Erbschaftsstreit zwischen Sophia von Stommel, Tochter des Stephan von Stommel (gest. 27. Dez. 1562) und seiner ersten Gattin Margaretha von Reuschenberg, und Stephan von Stommels Kindern aus zweiter Ehe. Sophia von Stommel klagt auf Herausgabe der väterlichen Güter, die anläßlich der Eheschließung ihrer Mutter verschrieben worden sind, und der mütterlichen Güter, die von deren Mutter Sophia von Rurich zu Rurich (Kr. Erkelenz) stammen und die ihr Vater nur als Leibzüchter innegehabt habe. Streitig ist insbesondere das Gut Neuenhof (ca. 15 Meilen von Rurich entfernt gelegen), das die Beklagten okkupierten. Sophia von Stommels Erbverzicht von 1544 anläßlich ihrer ersten Ehe mit Johann von Groesbeck gegen Zahlung einer Aussteuer von 5000 Goldgulden sei unwirksam, da Sophia damals minderjährig gewesen sei und den Umfang ihres Erbes nicht gekannt habe. Sie ficht auch einen Vergleich mit ihrem Halbbruder Arnold von Stommel von 1565 an. Da die Erbgüter unter den verschiedenen Jurisdiktionen des Erzbischofs von Köln, des Herzogs von Jülich, des Abts von Kornelimünster, des Grafen Hermann von Neuenahr und Moers und des Abts von Brauweiler liegen, wenden sich die Kläger unmittelbar an das RKG; dennoch werden sie abwechselnd als Appellanten und als Kläger bezeichnet.
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Erbschaftsstreit zwischen Sophia von Stommel, Tochter des Stephan von Stommel (gest. 27. Dez. 1562) und seiner ersten Gattin Margaretha von Reuschenberg, und Stephan von Stommels Kindern aus zweiter Ehe. Sophia von Stommel klagt auf Herausgabe der väterlichen Güter, die anläßlich der Eheschließung ihrer Mutter verschrieben worden sind, und der mütterlichen Güter, die von deren Mutter Sophia von Rurich zu Rurich (Kr. Erkelenz) stammen und die ihr Vater nur als Leibzüchter innegehabt habe. Streitig ist insbesondere das Gut Neuenhof (ca. 15 Meilen von Rurich entfernt gelegen), das die Beklagten okkupierten. Sophia von Stommels Erbverzicht von 1544 anläßlich ihrer ersten Ehe mit Johann von Groesbeck gegen Zahlung einer Aussteuer von 5000 Goldgulden sei unwirksam, da Sophia damals minderjährig gewesen sei und den Umfang ihres Erbes nicht gekannt habe. Sie ficht auch einen Vergleich mit ihrem Halbbruder Arnold von Stommel von 1565 an. Da die Erbgüter unter den verschiedenen Jurisdiktionen des Erzbischofs von Köln, des Herzogs von Jülich, des Abts von Kornelimünster, des Grafen Hermann von Neuenahr und Moers und des Abts von Brauweiler liegen, wenden sich die Kläger unmittelbar an das RKG; dennoch werden sie abwechselnd als Appellanten und als Kläger bezeichnet.
AA 0627, 2966 - I/J 202a/1021b
AA 0627 Reichskammergericht, Teil V: I-L
Reichskammergericht, Teil V: I-L >> 1. Buchstabe I/J
1573 - 1630
Enthaeltvermerke: Kläger: Heinrich von Isendoorn (Isedorn, Isendoren) gen. von Blois, Ritter, Herr von Lathum (Niederlande) und Stockum (bei Eupen), Erbmarschall des Herzogtums Limburg, namens seiner Gattin Sophia von Stommel (Stummel, Stumel), seit 1621 ihr Sohn Martin von Isendoorn gen. von Blois und Paul Johann von Groesbeck (Großbeck, Groisbeeck), Kanoniker der Kathedralkirche von Lüttich und Abt zu Dinant (Belgien) Beklagter: Gebrüder Hermann und Wilhelm von Stommel (Stommell) zu Neuenhof (Amt Bergheim, bei Brühl) für sich und als Vormünder der Kinder ihres verstorbenen Bruders Arnold von Stommel, und deren Mutter Adela von Langen, ferner ihre Schwestern Katharina von Stommel, Witwe des Kaspar von Elverfeldt zu Isenburg (Rheinisch - Bergischer Kr.), und Magdalena von Stommel, seit 1621 Kaspar von Elverfeldt zum Neuenhof, Katharina von Stommels Sohn Prokuratoren (Kl.): Dr. Sebastian Linck 1573 - Dr. Jakob Friedrich Meurer 1573 - Dr. Johannes Schaumberger 1628 - Dr. Johann Wilhelm Augsburger 1628 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Christoffel Reffsteck 1573 Prozeßart: Appellationis (?) Instanzen: RKG 1573 - 1630 Beweismittel: RKG-Citatio ad reassumendum vom 12. Okt. 1621 (Q 14). Originale Zession des Johann von Groesbeck (Groisbeeck) von 1622 in lateinischer Sprache (Q 15). Beschreibung: 3 cm, 103 Bl., lose; Q 1 - 16, 2 Beilagen von 1611 und 1630. Lit.: A. Fahne, Geschichte der adligen Familie von Stommel in ihren verschiedenen Linien am Rhein, in Hessen und in der Wetterau, Düsseldorf 1845, S. 12. R. Wartena, Het archief van de Cannenburg, hrsg. v. Rijksarchief in Gelderland, Arnhem 1969, S. 15ff. Kurt Niederau, Die von Zweifel auf Wissem, in: Troisdorfer Jahreshefte 19 (1989) S. 120.
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.05.2026, 09:25 MESZ