F Rep. 290-02-06 Leo Rosenthal (Bestand)
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F Rep. 290-02-06
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> F Sammlungen >> F 2 Ansichten und Fotografien >> F 2.3 Fotografien >> F 2.3.02 Bildjournalisten
Vorwort: F Rep. 290-02-06
Sammlung Leo Rosenthal
A. Biographie
Leopold Rosenthal kam am 25. August 1884 in Riga als Sohn des jüdischen Kaufmanns Lipman/Ludwig Rosenthal zur Welt. Er besuchte das Städtische Gymnasium in Riga, an dem er 1902 sein Abitur ablegte. Im selben Jahr immatrikulierte er sich zunächst als Student der Medizinischen Fakultät an der Universität von Dorpat (bzw. Jurjev), später wechselte er zur juristischen Fakultät. Nach weiteren Stationen in Deutschland erhielt er 1911 sein Diplom als Kandidat der Rechte an der Universität Jurjev. Daraufhin ließ sich Rosenthal als Rechtsanwalt für Strafrecht in Moskau nieder, das er im November 1919 verließ.
Von 1920 bis 1933 arbeitete er in Berlin als Gerichtsberichterstatter des "Vorwärts" und weiterer sozialdemokratischer Blätter wie die Funkzeitschrift "Volksfunk". Im Rahmen seiner Tätigkeit als Gerichtsreporter fotografierte er während der Gerichtsverhandlungen. Vermutlich tat er das heimlich, ähnlich wie Erich Salomon, weil das Fotografieren nach dem Gerichtsverfassungsgesetz untersagt war. Seine Bilder bot er dem liberaldemokratischen "8 Uhr - Abendblatt", aber auch dem "Weltspiegel", der Beilage des Berliner Tageblatts und der Illustrierten "Zeitbilder", der Beilage der Vossischen Zeitung, an.
Am 6. März 1933 stürmten die Nationalsozialisten die Redaktion des "Vorwärts". Im Zuge der Verfolgungen geriet auch Leo Rosenthal am 27. März 1933 in "Schutzhaft", aus der man ihn aber wegen seiner lettischen Staatsangehörigkeit bereits am selben Tag wieder entlassen musste. Da seine Familie noch in Riga lebte, zog er im April 1933 dorthin. Er war in Riga Mitbegründer einer demokratischen Zeitung namens "Europa-Ost" und lebte von seinen Ersparnissen, die ihm nach der Unterstützung seines in Berlin als Juwelier in Konkurs gegangenen Bruders geblieben waren.
1934 emigrierte Rosenthal nach Paris, wo er als Korrespondent für skandinavische und belgische Zeitungen und Zeitschriften arbeitete. Er beherrschte mehrere Sprachen, unter anderem französisch, englisch und russisch. Zu Kurt Löwenstein, dem ehemaligen Vorsitzenden des sozialdemokratischen Bundes der Kinderfreunde Deutschlands, pflegte er Kontakte. Noch vor der Besetzung von Paris durch deutsche Truppen am 14. Juni 1940 flüchtete Rosenthal in das unbesetzte Frankreich nach Vichy. Im Oktober 1941 erhielt er in Lyon ein Visum, mit dem er im Januar 1942 über Marseille nach Marokko ausreiste. Seine Schiffspassage von Casablanca nach New York finanzierte die jüdische Hilfsorganisation HICEM. Mit dem Flüchtlingsschiff Serpa Pinto gelangte er schließlich im Februar 1942 in die Vereinigten Staaten. Seine Familie in Riga, Mutter, zwei Brüder und drei Schwestern, wurden im Herbst 1941 im Ghetto Riga ermordet.
Leo Rosenthal ließ sich in New York nieder und arbeitete zunächst als Bibliothekar auf der Gefägnis-Insel Rikers Island.1945 begann seine "dritte Karriere" als freiberuflicher Fotograf bei den Vereinten Nationen. Er nutzte im UN-Gebäude mit seinem Mitarbeiter Max Machol, mit dem er seit 1952 zusammenarbeitete, ein eigenes Büro. Unter anderem fotografierte er für die Bildagentur PIX, gegründet von Leon Daniels, Alfred Eisenstädt und George Karger.
Im November 1947 nahm Rosenthal die amerikanische Staatsbürgerschaft an.
