Lehenbrief des Bischofs Marquardt Sebastian von Bamberg für Philipp Erdmann Marschalken von Ostheim für sich und als Beauftragter für seine Brüder Sittich und Christoph Marschalk von Ostheim über den halben Teil des Schlosses zu Brunn bei Emskirchen gelegen, dessen anderer Teil aigen ist. Item haben Wir ihm für sich und als Gewalthaber seiner beeden Brüder verliehen den halben Feldbau; einen Hof darauf etwann Ulrich Schmidt itzo Hans Rauch; ein Gut darauf etwann Fritz Marckh, so noch öd; die Badstube, darauf etwann Martin Scharrer, auch öd; die Schenkstatt, darauf etwann Hans Hoffmann, itzo Hans Peter Wolff; wieder ein Gut darauf etwann Fritz Kürchner, so noch öd; einen Hof darauf etwann Fritz Buxbacher, itzt Philipp Reiner sizt; die Schmieden, darauf etwann Fritz Pohl, öd. Mehr 12 Güter, auf einem etwann Jacob Boltz, ödt; den andern etwann Hans Walbner, jetzt Christoph Tüll; der dritten etwann Leonhard Morgenröth, ödt; den vierten etwann Martin Herbst, jetzt Geörg Hirschman; den fünften und sechsten etwan Wolf Kraft, beede ödt; den siebenten etwann Claus Hain, jetzt Melchior Schenckh; den achten etwan Hans Schlamp, jetzt Paulus Ammon; den neunten etwan Hans Knoll, jetzo Hans Georg Hackher; den zehnten etwan Georg Büttel-Schmidt, jetzo Hanns Hecht; den eilften etwan Cuntz Erhard, so ödt; den zwölften etwan Balthasar Walthung, auch ödt.Item die Mühl am Schloßweiher gelegen, so etwan Hans Kolb besessen. Item an Weihern: der Schloßweiher, Mittelweiher, Scheerweiher, Erlweiher, Neuweiher, Neusesser, Eichenbühler, die drei Eller und drei Dorles, den Stockh, den Brunn, den Feld und den Gernein Weiher alle Weiher, welche Feldbau, Güter und Weiher die Markgrafen zu Brandenburg auch zum halben Teil leihen, die übrige halbe Teil, wie auch das Schloß Brunn halb mit ihr jedes Nutzung, Zu- und Eingehörungen zu Dorf und zu Feld wie ob speziefizirt von uns und unserm Stift zu Mannlehen rührend, welches Schloß, Güter und dero Zugehörungen am Jüngsten bei uns gedachter Philipp Erdmann, Wolf Dietrich, Sittich und Christoph Gebrüder Marschalken von Ostheimden neunundzwanzigsten Aprilis 1684 auch also empfangen, inmittels aber Wolf Dieterich, gewesener Obristwachtmeister bei Stürmung der Festung Ofen in Ungarn von des Erbfeinds Waffen geblieben folglichen dessen an spezifizirten Lehen und Gütern gehabten Anteil uff sie seine Gebrüder jure successionis devolvirt.Leihen hierauf ihne eingangs benannten Philipp Erdmann Marschalken für sich und als Gewalthaber seiner ernannten beeden Brüder an obberührtem Schloß, Güter und Zugehörungen, wie obstehet bestimbter Maßen hirmit gegenwertiglich in kraft diß Brieffs, was wir ihm von Rechtswege daran leihen soll und mögen doch Uns, Unserm Hochstift und Nachkommen auch sonsten männiglich an seinen Rechten unschädlich und dergestalten, daß, wann die ietzo abwesende beede Brüder wiederumb zurück und anher kommen werden, sie sich auch selbsten bei unsern Lehenhoff anmelden und gewöhnliche Lehenspflicht leisten sollen.Zu Urkundt ist unser Secret an diesen Brief gehangen und geb in unserer Stadt Bamberg Donnerstag den vierundzwanzigsten Monatstag July nach Christi unsers lieben Herrn Geburt im ein tausend sechshundert und sieben und achtzigsten Jahr.