Polizeiregistratur (Bestand)
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Polizeireg
Stadtarchiv Münster (Archivtektonik) >> Archive der Stadt Münster >> Registraturen der preußischen Stadtverwaltung
[1802-01-01/1949-12-31]
Laufzeit: 1802-1949 Inhalt: In der preußischen Zeit (seit 1802) wurden die Verwaltungsaufgaben der Stadt Münster neu gegliedert. Das Stadtrichteramt wurde 1804 nach dem Tode des letzten Amtsinhabers aufgelöst. Während die rechtsprechenden Funktionen der Regierung übertragen wurden, fielen die Polizeiverwaltungsaufgaben dem Magistrat der Stadt Münster zu. Im gleichen Jahr erließ die Kriegs- und Domänenkammer eine Dienstanweisung für den Geschäftsbetrieb der städtischen Polizeiverwaltung. In der französischen Zeit waren die Polizeifunktionen wiederum von der eigentlichen Verwaltung abgetrennt, indem das Amt eines besoldeten Polizeikommissars eingeführt wurde. Der Polizeikommissar und sein Apparat hatten insbesondere für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu sorgen, was zu einer erhöhten Ausstattung des Polizeibüros führte. In der preußischen Zeit nach 1815 unterstand die Polizei wiederum dem Magistrat und somit insbesondere dem Oberbürgermeister der Stadt Münster, der die Leitung in staatlicher Auftragsverwaltung versah. Polizeibeamte waren städtische Beamte, und der Polizeietat ging zu Lasten der Stadt. 1837 wurde ein eigenes Polizeiamt unter der Leitung eines Polizeikommissars geschaffen, was die Abtrennung der Polizei von Magistrat und Stadtverwaltung bedeutete. 1937 wurde die kommunale Polizeiverwaltung durch die nationalsozialistische Regierung aufgehoben und ging in die staatliche Zuständigkeit über. In Münster wurde ein Polizeipräsidium errichtet, welches die städtische Ausstattung übernahm. Allgemeines Schandpfahl und Hinrichtungen im Zwinger (1834-1853); Kinderfürsorge (1898-1926) (2); Promenaden, öffentliche Gebäude und Anlagen (1824-1910); Straßenwesen (1815-1893) (2); Paßwesen und Wanderbücher (1823-1949) (4); Auswanderungen und Ausweisungen (1844-1924) (4); Sonn- und Feiertage (1857-1919); Untersuchungsverfahren (1844-1848); Ereignisse des Jahres 1913 (1913); polizeiliche Verwaltungsverordnungen (1824-1891); auswärtige Todesfälle (1893-1896); Stadtpolizei (1802-1833) (2); Dienstanweisung (1912); Obdachlosenheim (1919-1931); Postwesen (1868-1919) (2); Luftschutz (1932-1933); Akademiker (1834-1892); Geldfälschung (1834-1896); Denunzianten (1825-1893); Beschlagnahmungen (1920-1924); Personalangelegenheiten (1878-1891); allgemeine Polizeiangelegenheiten (1927-1930); Kriminalkommissariate (1932-1935); Haftsachen (1934); Gendarmerie (1839-1919); Säuglingsheim (1909); Gewerbesachen Handwerksgesellenunterstützungskasse (1857-1869); Straffälligkeit von Handwerksgesellen (1826-1889); Stadtverordnung (1816); Handwerkslehrlinge (1855-1857); Zahnheilkunde (1901-1920); Gaststätten- und Gewerbekonzessionen (1845-1928) (20); Verein Dienst am Volke (1930-1932); Bekämpfung von Wucher und Schleichhandel (1919-1923); städtischer Wirtschaftsausschuß (1921-1924); Gesundheitspolizei Beerdigung von Leichen aus der Anatomie (1907-1927); Tierseuchen (1922-1925); Fleischverkauf (1853-1920) (2); Diphterie (1921-1928); Verein zur Pflege verheirateter bedürftiger Wöchnerinnen (1910-1915); Politische Angelegenheiten Revolution 1848 (1843-1853) (4); Katholischer Verein Münster (1849-1850); Versammlungs- und Vereinsrecht (1849-1916); Deserteure (1812-1920); soziale und politische Aufruhr und Unruhen (1837-1921) (4); Sicherheitsmaßnahmen bei Kaiserbesuchen (1901-1915); Waffenabgabe und Waffenscheine (1920-1927) (3); Bürgerbund Münster (1918-1922); Einwohner- und Bauernwehr (1919-1921) (3); städtischer Sicherheitsdienst und öffentliche Sicherheit (1848-1939) (2); Internierung asiatischer Staatsangehöriger (1914-1918); Zuzugsmeldungen ausländischer Staatsangehöriger (1920-1922) (5); Kriegsgefangene (1914-1922);politische Polizei (1921-1933); Umsturzpartei (1850-1863); Sozialdemokraten (SPD) (1896-1935) (6); Kommunisten (KPD) (1933-1934) (2); staatsfeindliche Personen und Organisationen (1933-1935); Adventisten (1933-1934); Internationale Bibelforschervereinigung (1933-1934); Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) (1932-1934) (2); Radikaldemokratische Partei (1931); Deutsch-nationale Volkspartei (DNVP) (1931-1933) (2); Volksbund für Wahrheit und Recht (1932); Deutsche Volksgemeinschaft (1931); Marineverein (1898-1914); Wirtschaftliche Vereinigung Kriegsbeschädigter (1918); Reichstags- und Landtagswahlen, Reichspräsidentenwahl (1924-1932) (5); politische Verhaftungen und Beschlagnahmungen (1931-1933) (6); Tumultschäden (1920-1931) (2); politische Wanderredner (1931); Reichspartei des deutschen Mittelstandes (1932-1933); Deutsche Demokratische Partei (DDP) (1932); politische Versammlungen, Kundgebungen, Wahlversammlungen mit Unruhen und Ausschreitungen, unter anderem Hitlerkundgebung in Münster 1932 (1920-1932) (3); Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold (1931); private Funkanlagen (1923-1926); katholische Vereine, unter anderem Sturmschar, Kreuzschar und Windhorstbund (1933-1934); Volksverein (1933-1934); "demagogische Umtriebe" (1824-1841). Umfang : 141 Einheiten (37 Kartons), Findbuch des Stadtarchivs Münster 1802-1945, Zitierung: StdAMs, Polizeiregistratur Literatur: Lambacher, Hannes, Von der Staatskuratel zur selbständigen Aufgabenerfüllung - Entwicklung der kommunalen Selbstverwaltung von der napoleonischen Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, in: Geschichte der Stadt Münster, hrsg. v. Franz-Josef Jakobi, Band 2, Münster 1993, S. 619-661. Krabbe, Wolfgang R., Die lokale Polizeiverwaltung in der preußischen Provinz Westfalen (1815-1914), in: Blätter für deutsche Landesgeschichte, Bd. 119, 1983, S. 141-157.
Vorwort: Die Klassifikation der sog. Polizeiregistratur umfasste nur die Hauptgruppen I. Allgemeines, II. Gewerbesachen, III. Gesundheitspolizei, IV. Politische Angelegenheiten. Es bot sich an, v.a. die Hauptgruppe Politisches weiter zu differenzieren.
Vorwort: Die Klassifikation der sog. Polizeiregistratur umfasste nur die Hauptgruppen I. Allgemeines, II. Gewerbesachen, III. Gesundheitspolizei, IV. Politische Angelegenheiten. Es bot sich an, v.a. die Hauptgruppe Politisches weiter zu differenzieren.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