Anfang der 1950er Jahre reiste er nach Europa, um bei der UN-Vollversammlung in Paris zu fotografieren. Als er im August 1957 seine alte Wirkungsstätte Berlin besuchte, stellte er auch einen Antrag auf Entschädigung wegen Behinderungen im beruflichen Fortkommen während der Zeit des Nationalsozialismus. Das Verfahren zog sich bis 1967 hin, weil ihm wegen seiner lettischen Staatsangehörigkeit keine Entschädigung nach der bundesdeutschen Wiedergutmachungsgesetzgebung zustand. Aufgrund seines hohen Alters und seiner Krankheit galt er jedoch als Härtefall. Vermutlich auch dank der Fürsprache prominenter Berliner Sozialdemokraten, die Rosenthal aus gemeinsamen Tagen beim "Vorwärts" kannte, etwa den Herausgeber der Zeitung "Telegraf", Arno Scholz, Wirtschaftssenator Paul Hertz und Hans E. Hirschfeld, Leiter der Senatskanzlei, genehmigte das Entschädigungsamt schließlich im Wege eines Vergleichs die Zahlung einer Entschädigung.
Am 28. Oktober 1969 starb Leo Rosenthal, der unverheiratet und kinderlos geblieben war, im Alter von 85 Jahren in New York.
B. Bestandsgeschichte
Am Ende eines unsteten und in Dokumenten und Zeugnissen nur lückenhaft fassbaren Lebens mit Stationen in Riga, Moskau, Berlin, Paris und New York versuchte Leo Rosenthal in Bildbänden sein aus über 300.000 Fotografien bestehendes Lebenswerk zu dokumentieren. Kontakte zu verschiedenen Verlagen führten jedoch zu keinem Erfolg. Eine Ausstellung über die Vereinten Nationen und die USA zeigte im Februar 1968 in New York 600 seiner Fotografien. Es ist nicht bekannt, wohin sich sein Werk zerstreut hat: ein Teil seiner Fotografien lassen sich in verschiedenen amerikanischen und europäischen Archiven nachweisen. Das Landesarchiv besitzt mit den hier verwahrten Fotografien sein Werk aus seiner Tätigkeit für den "Vorwärts" während der Weimarer Republik.
Diese Fotografien kaufte die Landesbildstelle Berlin auf Anregung des Direktors des Landesarchivs, Hans-Joachim Reichardt, und durch Vermittlung von Arno Scholz im Januar 1969 von Rosenthal an. Es handelt sich um ca. 1500 Kontaktabzüge und Negative.
Die Fotografien von Leo Rosenthal erlauben uns einen Blick in die Berliner Gerichtssäle aus einer Zeit, die durch soziale und politische Umbrüche geprägt war. Sein Interesse galt den Hintergründen der politischen Skandale und den Zwischentönen des Lebens, den sozialen Umbrüchen in der Gesellschaft gegen Ende der Weimarer Republik. Rosenthals Haltung spiegelt sich in seinen Bildkommentaren wider. Kritisch reflektierte er Standesdünkel und die zur Macht drängenden Nationalsozialisten. Seine Sympathien galten eher den "kleinen Leuten".
Die ersten überlieferten Gerichtsfotografien von Rosenthal stammen aus dem Jahr 1926. Das Gros der Aufnahmen ist in den Jahren 1929 - 1932 entstanden. Sie zeigen zumeist Menschen, Beschuldigte, Zeugen und Zuhörer aus dem Berlin der 1920er Jahre, sowohl Prominente als auch unbekannte Personen. Die Fotografien haben nicht selten den Charakter von Momentaufnahmen. In einer Notiz zur Aufnahme Hitlers von 1931 beschrieb Rosenthal seine Technik: "Es war nicht erlaubt zu photographieren. Ich sass auf der Zeugenbank - in der zweiten Reihe; versteckte die Camera hinter dem Rücken der Person, die vor mir sass und machte die Aufnahme seitwärts (…) Die Umstände unter denen ich dieses Photo ohne Erlaubnis gemacht habe, wird wohl die Qualität beeinflusst haben." Trotzdem hielt er Momente oft genau dann fest, wenn sich wichtige oder dramatische Situationen ereigneten. Sein Stil hat quasi dokumentarischen Charakter. Obgleich er die Menschen in einer für sie ungeschützten Situation fotografierte, erscheint sein Blick nicht voyeuristisch, er "führt sie nicht vor".
Daneben existieren kleinere Serien von Demonstrationen der republiktreuen Eisernen Front in Berlin, von Veranstaltungen des SPD-Parteitages im Juni 1931 in Leipzig, Aufnahmen aus einer Berliner Fürsorgeeinrichtung und dem Frauengefängnis in der Barnimstraße. In der Sammlung lassen sich ebenfalls Alltagsszenen wie Badevergnügen am Wannsee und Berliner Milieustudien finden.
