Der Prior Dietrich von Xanten und der Konvent von Werden machen Erzbischof Salentin von Köln, den infulierten Äbten und den weltlichen Prälaten, die Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl haben, bekannt, daß Abt Hermann von Holt am 30. Oktober des vergangenen Jahres gestorben ist. Er wurde mit feierlichen Exequien bestattet. Damit nicht das Kloster durch das Fehlen des Leiters Schaden erleidet, wurde der 23. Januar als Termin für eine Neuwahl festgesetzt. In Anwesenheit der Äbte Nikolaus von Vreden von Deutz und Andreas von Köln von Brauweiler als Visitatoren und aller Konventualen mit Ausnahme von Paul Bruin und Friedrich [von] Kamen, die von dem Herzog von Kleve relegiert worden waren und die der Herzog zur Wahl nicht zuließ, haben sich am 23. Januar 1573 der Prior Dietrich von Xanten, Johann von Aachen, Eberhard von Werden, der Kellner Heinrich Duden, der Kustos Raban Boetzler, Severin von Kamen, Bartholomäus [von] Dülken, Bernhard von Münster und Heinrich von Köln im Kapitelssaal unter Glockengeläut um die 8. Stunde in Gegenwart der beiden Äbte, der hinzugezogenen Notare sowie der herzoglichen Räte Dr. iur. Heinrich von Wese und Lic. iur. Johann Lauverman zur Wahl des neuen Abts versammelt. Dann wurde über die Wahl eines geeigneten und fähigen Abts beraten, was an den folgenden Tagen fortgesetzt wurde. Die Notare wurden gebeten, über die Angelegenheit ein öffentliches Instrument anzufertigen. Als Zeugen waren zugegen die Xantener Kanoniker Adolf Kloß und Heinrich Tilman. Am Morgen des 26. Januar sind nun die genannten Werdener Mönche, nachdem sie die Messe vom Heiligen Geist gesungen und kommuniziert hatten, um die 9. Stunde am gewöhnlichen Ort der Kapitelsversammlung zusammengetreten in Gegenwart der beiden Äbte und der herzoglichen Räte sowie der Notare und Zeugen. Zunächst wurde das Kapitel 64 der Benediktinerregel über die Wahl des Abts verlesen. Danach erfolgte eine Ermahnung des Abts von Deutz, worauf allen Exkommunizierten und sonst Unwürdigen befohlen wurde, das Kapitel zu verlassen. Nach dem Psalm "Ad te levavi", Kollekten und Gebeten wurde beschlossen, zur Wahl eines neuen Abts zu schreiten. Es wurden die Skrutatoren gewählt, und zwar wegen der geringen Zahl der Kapitulare zunächst der Abt von Brauweiler Andreas, Dietrich von Xanten und Severin von Kamen. Die Skrutatoren haben sich darauf in einen benachbarten Raum begeben mit dem Abt von Deutz, den herzoglichen Räten, Notaren und Zeugen, um dort die Stimmen zu prüfen und zu notieren. Sie haben danach um die Stimmabgabe der beiden Skrutatoren und dann aller Mönche nachgesucht. Nach eingehender Prüfung und Feststellung des Ergebnisses sind die Skrutatoren in den Kapitelssaal zurückgekehrt und haben durch den Deutzer Abt bekanntmachen lassen, daß die größere und bessere Zahl der Stimmen auf einen Bruder gefallen ist. Sie fragten deshalb, ob die Minderheit der Mehrheit beitreten wolle, was auch geschehen ist. Die Skrutatoren haben darauf verkündet, daß die Wahl auf Heinrich Duden gefallen ist, einen in geistlichen wie weltlichen Dingen umsichtigen und überlegenen Mann, der die geistlichen Weihen besitzt und alle notwendigen Eigenschaften, was dann Dietrich von Xanten in feierlicher Form verkündete. Nachdem der Neugewählte seine Unwürdigkeit betont hat, hat er die Wahl angenommen. Die Versammelten haben darauf Duden in feierlichem Zug zum Chor der Kirche geführt unter Glockenklang und unter Absingen des Tedeum. Dem Neugewählten wurde der Platz im Chor angewiesen. Darauf wurde den zahlreich versammelten Laien das Ergebnis durch den Mönch Eberhard von Werden mitgeteilt. Nach der Rückkehr in den Kapitelssaal wurden Duden die Schlüssel überreicht und Gehorsam gelobt. Die Aussteller bitten den Erzbischof, die Wahl zu bestätigen und dem Neugewählten die Verwaltung der geistlichen und weltlichen Angelegenheiten des Klosters zu übertragen. - Die Aussteller haben die Urkunde mit dem Kapitelssiegel bekräftigt. - Die Notare Leonhard Arnheim und Lambert Twendt bekunden, bei allem anwesend gewesen zu sein und das Instrument unterschrieben und mit ihrem Signet versehen zu haben.

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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
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