Supplicationis Auseinandersetzung um Bestellung eines Anwalts und Gütertrennung
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(1) 3180
Wismar S 262 (W S 7 n. 262)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 19. 1. Kläger S
(1701-1733) 18.10.1733-27.10.1734
Kläger: (2) Emerentia Spihler, geborene Hattun, Ehefrau des Landrentmeisters Spihler und Eleonora Elisabeth Spihler, Tochter Spihlers aus erster Ehe
Beklagter: Pommersche Kammer sowie der Fiskal des Tribunals
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Georg Gustav Gerdes (A & P)
Fallbeschreibung: Von der Pommerschen Kammer ist ein Arrest auf die Person und die Güter des Landrentmeisters Spihler gelegt worden. Davon sind auch das Heiratsgut und das Erbe der Ehefrau Spihlers betroffen. Sie und ihre Tochter bitten daher, ihnen einen Anwalt an die Seite zu stellen, der sie bei der Inventarisierung der Güter ihres Mannes und Vaters berät und das ihrige sichert. Am 20.10.1733 bestellt das Tribunal den Anwalt der Kl.innen, Dr. Gerdes, zum Litiskurator. Am 27.02.1734 fordert das Stockholmer Reichskammerkollegium das Tribunal auf, die Gütertrennung vorzunehmen und den Fiskal des Tribunals mit der Wahrnehmung der Interessen der Krone zu beauftragen. Das Tribunal erläßt den Auftrag an den Fiskal am 02.03., der am 21.03. fordert, daß die Kl.innen ihr Eigentum an Haus und Geld nachweisen. Dazu fordert das Tribunal sie am 26.03. auf, die Kl.innen legen umfangreiche Beweise am 29.04. vor und bitten, sie in ihrem Besitz zu schützen. Das Tribunal teilt die Beweise am 01.05. dem Fiskal mit. Am 27.05. benennen die Kl.innen unabhängig voneinander Zeugen für ihre Darstellung und bitten darum, die Zeugenaussagen durch den Registrator Scheffel aufnehmen zu lassen. Das Tribunal beauftragt Scheffel am selben Tag mit der Beweisaufnahme. Am 08.06. erbitten die Kl.innen Eröffnung des Protokolls der Zeugenaussagen, das Tribunal setzt den 10.06. dazu an und nimmt die Protokolle der Zeugenaussagen entgegen. Am 24.06. macht der Fiskal seine Bemerkungen zu den Inventaren, zweifelt den Besitz einzelner Stücke und Obligationen an und fordert, diese in der Konkursmasse des Landrentmeisters zu belassen. Das Tribunal teilt dies den Kl.innen am 26.06. mit und fordert sie zur Stellungnahme auf. Am 16.07. erbittet E. Spihler erneutes Zeugenverhör durch Registrator Scheffel und erreicht am selben Tag einen entsprechenden Auftrag an diesen. Am 23.07. legte Scheffel das Ergebnis vor, das Tribunal begutachtet es am 28.07. Am 11.08. legen die Kl.innen weitere Beweise für ihre Forderungen vor, gegen die der Fiskal am 10.10. erneut argumentiert, bevor das Tribunal am 23.10.1734 ein Urteil fällt, in dem es den Kl.innen einen Eid auferlegt über den Besitz an den von ihnen geforderten Dingen. Die Kl.innen legen den Eid am 27.10.1734 ab.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1733-1734
Prozessbeilagen: (7) Schreiben der Kl.innen an die schwedische Krone vom 14.01.1734 mit Aufstellung des beschlagnahmten Vermögens der Kl.innen; "Specification an Meiner Stiefftochter Eleonora Elisabeth Spihlern Ihren Gühtern und Eigenthumb, welche Sie theils nach Ihrer Sehl. Mamma und verstorbenen Schwester geerbet, theils sonsten ihr zugefallen seyn und gehören"; "Aparte Anzeige von meinem Eigenen Mitteln und Bahrschafften, welche Ich seitdem Ich im Jahr 1714 an meinem Manne, den Landtrentmeister Johann Spihler verheyrathet gewesen, albereits ausgegeben habe"; "Auffsatz von denen Sachen so deß Sehl. Herrn Hoff Intendenten und Hoff Mahlers Clöchert von Ehrenstrahls Frau Liebste, als meine respective Frau Gros Mutter, von meinem Erbe nach meinen Sehl. Eltern, Item an für mich empfangenen Tauff- und sonstiger Geschenke ... mich bey meiner Abreise nach Wismar mitgegeben"; "Verzeichnis dessen, so mein wohlsehl. Herr Mutter Bruder, der weiland hiesige Herr Superintendent Doctor Henning Johann Gerdes, und dessen Frau Gemahlin, die Frau Superintendentin Emerentia Geseniussen, alß meine respective Pflege Eltern, nach meiner Verheyrathung an den Herrn Landrentmeister Spihler mich theils zur Aussteuer mitgegeben, theils auch nachher weiters geschencket und zugewendet haben"; "Designation