C Rep. 135-01 Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, Bezirksbürgermeister (Bestand)
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C Rep. 135-01
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> C Bestände (Ost-) Berliner Behörden bis 1990 >> C 3 Räte der Stadtbezirke und nachgeordnete Einrichtungen >> C Rep. 135 Rat des Stadtbezirkes Berlin-Friedrichshain
1945 - 1973
Vorwort: C Rep. 135-01 Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, Bezirksbürgermeister
1. Behördengeschichte
Bei Kriegsende wurden die ersten Bezirksbürgermeister von den jeweiligen sowjetischen Bezirkskommandanten eingesetzt.
Gewählte Bürgermeister gab es nach den Wahlen vom 20. Oktober 1946, als die Bezirksversammlungen die neuen Bezirksämter mit Bürgermeister, Stellvertretern und Bezirksräten wählten.
Nach der administrativen Spaltung Berlins 1948 wurden in den Bezirken im Ostteil der Stadt die Bürgermeister zunächst wieder eingesetzt.
In Umsetzung der Verwaltungsreform und nach der Konstituierung der Volksvertretung im Stadtbezirk wurde 1953 von dieser ein "Vorsitzender des Rates" gewählt. Diese Bezeichnung entsprach etwa dem Aufgabenbereich des Bürgermeisters. Im Ergebnis der Einführung des "Gesetzes über die örtlichen Organe der Staatsmacht" von 1957 und des "Gesetzes über die Vervollkommnung und Vereinfachung der Arbeit des Staatsapparates in der DDR" von 1958 wurde das Amt ab Ende 1958 wieder als "Stadtbezirksbürgermeister" oder "Bezirksbürgermeister" bezeichnet.
Die Funktion umfasste die Leitung der Arbeit des Rates des Stadtbezirkes und des ihnen vom Rat übertragenen Aufgabengebietes. Sie hatten die Weisungs- und Disziplinarbefugnis gegenüber den übrigen Ratsmitgliedern.
Von der sowjetischen Militärverwaltung des Bezirkes wurde in den ersten Maitagen 1945 der parteilose Antifaschist Paul Lippke mit der kommissarischen Leitung des Bezirkes beauftragt. Unter Einbeziehung des Antifa-Ausschusses, als der seinerzeit einzigen aktiven Organisation, gründete er gemeinsam mit Heinrich Stark das provisorische Bezirksamt (Mai 1945 bis Januar 1946). Abgelöst wurde Lippke von Fritz Saar, der bis Januar 1947 im Amt blieb. Ihm folgten Wilhelm Mardus (bis Oktober 1947) und Heinz Griesch (bis September 1948).
Nach der administrativen Spaltung Berlins wurde Willy Schmidt im Dezember 1948 vom "Demokratischen Block" zum Bürgermeister bestimmt, der von Gustav-Adolf Werner (bis Februar 1953) abgelöst wurde.
Die in Umsetzung der Verwaltungsreform gebildete Volksvertretung im Bezirk wählte 1953 Fritz Reuter zum Vorsitzenden des Rates. Im März 1956 wurde Hans Höding von Oberbürgermeister Friedrich Ebert als Nachfolger des auf eigenen Wunsch ausscheidenden Fritz Reuter in das Amt des Vorsitzenden des Rates eingeführt. Diese Tätigkeit übte er bis September 1975 aus. Ihm folgten als Bürgermeister Manfred Pagel (1975-1989), Heinz Borbach (1989-1990) und Hans-Günter Baudisch (Februar bis Mai 1990).
Ab Juni 1990, nach den ersten demokratischen Wahlen, bis zur Fusion mit dem Verwaltungsbezirk Kreuzberg zum 1. Januar 2001 war Helios Mendiburu der Bürgermeister von Berlin-Friedrichshain.
2. Bestandsinformationen
Ab 1962 wurde regelmäßig Schriftgut des Friedrichshainer Bürgermeisters aus dem dortigen Verwaltungsarchiv an das damalige Stadtarchiv abgegeben.
Im Zusammenhang mit der Auflösung des Verwaltungsarchivs des Stadtbezirks 1992 gelangten weitere ca. 25 lfm (unbearbeitet) Schriftgut des Bürgermeisters in das Landesarchiv.
Das Findbuch basiert auf der Retrokonversion der Findkartei aus dem Verwaltungsarchiv des Rates des Stadtbezirks.
Die Klassifikation des Bestandes erfolgte nach einer Mustersystematik; das Findbuch weist nur die mit Akten belegten Klassifikationspunkte aus.
Insgesamt umfasst der Bestand 436 [AE] 10.50 [lfm] über die Zeit von 1945 - 1973.
Die Benutzung erfolgt über Findbuch und Datenbank.
Einzelne Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
Der Bestand wird wie folgt zitiert:
Landesarchiv Berlin C Rep. 135-01 Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, Bezirksbürgermeister, Nr. …
3. Verweise:
LAB B Rep. 002 Der Regierende Bürgermeister von Berlin/Senatskanzlei - Protokolle Rat der Bürgermeister vorläufige Nummer 1 - 4 Protokolle des Rates der Bürgermeister 1945 - 1948
LAB C Rep. 903-01-01 Kreisleitung Friedrichshain der SED.