C. Korrespondierende Bestände
LAB A Rep. 358-01 Generalstaatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin 1918 - 1933
LAB A Rep. 358-02 Generalstaatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin 1933 - 1945
GStA I. HA Rep. 84 a Preußisches Justizministerium
D. Veröffentlichungen
Leo Rosenthal. Ein Chronist in der Weimarer Republik 1926 - 1933 (Einzelveröffentlichung des Landesarchivs Berlin, hrsg. von Uwe Schaper), Schirmer Mosel Verlag, München 2011
Leo Rosenthal (1884 - 1969), Ein Chronist in der Weimarer Republik. Eine Ausstellung des Landesarchivs Berlin, in: Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 2009, hrsg. von Uwe Schaper, Berlin 2009, S. 265 - 277.
Berlin, im Juli 2011 Bianca Welzing-Bräutigam
Sammlung Leo Rosenthal
A. Biographie
Leopold Rosenthal kam am 25. August 1884 in Riga als Sohn des jüdischen Kaufmanns Lipman/Ludwig Rosenthal zur Welt. Er besuchte das Städtische Gymnasium in Riga, an dem er 1902 sein Abitur ablegte. Im selben Jahr immatrikulierte er sich zunächst als Student der Medizinischen Fakultät an der Universität von Dorpat (bzw. Jurjev), später wechselte er zur juristischen Fakultät. Nach weiteren Stationen in Deutschland erhielt er 1911 sein Diplom als Kandidat der Rechte an der Universität Jurjev. Daraufhin ließ sich Rosenthal als Rechtsanwalt für Strafrecht in Moskau nieder, das er im November 1919 verließ.
Von 1920 bis 1933 arbeitete er in Berlin als Gerichtsberichterstatter des "Vorwärts" und weiterer sozialdemokratischer Blätter wie die Funkzeitschrift "Volksfunk". Im Rahmen seiner Tätigkeit als Gerichtsreporter fotografierte er während der Gerichtsverhandlungen. Vermutlich tat er das heimlich, ähnlich wie Erich Salomon, weil das Fotografieren nach dem Gerichtsverfassungsgesetz untersagt war. Seine Bilder bot er dem liberaldemokratischen "8 Uhr - Abendblatt", aber auch dem "Weltspiegel", der Beilage des Berliner Tageblatts und der Illustrierten "Zeitbilder", der Beilage der Vossischen Zeitung, an.
Am 6. März 1933 stürmten die Nationalsozialisten die Redaktion des "Vorwärts". Im Zuge der Verfolgungen geriet auch Leo Rosenthal am 27. März 1933 in "Schutzhaft", aus der man ihn aber wegen seiner lettischen Staatsangehörigkeit bereits am selben Tag wieder entlassen musste. Da seine Familie noch in Riga lebte, zog er im April 1933 dorthin. Er war in Riga Mitbegründer einer demokratischen Zeitung namens "Europa-Ost" und lebte von seinen Ersparnissen, die ihm nach der Unterstützung seines in Berlin als Juwelier in Konkurs gegangenen Bruders geblieben waren.
1934 emigrierte Rosenthal nach Paris, wo er als Korrespondent für skandinavische und belgische Zeitungen und Zeitschriften arbeitete. Er beherrschte mehrere Sprachen, unter anderem französisch, englisch und russisch. Zu Kurt Löwenstein, dem ehemaligen Vorsitzenden des sozialdemokratischen Bundes der Kinderfreunde Deutschlands, pflegte er Kontakte. Noch vor der Besetzung von Paris durch deutsche Truppen am 14. Juni 1940 flüchtete Rosenthal in das unbesetzte Frankreich nach Vichy. Im Oktober 1941 erhielt er in Lyon ein Visum, mit dem er im Januar 1942 über Marseille nach Marokko ausreiste. Seine Schiffspassage von Casablanca nach New York finanzierte die jüdische Hilfsorganisation HICEM. Mit dem Flüchtlingsschiff Serpa Pinto gelangte er schließlich im Februar 1942 in die Vereinigten Staaten. Seine Familie in Riga, Mutter, zwei Brüder und drei Schwestern, wurden im Herbst 1941 im Ghetto Riga ermordet.
Leo Rosenthal ließ sich in New York nieder und arbeitete zunächst als Bibliothekar auf der Gefägnis-Insel Rikers Island.1945 begann seine "dritte Karriere" als freiberuflicher Fotograf bei den Vereinten Nationen. Er nutzte im UN-Gebäude mit seinem Mitarbeiter Max Machol, mit dem er seit 1952 zusammenarbeitete, ein eigenes Büro. Unter anderem fotografierte er für die Bildagentur PIX, gegründet von Leon Daniels, Alfred Eisenstädt und George Karger.
Im November 1947 nahm Rosenthal die amerikanische Staatsbürgerschaft an.