dessen, was zum Theil meine Freunde und Bluts Verwandte sambt andere gute Freunde und Bekandte seit meiner Herauskunft im Jahr 1673 von Stockholm, mir ... geschencket, zum Theil ich auch selber durch meine Hände Arbeit in den Flüchtlingsjahren de 1716 biß 1719 zu Lübeck in der Frembde mich acquiriret habe"; "Specification von dem Vermächtnis und denen Gefällen, welche der wohlseelige Herr Vice Praesident David Georg von Gerdes, als mein respective Herr Mutter Bruder, in dessen Testamentarischen Disposition vom 24.11.1728 mich theils aus seiner eigenen Erbschafft zugeordnet hat ..."; Aufstellung über Aufteilung der Güter Spihlers aus 1. Ehe vom 13.01.1716; Aufstellung über Bankguthaben Emerentia Spihlers 1701-1720; Schreiben des Kanzleirats Ehrenstrahl an Superintendent Gerdes vom 05.01.1715; Schreiben Henning Johann Gerdes an J. Spihler vom 03.11.1716; Nachrichten über das Stockholmer Bankkonto Emerentia Spihlers vom 24.05.1720; Bescheinigung über Geldanlagen der E. Spihler bei Kaufmann Velthusen vom 19.04.1734; Auszug aus dem Testament des Vizepräsidenten des Tribunals David Georg Gerdes vom 24.11.1722; Kaufvertrag über Haus in Mecklenburger Straße zwischen J.J. Velthusen und E. Spihler vom 12.08.1732; Kaufvertrag über dasselbe Haus zwischen Generalmajor Baron Andreas von Lagercron und Vizepräsident Palthen vom 10.11.1731; Übertragung des Hauses von Samuel von Palthen an J.J. Velthusen vom 30.01.1732; Quittung Velthusens vom 12.08.1732; Bestätigungen der Emerentia Gesenius, Witwe des Superintendenten Gerdes und der Emerentia Warnemünde, Witwe des Fiskals Gerdes, vom 17.04.1734; Protokolle der Zeugenaussagen von Johann Jürgen Velthusen, Anna Magdalena Westphal, Emerentia Herzberg und Emerentia Spihler vom 05.06.1734; Protokoll der Zeugenaussage der Emerentia Gesenius und der Magdalena Erdmuth Röhl vom 19. und 22.07.1734; Aufstellung über Gehaltszahlungen an Spihler von 1716-1720; Bescheinigung Samuel v. Palthens vom 15.07.1734; Bescheinigung über Anteil der E. Spihler aus dem Erbe des Superintendenten Gerdes vom 29.06.1734; Auszug aus Schreiben des Landeshauptmanns von Ehrenstrahle aus Stockholm an Vizepräsident von Palthen vom 01.10.1729; von Notar Joachim Christoph Lehmann aufgenommenes Protokoll der Eidesleistung vom 27.10.1734
Beklagter: Pommersche Kammer sowie der Fiskal des Tribunals
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Georg Gustav Gerdes (A & P)
Fallbeschreibung: Von der Pommerschen Kammer ist ein Arrest auf die Person und die Güter des Landrentmeisters Spihler gelegt worden. Davon sind auch das Heiratsgut und das Erbe der Ehefrau Spihlers betroffen. Sie und ihre Tochter bitten daher, ihnen einen Anwalt an die Seite zu stellen, der sie bei der Inventarisierung der Güter ihres Mannes und Vaters berät und das ihrige sichert. Am 20.10.1733 bestellt das Tribunal den Anwalt der Kl.innen, Dr. Gerdes, zum Litiskurator. Am 27.02.1734 fordert das Stockholmer Reichskammerkollegium das Tribunal auf, die Gütertrennung vorzunehmen und den Fiskal des Tribunals mit der Wahrnehmung der Interessen der Krone zu beauftragen. Das Tribunal erläßt den Auftrag an den Fiskal am 02.03., der am 21.03. fordert, daß die Kl.innen ihr Eigentum an Haus und Geld nachweisen. Dazu fordert das Tribunal sie am 26.03. auf, die Kl.innen legen umfangreiche Beweise am 29.04. vor und bitten, sie in ihrem Besitz zu schützen. Das Tribunal teilt die Beweise am 01.05. dem Fiskal mit. Am 27.05. benennen die Kl.innen unabhängig voneinander Zeugen für ihre Darstellung und bitten darum, die Zeugenaussagen durch den Registrator Scheffel aufnehmen zu lassen. Das Tribunal beauftragt Scheffel am selben Tag mit der Beweisaufnahme. Am 08.06. erbitten die Kl.innen Eröffnung des Protokolls der Zeugenaussagen, das Tribunal setzt den 10.06. dazu an und nimmt die Protokolle der Zeugenaussagen entgegen. Am 24.06. macht der Fiskal seine Bemerkungen zu den Inventaren, zweifelt den Besitz einzelner Stücke und Obligationen an und fordert, diese in der Konkursmasse des Landrentmeisters zu belassen. Das Tribunal teilt dies den Kl.innen am 26.06. mit und fordert sie zur Stellungnahme auf. Am 16.07. erbittet E. Spihler erneutes Zeugenverhör durch Registrator Scheffel und erreicht am selben Tag einen entsprechenden Auftrag an diesen. Am 23.07. legte Scheffel das Ergebnis vor, das Tribunal begutachtet es am 28.07. Am 11.08. legen die Kl.innen weitere Beweise für ihre Forderungen vor, gegen die der Fiskal am 10.10. erneut argumentiert, bevor das Tribunal am 23.10.1734 ein Urteil fällt, in dem es den Kl.innen einen Eid auferlegt über den Besitz an den von ihnen geforderten Dingen. Die Kl.innen legen den Eid am 27.10.1734 ab.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1733-1734
