolle der Hauptverhandlungen sowie Korrespondenz des Anwalts.
Vorbemerkung: Die vorliegenden Ermittlungs- und Verfahrensakten zum Prozess gegen die Terroristen Baader, Meinhof u.a. wurden von Rechtsanwalt Hans-Georg Maixner, Stuttgart, im Juli 1978 der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg zur Übernahme angeboten, welche dann die Abgabe an das Staatsarchiv Ludwigsburg als zuständiges Archiv veranlasste. Einen rechtlichen Vorbehalt bezüglich dieser Akten erhob die abgebende Stelle nicht; lediglich die üblichen Vorlagefristen und die für Personalakten geltenden Vorschriften müssen gewährleistet sein. Die Benutzung bleibt damit bis zum Jahr 2007 gesperrt. Das Aktenmaterial ist nicht bei Rechtsanwalt Maixner, sondern bei dem mit diesem in einem Rechtsanwaltsbüro zusammengeschlossenen Rechtsanwalt Peter Grigat entstanden. Letzterer wurde durch Verfügung des 2. Strafsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 18.04.1975 zum zusätzlichen Pflichtverteidiger für den Angeklagten Raspe bestellt (neben zwei weiteren Anwälten für die Angeklagten Meinhof und Ensslin; s. Bü 99). Der Grund dafür lag in Äußerungen von Verteidigern des Vertrauens, die den Verdacht nicht ausschlossen, dass diese irgendwann einmal im Verlauf des Prozesses ihre Verteidigung niederlegen könnten. Allein in den Händen von je einem (nicht von dem Angeklagten bestellten) Anwalt hätte dann die Verteidigung gelegen, welcher für die notwendige stete Präsenz nicht hätte bürgen können. Rechtsanwalt Maixner hat, wie aus den Hauptverhandlungsprotokollen ersichtlich ist, seinen Sozius Rechtsanwalt Grigat einige Male als Verteidiger beim Prozess vertreten. Die Akten kann man in 2 Gruppen einteilen: 1. Ermittlungsakten (zu den Straftaten, Festnahmen etc.), die dem Rechtsanwalt als Grundlage für seine Verteidigung ausgehändigt wurden (1.-6.). Dieses Schriftgut ist ausnahmslos in Kopien vorhanden und entstand überwiegend beim Bundeskriminalamt (BKA) - Sicherungsgruppe (SG) - Sonderkommission (Soko) Baader/Meinhof (B/M) oder stammt von verschiedenen Polizeidienststellen, die mit Ermittlungen befasst waren. Die Ordnung dieser als "Sonderordner (SO)" bezeichneten Akten wurde beibehalten; ihre jeweiligen Inhaltsübersichten finden sich, wenn auch nicht bis ins letzte Detail, als Enthält-Vermerke bei den einzelnen Titelaufnahmen, da hierfür die wenig aussagenden Außentitel der Ordner übernommen wurden. Die Laufzeit der Ermittlungsakten umfasst im wesentlichen die Jahre 1971-1974. Sie beinhalten die in dieser Zeit verübten schweren Straftaten, vor allem Sprengstoffanschläge (und die in diesem Zusammenhang angestrengten Ermittlungen im weitesten Sinne), die dann auch Gegenstand des Prozesses wurden. Jedoch ist auch Material zusammengetragen, insbesondere über den ideologischen Hintergrund und die Tatmotivierung, welches aus früherer Zeit stammt (1968 ff.). 2. Die weiteren Akten sind im Zusammenhang mit dem Prozess in Stuttgart-Stammheim angefallen; bei ihnen machen die Hauptverhandlungsprotokolle den größten Umfang aus. Diese Akten stammen vorwiegend aus der Kanzlei von Rechtsanwalt Grigat und beinhalten auch Originalschriftgut (7.-8.). Sie wurden in losem Zustand übergeben und bei der Ordnung in inhaltlichen Zusammenhang gebracht. Der Umfang beträgt 134 Büschel. 0,2 lfd. m Duplikate wurden kassiert. Ludwigsburg, August 1978 H. Graf
Die in dem Bestand zusammengefassten Ermittlungs- und Verfahrensakten zum Prozess gegen die Terroristen Baader, Meinhof u. a. wurden der staatlichen Archivverwaltung vom Rechtsanwaltbüro Maixner und Grigat in Stuttgart im Jahr 1978 übergeben. Die Unterlagen bestehen zu einem erheblichen Teil aus Kopien von Ermittlungsakten aus den Jahren 1971 bis 1974, die dem Rechtsanwalt zur Vorbereitung seiner Verteidigung ausgehändigt wurden. Darüber hinaus finden sich in den Bestand Unterlagen zum Prozess in Stuttgart-Stammheim, insbesondere Protokolle der Hauptverhandlungen sowie Korrespondenz des Anwalts.
