Kommando des Internierungsverbandes der Kaiserlichen Marine und Reichsmarine (Bestand)
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BArch RM 44
call number: RM 44
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Militär >> Preußische und Kaiserliche Marine 1849 bis 1918/1919 >> Befehlshaber
1918-1920
Geschichte des Bestandsbildners: Die Selbstversenkung der Kaiserlichen Hochseeflotte in Scapa Flow fand am 21. Juni 1919 im britischen Flottenstützpunkt Scapa Flow statt, in dem die ehemalige kaiserliche Flotte als Folge des Waffenstillstands am Ende des Ersten Weltkriegs interniert worden war. Da die deutsche Regierung kurz davor stand, den Vertrag von Versailles zu unterzeichnen, der in Artikel 184 die Auslieferung aller Kriegsschiffe in Scapa Flow vorsah, initiierte Konteradmiral Ludwig von Reuter organisierte Selbstversenkung.
Mit Kriegsausbruch 1914 führte der Chef der Hochseeflotte, dem einsatzmäßig die in der Ostsee, eingesetzten Verbände entzogen waren zusätzlich die Dienstbezeichnung Chef der Hochseestreitkräfte. Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches wurde der größte Teil der Kaiserlichen Marine in einem Überführungsverband, der den größten Teil der deutschen Flotte umfasste, nach Scapa Flow überführt. Das Kommando bestand vom 18.11.1918 bis zur Selbstversenkung der Schiffe in Scapa Flow am 21.06.1919. Ab 22.2.1919 wurde der Verband zur Durchführung des Waffenstillstandes als Internierungsverband (Verfügung des Reichsmarineamtes vom 22.2.1919) bezeichnet, bis zur Selbstversenkung am 21.6.1919. Das Kommando der Hochseeflotte/ Hochseestreitkräfte wurde am 10.1.1919 aufgelöst. Die Abwicklung war am 5.3.1919 beendet.
Bestandsbeschreibung: Die Unterlagen gelangten zunächst ins Marinearchiv. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Marineunterlagen am 22. November 1943 auf Schloss Tambach bei Coburg ausgelagert. Nach Kriegsende wurde das Archivgut von den US-amerikanischen Truppen beschlagnahmt und nach London verbracht. Dort hat man die Akten in großem Umfang verfilmt, zu Akten zusammengefasst und zum Großteil mit den vorangesetzten Buchstaben PG („Pinched from the Germans") versehen. Anschließend wurde das Archivgut der britischen Admiralität übergeben. In den 1960er Jahren wurden die Marineakten im Rahmen der Aktenrückführung an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben und gelangten in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes MGFA) heute Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw). Auf Grund einer interministeriellen Vereinbarung zwischen dem Bundesminister der Verteidigung und dem Bundesminister des Innern aus dem Jahre 1968, wurden die Akten von der Dokumentenzentrale ins Bundesarchiv übertragen. Sie gelangten schließlich in das von Koblenz nach Freiburg verlegte Bundesarchiv-Militärarchiv.
Inhaltliche Charakterisierung: Die Überlieferung umfasst neben solchen Aktenteilen, die vor der Versenkung der deutschen Flotte in Scapa Flow 1919 gesichert werden konnten, Unterlagen der Nachschubstelle des Verbandes sowie Abwicklungsakten. Zu erwähnen sind Verbandstagesbefehle, englische Befehle und Memoranden, Vernehmungsprotokolle über Völkerrechtsverletzungen, Berichte sowie Niederschriften der Heimkehrer über die Versenkung der Schiffe und den Aufenthalt in britischen Kriegsgefangenenlagern und die Internierungsbedingungen sowie Unterlagen des Arbeiter- und Soldatenrates des Internierungsverbandes. Darüber hinaus gibt der Bestand Einblick darüber, wie Reuter zu dem Entschluss kam, die Selbstversenkung der deutschen Flotte zu initiieren.
Erschließungszustand: Findbuch
Vorarchivische Ordnung: Die Kommandoakten sind größtenteils untergegangen. Ein kleiner Teil gelangte in englischen Besitz.
Umfang, Erläuterung: 21
Zitierweise: BArch RM 44/...
Mit Kriegsausbruch 1914 führte der Chef der Hochseeflotte, dem einsatzmäßig die in der Ostsee, eingesetzten Verbände entzogen waren zusätzlich die Dienstbezeichnung Chef der Hochseestreitkräfte. Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches wurde der größte Teil der Kaiserlichen Marine in einem Überführungsverband, der den größten Teil der deutschen Flotte umfasste, nach Scapa Flow überführt. Das Kommando bestand vom 18.11.1918 bis zur Selbstversenkung der Schiffe in Scapa Flow am 21.06.1919. Ab 22.2.1919 wurde der Verband zur Durchführung des Waffenstillstandes als Internierungsverband (Verfügung des Reichsmarineamtes vom 22.2.1919) bezeichnet, bis zur Selbstversenkung am 21.6.1919. Das Kommando der Hochseeflotte/ Hochseestreitkräfte wurde am 10.1.1919 aufgelöst. Die Abwicklung war am 5.3.1919 beendet.