Prozessbeilagen: (7) Schreiben der Kl.innen an die schwedische Krone vom 14.01.1734 mit Aufstellung des beschlagnahmten Vermögens der Kl.innen; "Specification an Meiner Stiefftochter Eleonora Elisabeth Spihlern Ihren Gühtern und Eigenthumb, welche Sie theils nach Ihrer Sehl. Mamma und verstorbenen Schwester geerbet, theils sonsten ihr zugefallen seyn und gehören"; "Aparte Anzeige von meinem Eigenen Mitteln und Bahrschafften, welche Ich seitdem Ich im Jahr 1714 an meinem Manne, den Landtrentmeister Johann Spihler verheyrathet gewesen, albereits ausgegeben habe"; "Auffsatz von denen Sachen so deß Sehl. Herrn Hoff Intendenten und Hoff Mahlers Clöchert von Ehrenstrahls Frau Liebste, als meine respective Frau Gros Mutter, von meinem Erbe nach meinen Sehl. Eltern, Item an für mich empfangenen Tauff- und sonstiger Geschenke ... mich bey meiner Abreise nach Wismar mitgegeben"; "Verzeichnis dessen, so mein wohlsehl. Herr Mutter Bruder, der weiland hiesige Herr Superintendent Doctor Henning Johann Gerdes, und dessen Frau Gemahlin, die Frau Superintendentin Emerentia Geseniussen, alß meine respective Pflege Eltern, nach meiner Verheyrathung an den Herrn Landrentmeister Spihler mich theils zur Aussteuer mitgegeben, theils auch nachher weiters geschencket und zugewendet haben"; "Designation dessen, was zum Theil meine Freunde und Bluts Verwandte sambt andere gute Freunde und Bekandte seit meiner Herauskunft im Jahr 1673 von Stockholm, mir ... geschencket, zum Theil ich auch selber durch meine Hände Arbeit in den Flüchtlingsjahren de 1716 biß 1719 zu Lübeck in der Frembde mich acquiriret habe"; "Specification von dem Vermächtnis und denen Gefällen, welche der wohlseelige Herr Vice Praesident David Georg von Gerdes, als mein respective Herr Mutter Bruder, in dessen Testamentarischen Disposition vom 24.11.1728 mich theils aus seiner eigenen Erbschafft zugeordnet hat ..."; Aufstellung über Aufteilung der Güter Spihlers aus 1. Ehe vom 13.01.1716; Aufstellung über Bankguthaben Emerentia Spihlers 1701-1720; Schreiben des Kanzleirats Ehrenstrahl an Superintendent Gerdes vom 05.01.1715; Schreiben Henning Johann Gerdes an J. Spihler vom 03.11.1716; Nachrichten über das Stockholmer Bankkonto Emerentia Spihlers vom 24.05.1720; Bescheinigung über Geldanlagen der E. Spihler bei Kaufmann Velthusen vom 19.04.1734; Auszug aus dem Testament des Vizepräsidenten des Tribunals David Georg Gerdes vom 24.11.1722; Kaufvertrag über Haus in Mecklenburger Straße zwischen J.J. Velthusen und E. Spihler vom 12.08.1732; Kaufvertrag über dasselbe Haus zwischen Generalmajor Baron Andreas von Lagercron und Vizepräsident Palthen vom 10.11.1731; Übertragung des Hauses von Samuel von Palthen an J.J. Velthusen vom 30.01.1732; Quittung Velthusens vom 12.08.1732; Bestätigungen der Emerentia Gesenius, Witwe des Superintendenten Gerdes und der Emerentia Warnemünde, Witwe des Fiskals Gerdes, vom 17.04.1734; Protokolle der Zeugenaussagen von Johann Jürgen Velthusen, Anna Magdalena Westphal, Emerentia Herzberg und Emerentia Spihler vom 05.06.1734; Protokoll der Zeugenaussage der Emerentia Gesenius und der Magdalena Erdmuth Röhl vom 19. und 22.07.1734; Aufstellung über Gehaltszahlungen an Spihler von 1716-1720; Bescheinigung Samuel v. Palthens vom 15.07.1734; Bescheinigung über Anteil der E. Spihler aus dem Erbe des Superintendenten Gerdes vom 29.06.1734; Auszug aus Schreiben des Landeshauptmanns von Ehrenstrahle aus Stockholm an Vizepräsident von Palthen vom 01.10.1729; von Notar Joachim Christoph Lehmann aufgenommenes Protokoll der Eidesleistung vom 27.10.1734
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.10.2025, 11:28 MEZ