Vorbemerkung: Die vorliegenden Ermittlungs- und Verfahrensakten zum Prozess gegen die Terroristen Baader, Meinhof u.a. wurden von Rechtsanwalt Hans-Georg Maixner, Stuttgart, im Juli 1978 der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg zur Übernahme angeboten, welche dann die Abgabe an das Staatsarchiv Ludwigsburg als zuständiges Archiv veranlasste. Einen rechtlichen Vorbehalt bezüglich dieser Akten erhob die abgebende Stelle nicht; lediglich die üblichen Vorlagefristen und die für Personalakten geltenden Vorschriften müssen gewährleistet sein. Die Benutzung bleibt damit bis zum Jahr 2007 gesperrt. Das Aktenmaterial ist nicht bei Rechtsanwalt Maixner, sondern bei dem mit diesem in einem Rechtsanwaltsbüro zusammengeschlossenen Rechtsanwalt Peter Grigat entstanden. Letzterer wurde durch Verfügung des 2. Strafsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 18.04.1975 zum zusätzlichen Pflichtverteidiger für den Angeklagten Raspe bestellt (neben zwei weiteren Anwälten für die Angeklagten Meinhof und Ensslin; s. Bü 99). Der Grund dafür lag in Äußerungen von Verteidigern des Vertrauens, die den Verdacht nicht ausschlossen, dass diese irgendwann einmal im Verlauf des Prozesses ihre Verteidigung niederlegen könnten. Allein in den Händen von je einem (nicht von dem Angeklagten bestellten) Anwalt hätte dann die Verteidigung gelegen, welcher für die notwendige stete Präsenz nicht hätte bürgen können. Rechtsanwalt Maixner hat, wie aus den Hauptverhandlungsprotokollen ersichtlich ist, seinen Sozius Rechtsanwalt Grigat einige Male als Verteidiger beim Prozess vertreten. Die Akten kann man in 2 Gruppen einteilen: 1. Ermittlungsakten (zu den Straftaten, Festnahmen etc.), die dem Rechtsanwalt als Grundlage für seine Verteidigung ausgehändigt wurden (1.-6.). Dieses Schriftgut ist ausnahmslos in Kopien vorhanden und entstand überwiegend beim Bundeskriminalamt (BKA) - Sicherungsgruppe (SG) - Sonderkommission (Soko) Baader/Meinhof (B/M) oder stammt von verschiedenen Polizeidienststellen, die mit Ermittlungen befasst waren. Die Ordnung dieser als "Sonderordner (SO)" bezeichneten Akten wurde beibehalten; ihre jeweiligen Inhaltsübersichten finden sich, wenn auch nicht bis ins letzte Detail, als Enthält-Vermerke bei den einzelnen Titelaufnahmen, da hierfür die wenig aussagenden Außentitel der Ordner übernommen wurden. Die Laufzeit der Ermittlungsakten umfasst im wesentlichen die Jahre 1971-1974. Sie beinhalten die in dieser Zeit verübten schweren Straftaten, vor allem Sprengstoffanschläge (und die in diesem Zusammenhang angestrengten Ermittlungen im weitesten Sinne), die dann auch Gegenstand des Prozesses wurden. Jedoch ist auch Material zusammengetragen, insbesondere über den ideologischen Hintergrund und die Tatmotivierung, welches aus früherer Zeit stammt (1968 ff.). 2. Die weiteren Akten sind im Zusammenhang mit dem Prozess in Stuttgart-Stammheim angefallen; bei ihnen machen die Hauptverhandlungsprotokolle den größten Umfang aus. Diese Akten stammen vorwiegend aus der Kanzlei von Rechtsanwalt Grigat und beinhalten auch Originalschriftgut (7.-8.). Sie wurden in losem Zustand übergeben und bei der Ordnung in inhaltlichen Zusammenhang gebracht. Der Umfang beträgt 134 Büschel. 0,2 lfd. m Duplikate wurden kassiert. Ludwigsburg, August 1978 H. Graf
134 Büschel (8,7 lfd. m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:40 MEZ