4. Literaturauswahl
Pachmann, Heiner: Stadtbezirk Friedrichshain, hrsg. von der Berlin-Information, Berlin 1989.
Statkowa, Susanne: Der Stadtbezirk Berlin-Friedrichshain stellt sich vor. In: Berlin Hauptstadt der DDR, hrsg. von der Berlin-Information, Berlin 1979.
Arbeitstagung Friedrichshain vom 11. September 1951Entwicklung neuer Arbeitsmethoden in der Verwaltung.
Friedrichshainer Informationen: für die Abgeordneten der Stadtbezirksversammlung und alle in der Nationalen Front der DDR vereinten gesellschaftlichen Kräfte Körperschaft: Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, erschienen: Berlin-Friedrichshain: Signatur: Zs 1597
Bestand: 1974,41-44,46 ; 1975,49,50-57 ; 1976,58 - 1977,69 ; 1977,71 - 1978,78 ; 1978,80-83,85 ; 1979,87 ; 1980,95 ; 1980,98 ; 1982,104,105 ; 1984,115 ; 1989,127
Berlin in Geschichte und Gegenwart Jahrbuch d. Landesarchivs Berlin, Jahr: 2009, Berlin ; im Gebr. Mann Verlag, Darin: Kurt Laser: Die Halbinsel Stralau. Vom Fischerdorf zum Industriestandort; Signatur: Zs 794
Bürgermeister Friedrichshain ab 1945-2000
Paul Lippke (Parteilos) Mai 1945 - 28. Januar 1946
Fritz Saar (SPD/SED) 28. Januar 1946 - 10. Januar 1947
Wilhelm Mardus (SPD) 14. Januar 1947 - 27. Okotber 1947
Heinz Griesch (SPD) 21. Januar 1948 - 06. Okober 1948
Willy Schmidt (SPD, SDA) 28. Dezember 1948 - 02. März 1950
Gustav-Adolf Werner (SED) 11. März 1950 - 10. Februar 1953
Fritz Reuter (SED) ['Vorsitzender des Rates'] 20. Februar 1953 - 02. März 1956
Hans Höding (SED) ['Vorsitzender des Rates', ab 1958 'Bürgermeister'] 02. März 1956 - 25. September 1975
Manfred Pagel (SED) 25. September 1975 - Januar 1989
Heinz Borbach (SED) Januar 1989 - Februar 1990
Hans-Günter Baudisch (SED) Februar 1990 - Mai 1990
Helios Mendiburu (SPD) Juni 1990 - Dezember 2000
1. Behördengeschichte
Bei Kriegsende wurden die ersten Bezirksbürgermeister von den jeweiligen sowjetischen Bezirkskommandanten eingesetzt.
Gewählte Bürgermeister gab es nach den Wahlen vom 20. Oktober 1946, als die Bezirksversammlungen die neuen Bezirksämter mit Bürgermeister, Stellvertretern und Bezirksräten wählten.
Nach der administrativen Spaltung Berlins 1948 wurden in den Bezirken im Ostteil der Stadt die Bürgermeister zunächst wieder eingesetzt.
In Umsetzung der Verwaltungsreform und nach der Konstituierung der Volksvertretung im Stadtbezirk wurde 1953 von dieser ein "Vorsitzender des Rates" gewählt. Diese Bezeichnung entsprach etwa dem Aufgabenbereich des Bürgermeisters. Im Ergebnis der Einführung des "Gesetzes über die örtlichen Organe der Staatsmacht" von 1957 und des "Gesetzes über die Vervollkommnung und Vereinfachung der Arbeit des Staatsapparates in der DDR" von 1958 wurde das Amt ab Ende 1958 wieder als "Stadtbezirksbürgermeister" oder "Bezirksbürgermeister" bezeichnet.
Die Funktion umfasste die Leitung der Arbeit des Rates des Stadtbezirkes und des ihnen vom Rat übertragenen Aufgabengebietes. Sie hatten die Weisungs- und Disziplinarbefugnis gegenüber den übrigen Ratsmitgliedern.
Von der sowjetischen Militärverwaltung des Bezirkes wurde in den ersten Maitagen 1945 der parteilose Antifaschist Paul Lippke mit der kommissarischen Leitung des Bezirkes beauftragt. Unter Einbeziehung des Antifa-Ausschusses, als der seinerzeit einzigen aktiven Organisation, gründete er gemeinsam mit Heinrich Stark das provisorische Bezirksamt (Mai 1945 bis Januar 1946). Abgelöst wurde Lippke von Fritz Saar, der bis Januar 1947 im Amt blieb. Ihm folgten Wilhelm Mardus (bis Oktober 1947) und Heinz Griesch (bis September 1948).
Nach der administrativen Spaltung Berlins wurde Willy Schmidt im Dezember 1948 vom "Demokratischen Block" zum Bürgermeister bestimmt, der von Gustav-Adolf Werner (bis Februar 1953) abgelöst wurde.