Bestandsbeschreibung: Die Unterlagen gelangten zunächst ins Marinearchiv. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Marineunterlagen am 22. November 1943 auf Schloss Tambach bei Coburg ausgelagert. Nach Kriegsende wurde das Archivgut von den US-amerikanischen Truppen beschlagnahmt und nach London verbracht. Dort hat man die Akten in großem Umfang verfilmt, zu Akten zusammengefasst und zum Großteil mit den vorangesetzten Buchstaben PG („Pinched from the Germans") versehen. Anschließend wurde das Archivgut der britischen Admiralität übergeben. In den 1960er Jahren wurden die Marineakten im Rahmen der Aktenrückführung an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben und gelangten in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes MGFA) heute Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw). Auf Grund einer interministeriellen Vereinbarung zwischen dem Bundesminister der Verteidigung und dem Bundesminister des Innern aus dem Jahre 1968, wurden die Akten von der Dokumentenzentrale ins Bundesarchiv übertragen. Sie gelangten schließlich in das von Koblenz nach Freiburg verlegte Bundesarchiv-Militärarchiv.
Inhaltliche Charakterisierung: Die Überlieferung umfasst neben solchen Aktenteilen, die vor der Versenkung der deutschen Flotte in Scapa Flow 1919 gesichert werden konnten, Unterlagen der Nachschubstelle des Verbandes sowie Abwicklungsakten. Zu erwähnen sind Verbandstagesbefehle, englische Befehle und Memoranden, Vernehmungsprotokolle über Völkerrechtsverletzungen, Berichte sowie Niederschriften der Heimkehrer über die Versenkung der Schiffe und den Aufenthalt in britischen Kriegsgefangenenlagern und die Internierungsbedingungen sowie Unterlagen des Arbeiter- und Soldatenrates des Internierungsverbandes. Darüber hinaus gibt der Bestand Einblick darüber, wie Reuter zu dem Entschluss kam, die Selbstversenkung der deutschen Flotte zu initiieren.
Erschließungszustand: Findbuch
Vorarchivische Ordnung: Die Kommandoakten sind größtenteils untergegangen. Ein kleiner Teil gelangte in englischen Besitz.
Umfang, Erläuterung: 21
Zitierweise: BArch RM 44/...
Kommando des Internierungsverbandes, 1918-1919
24 Aufbewahrungseinheiten; 0,7 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: RM 2 Kaiserliches Marinekabinett
RM 3 Reichsmarineamt
RM 5 Admiralstab der Marine
RM 6 Oberbefehlshaber der Kriegsmarine
RM 8 Kriegswissenschaftliche Abteilung
RM 20 Marinekommandoamt
RM 56 Torpedobootsverbände der Kaiserlichen Marine
RM 92 Schwere und mittlere Kampfschiffe der Reichsmarine und Kriegsmarine
N 173 Nachlass Paul Behncke
N 253 Nachlass Alfred von Tirpitz
N 239 Nachlass Magnus von Levetzow
N 379 Nachlass Friedrich Ruge
MSG 2 Sachthematische und biographische Sammlung zur deutschen Militärgeschichte
Literatur: Ruge, Friedrich: Scapa Flow 1919. Das Ende der deutschen Flotte. Oldenburg 1969
Krause, Andreas: Scapa Flow. Die Selbstversenkung der wilhelminischen Flotte. Berlin 1999
Patrick Thornhill: Von ScapMajor Perceval Gibbon: The Triumph of the Royal Navy. Hodder and Stoughton, London u. a. 1919, (Offizieller Bericht über die Auslieferung der deutschen Flotte).
Dan van der Vat: The Grand Scuttle. The sinking of the German fleet at Scapa Flow in 1919, Edinburgh 1986.
Ludwig von Reuter: Scapa Flow - Das Grab der deutschen Flotte. Koehler, Leipzig 1921.
Scapa Flow, in: Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden, München 1983, S. 355.
RM 3 Reichsmarineamt
RM 5 Admiralstab der Marine
RM 6 Oberbefehlshaber der Kriegsmarine
RM 8 Kriegswissenschaftliche Abteilung
RM 20 Marinekommandoamt
RM 56 Torpedobootsverbände der Kaiserlichen Marine
RM 92 Schwere und mittlere Kampfschiffe der Reichsmarine und Kriegsmarine
N 173 Nachlass Paul Behncke
N 253 Nachlass Alfred von Tirpitz
N 239 Nachlass Magnus von Levetzow
N 379 Nachlass Friedrich Ruge
MSG 2 Sachthematische und biographische Sammlung zur deutschen Militärgeschichte
Literatur: Ruge, Friedrich: Scapa Flow 1919. Das Ende der deutschen Flotte. Oldenburg 1969
Krause, Andreas: Scapa Flow. Die Selbstversenkung der wilhelminischen Flotte. Berlin 1999
Patrick Thornhill: Von ScapMajor Perceval Gibbon: The Triumph of the Royal Navy. Hodder and Stoughton, London u. a. 1919, (Offizieller Bericht über die Auslieferung der deutschen Flotte).
Dan van der Vat: The Grand Scuttle. The sinking of the German fleet at Scapa Flow in 1919, Edinburgh 1986.
Ludwig von Reuter: Scapa Flow - Das Grab der deutschen Flotte. Koehler, Leipzig 1921.
Scapa Flow, in: Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden, München 1983, S. 355.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 10:58 MESZ