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Nachlass Friedrich Seitz (*1890 +1966) (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Nachlässe, Verbands- und Familienarchive >> Sonstige Nachlässe
(1867) 1902-1925 (1940, 1964)
Überlieferungsgeschichte
Der vorliegende Bestand ist aus der Zusammenlegung zweier Bestände hervorgegangen. Der militärische Nachlass wurde dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart im Mai 1991 vom Sohn des Nachlassers, Fritz Seitz, übergeben. Dieser Bestand im Umfang von 0,4 lfd. m wurde zunächst unter der Bestandssignatur M 660/304 (und dem Namen "Fritz Seitz") abgelegt. Im November 2003 übergab dann das Haus der Geschichte Baden-Württemberg den von Else Seitz, der Schwiegertochter des Nachlassers, übergebenen zivilen Nachlass von Friedrich Seitz dem Hauptstaatsarchiv. Dieser Bestand im Umfang von 0,2 lfd. m erhielt die Signatur Q 2/30 ("Friedrich Seitz"). Bei den Fotografien in Bü 19 handelt es sich um im Hauptstaatsarchiv angefertigte Reproduktionen. Die Originale liegen weiterhin im Haus der Geschichte. Unter der Signatur M 430/3 Bü 10694 verwahrt das Hauptstaatsarchiv Stuttgart die Offiziers-Personalakte von Friedrich Seitz.
Im September 2004 wurden die Bestände Q 2/30 und M 660/304 unter der aktuellen Signatur Q 2/30 von Archivreferendar Johannes Grützmacher unter Anleitung von Regina Keyler zusammengeführt, geordnet und erschlossen. Der unterschiedlichen Überlieferung wurde dabei insoweit Rechnung getragen, als die grobe Gliederung in einen militärischen und einen zivilen Abschnitt beibehalten wurde, auch wenn sich die Einteilung nicht streng an die Vorprovenienz hielt. Soweit bereits sinnvolle Unterteilungen bestanden, wurden diese berücksichtigt. Gelegentlich mussten auch neue Büschel gebildet werden.
Der Bestand umfasst nun 28 Verzeichnungseinheiten (0,5 lfd. m).
Inhalt und Bewertung
Gottlieb Friedrich Seitz wurde am 11. Mai 1890 in Ludwigsburg geboren. Nach dem Besuch des Realprogymnasiums in Calw sowie der evangelisch-theologischen Seminare in Schöntal und Urach studierte er an der Universität Tübingen naturwissenschaftliche Fächer.
Bei Kriegsbeginn 1914 wurde er eingezogen und wurde nach seiner Verwundung im Januar 1915 zum Leutnant befördert. Im September 1916 wurde er zur Württembergischen Wirtschafts-Kompagnie Nr. 24 versetzt. Er übernahm bis zum Kriegsende die Betriebsleitung der Möbelfabrik 427 in Gorcy/Frankreich, die standardisierte Massenanfertigungen für die Armee betrieb.
Friedrich Seitz' berufliche Laufbahn bewegte sich in den Feldern Journalismus, Public Relations, politische und wirtschaftliche Tätigkeit, ohne je eindeutig einem dieser Felder zugeordnet werden zu können. In den Jahren 1911-1920 war er - mit Unterbrechung während des Krieges - in der Franckh'schen Verlagsbuchhandlung Stuttgart als Redakteur und Werbefachmann beschäftigt.
In den frühen 1920er Jahren, der Zeit, die im vorliegenden Nachlass besonders gut dokumentiert ist, versah Seitz eine ganze Reihe ineinander greifender politischer und publizistischer Tätigkeiten, u.a. in der Schwäbischen Liga zum Schutze Deutscher Kultur, der Vereinigung der leitenden Angestellten in Handel und Industrie e.V. ("Vela"), dem Schwabenbund und der Reichszentrale für Heimatdienst.
Aus den vorliegenden Artikeln, Pressemitteilungen und Zeugnissen ergibt sich das Bild eines äußerst betriebsamen Menschen mit großer Außenwirkung, der es Verstand, Kontakte zu knüpfen und zu nutzen. Seine politischen Verlautbarungen nach dem Krieg lassen ihn als Vertreter einer nationalistischen Politik mit gelegentlichen antisemitischen Untertönen erscheinen, der sich gleichwohl zur Republik bekannte. Seine Hauptthemen waren die wirtschaftliche Lage, die von ihm so bezeichnete "Kriegsschuldlüge" und vor allem die fehlende Einheit des Volks. Dabei blieben seine politischen Aussagen meist diffus-emotional.
Der vorliegende Nachlass geht über die Mitte der 1920er Jahre kaum hinaus. Ihm ist lediglich noch zu entnehmen, dass Seitz 1940 als Werbeleiter der Robert Bosch GmbH tätig war. Nach dem Zweiten Weltkrieg erschien eine Reihe von Seitz verfasste bzw. herausgegebene Ratgeber in Management- und PR-Fragen. Friedrich Seitz starb im Jahre 1966.
