Amtsgericht Köthen (Bestand)
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Z 243 (Benutzungsort: Dessau)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 03. Land Anhalt und territoriale Vorgänger (941 - 1945) >> 03.04. Behörden und Einrichtungen 1848 - 1945 >> 03.04.06. Justizbehörden >> 03.04.06.02. Gerichte 1. Instanz
1865-1961
Findhilfsmittel: Findbuch 2020 für erschlossene 7,80 lfm (unerschlossener Teil ist vorsortiert)
Registraturbildner: Mit dem 1. Oktober 1817 wurde für Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg und Anhalt-Köthen ein Oberappellationsgericht mit Sitz in Zerbst eingerichtet. Es bestand bis 1849 und wurde von der Landesregierung beaufsichtigt.
Mit der Trennung von Justiz und Verwaltung war der Ruf nach einer grundlegenden Justizreform laut geworden. Nunmehr wurde die gesamte Justizverwaltung in erster Instanz durch eingerichtete Kreisgerichte in Dessau, Köthen und Zerbst in Verbindung mit Einzelrichtern in Kreisgerichtskommissionen ausgeübt, in zweiter Instanz durch das Oberlandesgericht in Dessau. Dritte Instanz wurde, nach Auflösung des Zerbster Oberappellationsgerichts, das für die thüringischen Staaten bestehende Oberappellationsgericht in Jena.
Mit dem Abschluss eines Staatsvertrages zwischen dem Großherzogtum Sachsen-Weimar über den Anschluss der Herzogtümer Anhalt-Dessau, Anhalt-Köthen und Anhalt-Bernburg an das Gesamtoberappellatonsgericht in Jena traten per "Gesetz zur Organisation der Gerichtsbehörden" vom 23. März 1879 neue Vorschriften für die Justizbehörden in Anhalt in Kraft. Das Oberlandesgericht, die Kreisgerichte Dessau, Köthen, Zerbst, Bernburg und Ballenstedt und die Kreisgerichtskommissionen Oranienbaum, Jeßnitz, Coswig, Roßlau, Sandersleben, Nienburg und Harzgerode wurden aufgehoben. Für Anhalt wurde ein Landgericht mit Sitz in Dessau eingerichtet, und per Verordnung vom 24. März 1879 wurden die Amtsgerichte Ballenstedt, Bernburg, Coswig, Dessau, Harzgerode, Jeßnitz, Köthen, Oranienbaum, Roßlau, Sandersleben und Zerbst als erste Gerichtsinstanz errichtet.
Zum Amtsgerichtsbezirk des Amtsgerichtes Köthen gehörten folgende Orte: Köthen, Gröbzig, Radegast, Arensdorf, Baasdorf mit Pilsenhöhe, Großbadegast, Kleinbadegast, Biendorf, Breesen, Cattau, Cosa, Cörmigk und Sixdorf, Cösitz, Crüchern, Diebzig, Dohndorf, Drosa, Edderitz, Elsdorf, Fernsdorf, Frenz, Gerlebogk, Geuz, Glauzig, Gnetsch, Gölzau, Hohnsdorf, Hohsdorf, Ilbersdorf, Klepzig, Lennewitz, Libehna, Locherau, Maasdorf, Merzien, Mölz, Osternienburg, Sibbesdorf, Paschleben, Pfaffendorf, Pfitzdorf, Berwitz, Pfriemsdorf, Piethen, Pißdorf, Plömnitz, Porst, Preußlitz, Prießdorf, Prosigk, Reinsdorf, Riesdorf, Rohndorf, Schortewitz, Thurau, Trebbichau, Trinum, Wadendorf, Wehlau, Großweißandt, Gahrendorf, Kleinweißandt, Wenndorf, Werdershausen, Wiendorf, Wohlsdorf, Wörbzig, Wulfen und Bobbe, Wülknitz, Würflau, Zabitz, Zehbitz, Zehmitz, Zehringen, Kleinzerbst, Zeundorf und Ziebigk.
Die Amtsgerichte wurden unmittelbar nach 1945 zunächst in Kreisgerichte umbenannt und teilweise auch umstrukturiert, aber bereits 1947 wieder weitgehend auf ihre alte Organisationsform zurückgeführt. Eine Neustrukturierung des Gerichtswesens erfolgte erst 1952 durch die Verordnung zum Zwecke der Anpassung der Gliederung der Gerichte an den Aufbau des Staatsapparates.