Die in Umsetzung der Verwaltungsreform gebildete Volksvertretung im Bezirk wählte 1953 Fritz Reuter zum Vorsitzenden des Rates. Im März 1956 wurde Hans Höding von Oberbürgermeister Friedrich Ebert als Nachfolger des auf eigenen Wunsch ausscheidenden Fritz Reuter in das Amt des Vorsitzenden des Rates eingeführt. Diese Tätigkeit übte er bis September 1975 aus. Ihm folgten als Bürgermeister Manfred Pagel (1975-1989), Heinz Borbach (1989-1990) und Hans-Günter Baudisch (Februar bis Mai 1990).
Ab Juni 1990, nach den ersten demokratischen Wahlen, bis zur Fusion mit dem Verwaltungsbezirk Kreuzberg zum 1. Januar 2001 war Helios Mendiburu der Bürgermeister von Berlin-Friedrichshain.
2. Bestandsinformationen
Ab 1962 wurde regelmäßig Schriftgut des Friedrichshainer Bürgermeisters aus dem dortigen Verwaltungsarchiv an das damalige Stadtarchiv abgegeben.
Im Zusammenhang mit der Auflösung des Verwaltungsarchivs des Stadtbezirks 1992 gelangten weitere ca. 25 lfm (unbearbeitet) Schriftgut des Bürgermeisters in das Landesarchiv.
Das Findbuch basiert auf der Retrokonversion der Findkartei aus dem Verwaltungsarchiv des Rates des Stadtbezirks.
Die Klassifikation des Bestandes erfolgte nach einer Mustersystematik; das Findbuch weist nur die mit Akten belegten Klassifikationspunkte aus.
Insgesamt umfasst der Bestand 436 [AE] 10.50 [lfm] über die Zeit von 1945 - 1973.
Die Benutzung erfolgt über Findbuch und Datenbank.
Einzelne Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
Der Bestand wird wie folgt zitiert:
Landesarchiv Berlin C Rep. 135-01 Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, Bezirksbürgermeister, Nr. …
3. Verweise:
LAB B Rep. 002 Der Regierende Bürgermeister von Berlin/Senatskanzlei - Protokolle Rat der Bürgermeister vorläufige Nummer 1 - 4 Protokolle des Rates der Bürgermeister 1945 - 1948
LAB C Rep. 903-01-01 Kreisleitung Friedrichshain der SED.
4. Literaturauswahl
Pachmann, Heiner: Stadtbezirk Friedrichshain, hrsg. von der Berlin-Information, Berlin 1989.
Statkowa, Susanne: Der Stadtbezirk Berlin-Friedrichshain stellt sich vor. In: Berlin Hauptstadt der DDR, hrsg. von der Berlin-Information, Berlin 1979.
Arbeitstagung Friedrichshain vom 11. September 1951Entwicklung neuer Arbeitsmethoden in der Verwaltung.
Friedrichshainer Informationen: für die Abgeordneten der Stadtbezirksversammlung und alle in der Nationalen Front der DDR vereinten gesellschaftlichen Kräfte Körperschaft: Rat des Stadtbezirks Berlin-Friedrichshain, erschienen: Berlin-Friedrichshain: Signatur: Zs 1597
Bestand: 1974,41-44,46 ; 1975,49,50-57 ; 1976,58 - 1977,69 ; 1977,71 - 1978,78 ; 1978,80-83,85 ; 1979,87 ; 1980,95 ; 1980,98 ; 1982,104,105 ; 1984,115 ; 1989,127
Berlin in Geschichte und Gegenwart Jahrbuch d. Landesarchivs Berlin, Jahr: 2009, Berlin ; im Gebr. Mann Verlag, Darin: Kurt Laser: Die Halbinsel Stralau. Vom Fischerdorf zum Industriestandort; Signatur: Zs 794
Bürgermeister Friedrichshain ab 1945-2000
Paul Lippke (Parteilos) Mai 1945 - 28. Januar 1946
Fritz Saar (SPD/SED) 28. Januar 1946 - 10. Januar 1947
Wilhelm Mardus (SPD) 14. Januar 1947 - 27. Okotber 1947
Heinz Griesch (SPD) 21. Januar 1948 - 06. Okober 1948
Willy Schmidt (SPD, SDA) 28. Dezember 1948 - 02. März 1950
Gustav-Adolf Werner (SED) 11. März 1950 - 10. Februar 1953
Fritz Reuter (SED) ['Vorsitzender des Rates'] 20. Februar 1953 - 02. März 1956
Hans Höding (SED) ['Vorsitzender des Rates', ab 1958 'Bürgermeister'] 02. März 1956 - 25. September 1975
Manfred Pagel (SED) 25. September 1975 - Januar 1989
Heinz Borbach (SED) Januar 1989 - Februar 1990
Hans-Günter Baudisch (SED) Februar 1990 - Mai 1990
Helios Mendiburu (SPD) Juni 1990 - Dezember 2000
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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22.08.2025, 11:21 MESZ