Der Bestand Q 2/30 dokumentiert vor allem die berufliche Tätigkeit und das öffentliche Wirken von Friedrich Seitz. Privates ist kaum enthalten. Ein großer Teil enthält Dokumente aus Seitz' Tätigkeit im Ersten Weltkrieg. Neben Erinnerungsstücken und einer Postkarten- und Fotosammlung sind das vor allem zum Teil detaillierte Erlebnisberichte und Tagebuch-Aufzeichnungen, diverse Gelegenheitstexte und Artikel sowie fotografische und schriftliche Dokumente der Möbelfabrik 427 in Gorcy. Der zweite Teil umfasst die verschiedenen beruflichen und politischen Aktivitäten von Seitz in den Jahren 1920-1925, teilweise auch aus den Jahren vor dem Krieg. Hier sind neben meist die berufliche Entwicklung betreffender Korrespondenz vor allem Pressemitteilungen sowie mehrere z.T. umfangreiche Sammlungen von Zeitungen und Zeitungsausschnitten mit Artikeln von und über Seitz zu nennen.
Zur Person: Gottlieb Friedrich Seitz wurde am 11. Mai 1890 als Sohn des Postinspektors Gustav Seitz und seiner Frau Julie in Ludwigsburg geboren. Nach dem Besuch des Realprogymnasiums in Calw sowie der evangelisch-theologischen Seminare in Schöntal und Urach studierte er an der Universität Tübingen naturwissenschaftliche Fächer. 1913 heiratete er Suzanne Lazeron bei Neuchâtel. Friedrich Seitz nannte sich selbst gelegentlich Friedrich Seitz-Lazeron. Es ist zudem sehr wahrscheinlich, dass "Franz Friedrich" und "Fred Sedlitz", von denen sich einige Texte im Nachlass finden, Pseudonyme von Friedrich Seitz sind. Seine militärische Karriere begann mit seinem Eintritt ins Infanterie-Regiment 180 als Einjährig-Freiwilliger im Jahre 1908. Bei Kriegsbeginn 1914 wurde er eingezogen und wurde nach seiner Verwundung im Januar 1915 zum Leutnant befördert. Im September 1916 wurde er zur Württembergischen Wirtschafts-Kompagnie Nr. 24 versetzt. Er übernahm bis zum Kriegsende die Betriebsleitung der Möbelfabrik 427 in Gorcy/Frankreich, die standardisierte Massenanfertigungen für die Armee betrieb. Friedrich Seitz' berufliche Laufbahn bewegte sich in den Feldern Journalismus, Public Relations, politische und wirtschaftliche Tätigkeit, ohne je eindeutig einem dieser Felder zugeordnet werden zu können. In den Jahren 1911-1920 war er - mit Unterbrechung während des Krieges - in der Franckh'schen Verlagsbuchhandlung Stuttgart als Redakteur und Werbefachmann beschäftigt. Dabei oblag ihm die Leitung der Publikationen Kosmos, Zeiten und Völker, Kosmos-Korrespondenz, Amerika und Wir, Natur und Unterricht sowie der von ihm begründeten Zeitschriften Basteln und Bauen und Film und Lichtbild. Außerdem war er mit Verlagswerbung betraut. In den frühen 1920er Jahren, der Zeit, die im vorliegenden Nachlass besonders gut dokumentiert ist, versah Seitz eine ganze Reihe ineinander greifender politischer und publizistischer Tätigkeiten. Ab Juni 1920 leitete er die Schwäbische Liga zum Schutze Deutscher Kultur (eine regionale Abteilung der Liga zum Schutze Deutscher Kultur). Vom September 1920 bis zum März 1922 war Geschäftsführer der Vereinigung der leitenden Angestellten in Handel und Industrie e.V. ("Vela") für Süddeutschland. Januar 1922 bis März 1923 war er als Geschäftsführer der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des Schwabenbundes angestellt, für den er auch als Vortragsredner tätig war. Der Schwabenbund hörte 1925 auf zu existieren. Zwischen April 1923 und Februar 1924 leitete Seitz die Landesabteilung Württemberg der Reichszentrale für Heimatdienst. Zur gleichen Zeit nahm er einen Lehrauftrag an der Drogistenfachschule Stuttgart war, als deren Leiter er sich im Dezember 1924 bezeichnete. Neben diesen Tätigkeiten betätigte er sich weiterhin als Publizist, politischer Redner und Werbefachmann, betrieb die Einführungsreklame und Werbung für die Klosterdestillerie Lorch AG, schrieb für die Fachzeitschrift für Kosmetik, trat als Gastredner und Kursleiter bei Kursen der DDP bzw. der Deutschen Demokratischen Jugend auf und betrieb seinen