Querulationis Auseinandersetzung um Präsentation zum Stipendium
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(1) 0161
Rep, 29, Nr. 406
LAG, Rep. 29 Wismarer Tribunal
Wismarer Tribunal >> 01. Prozeßakten >> 01.04. 1. Kläger D
(1756-1760) 05.06.1760-06.07.1761 (1761)
Kläger: (2) Joachim Christian Dabis, Ältermann der Weiß- und Fastbäcker in Stralsund und Notar Lembcke als Repräsentanten des vom Prof. Lembcke gestifteten Stipendiums
Beklagter: Rektor und Konzil der Universität Greifswald
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Christoph Erich Hertzberg (P) Bekl.: Johann Franz von Palthen (P)
Fallbeschreibung: Nach Bitte der Kl. vom 05.06. um Fristverlängerung zum Einreichen ihrer Beschwerden gegen ein Konsistorialurteil und erteilter Genehmigung des Tribunals vom 06.06. legen die Kl. am 17.07. ihren Schriftsatz vor. In seinem Testament von 1746 hatte Prof. Lembcke 8.000 Rtlr Kapital für Stipendien bestimmt, die einem Professorensohn aus Greifswald, einem Studenten aus Barth oder einem Verwandten aus der Familie seiner Frau abwechselnd zugute kommen sollen. Falls niemand aus diesen Gruppen Ansprüche anmelden sollte, kann das Stipendium auch allgemein an gebürtige Pommern ausgereicht werden. Die Kl. haben daher den in Göttingen studierenden Sohn des Stralsunder Kämmerers Kempe vorgeschlagen, die Universität hat diesen Vorschlag nicht angenommen. Dagegen querulieren die Kl. an das Tribunal und bitten, die Bestimmungen des Testamentes umzusetzen. Das Tribunal fordert am 23.09. die Akten der Vorinstanz an, am 20.10. bitten die Kl. um Fristverlängerung, die sie am 24.10.1760 erhalten. Am 19.01.1761 bitten die Parteien um Eröffnung der Akten der Vorinstanz, die das Tribunal am 23.01. auf den 24.01. ansetzt. Am 13.04. bitten die Parteien um Prozeßbeschleunigung, am 06.07.1761 bestätigt das Tribunal das Urteil der Vorinstanz, am 01.09.1761 schickt es die Akten an das Konzil zurück
Instanzenzug: 1. Konzil der Universität Greifswald 1760 2. Tribunal 1760
Prozessbeilagen: (7) vom Stralsunder Notar Johann Ulrich Helwig aufgenommene Appellation vom 27.04.1760; Konsistorialurteil vom 24.04.1760; Auszug aus dem Testament Prof. Lembckes (o.D.); von Ephraim Friedrich Graf, Diakon zu Barth, ausgestelltes Attest vom 07.07.1760; Prozeßvollmachten der Kl. für Dr. Hertzberg vom 10.01.1761 und Johann Carl Dähnerts als Rektor für Palthen vom 28.01.1761; Rationes dubitandi et decidendi des Greifswalder Konzils; Präsentation der Studenten Timotheus Stentzler und David Gottfried Unger durch Dabis am 11.09.1756
Beklagter: Rektor und Konzil der Universität Greifswald
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Christoph Erich Hertzberg (P) Bekl.: Johann Franz von Palthen (P)
Fallbeschreibung: Nach Bitte der Kl. vom 05.06. um Fristverlängerung zum Einreichen ihrer Beschwerden gegen ein Konsistorialurteil und erteilter Genehmigung des Tribunals vom 06.06. legen die Kl. am 17.07. ihren Schriftsatz vor. In seinem Testament von 1746 hatte Prof. Lembcke 8.000 Rtlr Kapital für Stipendien bestimmt, die einem Professorensohn aus Greifswald, einem Studenten aus Barth oder einem Verwandten aus der Familie seiner Frau abwechselnd zugute kommen sollen. Falls niemand aus diesen Gruppen Ansprüche anmelden sollte, kann das Stipendium auch allgemein an gebürtige Pommern ausgereicht werden. Die Kl. haben daher den in Göttingen studierenden Sohn des Stralsunder Kämmerers Kempe vorgeschlagen, die Universität hat diesen Vorschlag nicht angenommen. Dagegen querulieren die Kl. an das Tribunal und bitten, die Bestimmungen des Testamentes umzusetzen. Das Tribunal fordert am 23.09. die Akten der Vorinstanz an, am 20.10. bitten die Kl. um Fristverlängerung, die sie am 24.10.1760 erhalten. Am 19.01.1761 bitten die Parteien um Eröffnung der Akten der Vorinstanz, die das Tribunal am 23.01. auf den 24.01. ansetzt. Am 13.04. bitten die Parteien um Prozeßbeschleunigung, am 06.07.1761 bestätigt das Tribunal das Urteil der Vorinstanz, am 01.09.1761 schickt es die Akten an das Konzil zurück
Instanzenzug: 1. Konzil der Universität Greifswald 1760 2. Tribunal 1760
Prozessbeilagen: (7) vom Stralsunder Notar Johann Ulrich Helwig aufgenommene Appellation vom 27.04.1760; Konsistorialurteil vom 24.04.1760; Auszug aus dem Testament Prof. Lembckes (o.D.); von Ephraim Friedrich Graf, Diakon zu Barth, ausgestelltes Attest vom 07.07.1760; Prozeßvollmachten der Kl. für Dr. Hertzberg vom 10.01.1761 und Johann Carl Dähnerts als Rektor für Palthen vom 28.01.1761; Rationes dubitandi et decidendi des Greifswalder Konzils; Präsentation der Studenten Timotheus Stentzler und David Gottfried Unger durch Dabis am 11.09.1756
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.10.2025, 11:28 AM CET