Registraturbildner: Mit dem 1. Oktober 1817 wurde für Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg und Anhalt-Köthen ein Oberappellationsgericht mit Sitz in Zerbst eingerichtet. Es bestand bis 1849 und wurde von der Landesregierung beaufsichtigt.
Mit der Trennung von Justiz und Verwaltung war der Ruf nach einer grundlegenden Justizreform laut geworden. Nunmehr wurde die gesamte Justizverwaltung in erster Instanz durch eingerichtete Kreisgerichte in Dessau, Köthen und Zerbst in Verbindung mit Einzelrichtern in Kreisgerichtskommissionen ausgeübt, in zweiter Instanz durch das Oberlandesgericht in Dessau. Dritte Instanz wurde, nach Auflösung des Zerbster Oberappellationsgerichts, das für die thüringischen Staaten bestehende Oberappellationsgericht in Jena.
Mit dem Abschluss eines Staatsvertrages zwischen dem Großherzogtum Sachsen-Weimar über den Anschluss der Herzogtümer Anhalt-Dessau, Anhalt-Köthen und Anhalt-Bernburg an das Gesamtoberappellatonsgericht in Jena traten per "Gesetz zur Organisation der Gerichtsbehörden" vom 23. März 1879 neue Vorschriften für die Justizbehörden in Anhalt in Kraft. Das Oberlandesgericht, die Kreisgerichte Dessau, Köthen, Zerbst, Bernburg und Ballenstedt und die Kreisgerichtskommissionen Oranienbaum, Jeßnitz, Coswig, Roßlau, Sandersleben, Nienburg und Harzgerode wurden aufgehoben. Für Anhalt wurde ein Landgericht mit Sitz in Dessau eingerichtet, und per Verordnung vom 24. März 1879 wurden die Amtsgerichte Ballenstedt, Bernburg, Coswig, Dessau, Harzgerode, Jeßnitz, Köthen, Oranienbaum, Roßlau, Sandersleben und Zerbst als erste Gerichtsinstanz errichtet.
Zum Amtsgerichtsbezirk des Amtsgerichtes Köthen gehörten folgende Orte: Köthen, Gröbzig, Radegast, Arensdorf, Baasdorf mit Pilsenhöhe, Großbadegast, Kleinbadegast, Biendorf, Breesen, Cattau, Cosa, Cörmigk und Sixdorf, Cösitz, Crüchern, Diebzig, Dohndorf, Drosa, Edderitz, Elsdorf, Fernsdorf, Frenz, Gerlebogk, Geuz, Glauzig, Gnetsch, Gölzau, Hohnsdorf, Hohsdorf, Ilbersdorf, Klepzig, Lennewitz, Libehna, Locherau, Maasdorf, Merzien, Mölz, Osternienburg, Sibbesdorf, Paschleben, Pfaffendorf, Pfitzdorf, Berwitz, Pfriemsdorf, Piethen, Pißdorf, Plömnitz, Porst, Preußlitz, Prießdorf, Prosigk, Reinsdorf, Riesdorf, Rohndorf, Schortewitz, Thurau, Trebbichau, Trinum, Wadendorf, Wehlau, Großweißandt, Gahrendorf, Kleinweißandt, Wenndorf, Werdershausen, Wiendorf, Wohlsdorf, Wörbzig, Wulfen und Bobbe, Wülknitz, Würflau, Zabitz, Zehbitz, Zehmitz, Zehringen, Kleinzerbst, Zeundorf und Ziebigk.
Die Amtsgerichte wurden unmittelbar nach 1945 zunächst in Kreisgerichte umbenannt und teilweise auch umstrukturiert, aber bereits 1947 wieder weitgehend auf ihre alte Organisationsform zurückgeführt. Eine Neustrukturierung des Gerichtswesens erfolgte erst 1952 durch die Verordnung zum Zwecke der Anpassung der Gliederung der Gerichte an den Aufbau des Staatsapparates.
Laufmeter: 110.4
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
14.04.2025, 8:12 AM CEST
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