Schwäbischen Pressedienst (zeitweilig auch Schwabenbund-Pressedienst), der vor allem im Dienst der Schwäbischen Liga und des Schwabenbundes stand. Seitz' frühe publizistische Tätigkeit schlug sich vor allem in populärwissenschaftlichen Arbeiten sowie im PR-Bereich nieder. Diese Themen behielt er auch bei. Nach 1920 gewann seine politische Tätigkeit allerdings deutlich an Gewicht. Aus den vorliegenden Artikeln, Pressemitteilungen und Zeugnissen ergibt sich das Bild eines äußerst betriebsamen Menschen mit großer Außenwirkung, der es Verstand, Kontakte zu knüpfen und zu nutzen. Seine politischen Verlautbarungen nach dem Krieg lassen ihn als Vertreter einer nationalistischen Politik mit gelegentlichen antisemitischen Untertönen erscheinen, der sich gleichwohl zur Republik bekannte. Seine Hauptthemen waren die wirtschaftliche Lage, die von ihm so bezeichnete "Kriegsschuldlüge" und vor allem die fehlende Einheit des Volks. Dabei blie ben seine politischen Aussagen meist diffus-emotional. Der vorliegende Nachlass geht über die Mitte der 1920er Jahre kaum hinaus. Ihm ist lediglich noch zu entnehmen, dass Seitz 1940 als Werbeleiter der Robert Bosch GmbH tätig war. Nach dem Zweiten Weltkrieg erschien eine Reihe von Seitz verfasste bzw. herausgegebene Ratgeber in Management- und PR-Fragen. Friedrich Seitz starb im Jahre 1966.
Zum Bestand: Der Bestand Q 2/30 dokumentiert vor allem die berufliche Tätigkeit und das öffentliche Wirken von Friedrich Seitz. Privates ist kaum enthalten. Ein großer Teil enthält Dokumente aus Seitz' Tätigkeit im Ersten Weltkrieg. Neben Erinnerungsstücken und einer Postkarten- und Fotosammlung sind das vor allem zum Teil detaillierte Erlebnisberichte und Tagebuch-Aufzeichnungen, diverse Gelegenheitstexte und Artikel sowie fotografische und schriftliche Dokumente der Möbelfabrik 427 in Gorcy. Der zweite Teil umfasst die verschiedenen beruflichen und politischen Aktivitäten von Seitz in den Jahren 1920-1925, teilweise auch aus den Jahren vor dem Krieg. Hier sind neben meist die berufliche Entwicklung betreffender Korrespondenz vor allem Pressemitteilungen sowie mehrere z.T. umfangreiche Sammlungen von Zeitungen und Zeitungsausschnitten mit Artikeln von und über Seitz zu nennen. Der vorliegende Bestand ist aus der Zusammenlegung zweier Bestände hervorgegangen. Der militärische Nachlass wurde dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart im Mai 1991 vom Sohn des Nachlassers, Fritz Seitz, übergeben. Dieser Bestand im Umfang von 0,4 laufenden Metern wurde zunächst unter der Bestandssignatur M 660/304 (und dem Namen "Fritz Seitz") abgelegt. Im November 2003 übergab dann das Haus der Geschichte Baden-Württemberg den von Else Seitz, der Schwiegertochter des Nachlassers, übergebenen zivilen Nachlass von Friedrich Seitz dem Hauptstaatsarchiv. Dieser Bestand im Umfang von 0,2 laufenden Metern erhielt die Signatur Q 2/30 ("Friedrich Seitz"). Bei den Fotografien in Bü 19 handelt es sich um im Hauptstaatsarchiv angefertigte Reproduktionen. Die Originale liegen weiterhin im Haus der Geschichte. Unter der Signatur M 430/3 Bü 10694 verwahrt das Hauptstaatsarchiv Stuttgart die Offiziers-Personalakte von Friedrich Seitz. Im September 2004 wurden die Bestände Q 2/30 und M 660/304 unter der aktuellen Signatur Q 2/30 von Archivreferendar Johannes Grützmacher unter Anleitung von Regina Keyler zusammengeführt, geordnet und erschlossen. Der unterschiedlichen Überlieferung wurde dabei insoweit Rechnung getragen, als die grobe Gliederung in einen militärischen und einen zivilen Abschnitt beibehalten wurde, auch wenn sich die Einteilung nicht streng an die Vorprovenienz hielt. Soweit bereits sinnvolle Unterteilungen bestanden, wurden diese berücksichtigt. Gelegentlich mussten auch neue Büschel gebildet werden. Der Bestand umfasst nun 28 Verzeichnungseinheiten (0,6 laufende Meter). Stuttgart, im September 2004 Johannes Grützmacher
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.