Anfang der 1950er Jahre reiste er nach Europa, um bei der UN-Vollversammlung in Paris zu fotografieren. Als er im August 1957 seine alte Wirkungsstätte Berlin besuchte, stellte er auch einen Antrag auf Entschädigung wegen Behinderungen im beruflichen Fortkommen während der Zeit des Nationalsozialismus. Das Verfahren zog sich bis 1967 hin, weil ihm wegen seiner lettischen Staatsangehörigkeit keine Entschädigung nach der bundesdeutschen Wiedergutmachungsgesetzgebung zustand. Aufgrund seines hohen Alters und seiner Krankheit galt er jedoch als Härtefall. Vermutlich auch dank der Fürsprache prominenter Berliner Sozialdemokraten, die Rosenthal aus gemeinsamen Tagen beim "Vorwärts" kannte, etwa den Herausgeber der Zeitung "Telegraf", Arno Scholz, Wirtschaftssenator Paul Hertz und Hans E. Hirschfeld, Leiter der Senatskanzlei, genehmigte das Entschädigungsamt schließlich im Wege eines Vergleichs die Zahlung einer Entschädigung.
Am 28. Oktober 1969 starb Leo Rosenthal, der unverheiratet und kinderlos geblieben war, im Alter von 85 Jahren in New York.
B. Bestandsgeschichte
Am Ende eines unsteten und in Dokumenten und Zeugnissen nur lückenhaft fassbaren Lebens mit Stationen in Riga, Moskau, Berlin, Paris und New York versuchte Leo Rosenthal in Bildbänden sein aus über 300.000 Fotografien bestehendes Lebenswerk zu dokumentieren. Kontakte zu verschiedenen Verlagen führten jedoch zu keinem Erfolg. Eine Ausstellung über die Vereinten Nationen und die USA zeigte im Februar 1968 in New York 600 seiner Fotografien. Es ist nicht bekannt, wohin sich sein Werk zerstreut hat: ein Teil seiner Fotografien lassen sich in verschiedenen amerikanischen und europäischen Archiven nachweisen. Das Landesarchiv besitzt mit den hier verwahrten Fotografien sein Werk aus seiner Tätigkeit für den "Vorwärts" während der Weimarer Republik.
Diese Fotografien kaufte die Landesbildstelle Berlin auf Anregung des Direktors des Landesarchivs, Hans-Joachim Reichardt, und durch Vermittlung von Arno Scholz im Januar 1969 von Rosenthal an. Es handelt sich um ca. 1500 Kontaktabzüge und Negative.
Die Fotografien von Leo Rosenthal erlauben uns einen Blick in die Berliner Gerichtssäle aus einer Zeit, die durch soziale und politische Umbrüche geprägt war. Sein Interesse galt den Hintergründen der politischen Skandale und den Zwischentönen des Lebens, den sozialen Umbrüchen in der Gesellschaft gegen Ende der Weimarer Republik. Rosenthals Haltung spiegelt sich in seinen Bildkommentaren wider. Kritisch reflektierte er Standesdünkel und die zur Macht drängenden Nationalsozialisten. Seine Sympathien galten eher den "kleinen Leuten".
Die ersten überlieferten Gerichtsfotografien von Rosenthal stammen aus dem Jahr 1926. Das Gros der Aufnahmen ist in den Jahren 1929 - 1932 entstanden. Sie zeigen zumeist Menschen, Beschuldigte, Zeugen und Zuhörer aus dem Berlin der 1920er Jahre, sowohl Prominente als auch unbekannte Personen. Die Fotografien haben nicht selten den Charakter von Momentaufnahmen. In einer Notiz zur Aufnahme Hitlers von 1931 beschrieb Rosenthal seine Technik: "Es war nicht erlaubt zu photographieren. Ich sass auf der Zeugenbank - in der zweiten Reihe; versteckte die Camera hinter dem Rücken der Person, die vor mir sass und machte die Aufnahme seitwärts (…) Die Umstände unter denen ich dieses Photo ohne Erlaubnis gemacht habe, wird wohl die Qualität beeinflusst haben." Trotzdem hielt er Momente oft genau dann fest, wenn sich wichtige oder dramatische Situationen ereigneten. Sein Stil hat quasi dokumentarischen Charakter. Obgleich er die Menschen in einer für sie ungeschützten Situation fotografierte, erscheint sein Blick nicht voyeuristisch, er "führt sie nicht vor".
Daneben existieren kleinere Serien von Demonstrationen der republiktreuen Eisernen Front in Berlin, von Veranstaltungen des SPD-Parteitages im Juni 1931 in Leipzig, Aufnahmen aus einer Berliner Fürsorgeeinrichtung und dem Frauengefängnis in der Barnimstraße. In der Sammlung lassen sich ebenfalls Alltagsszenen wie Badevergnügen am Wannsee und Berliner Milieustudien finden.
C. Korrespondierende Bestände
LAB A Rep. 358-01 Generalstaatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin 1918 - 1933
LAB A Rep. 358-02 Generalstaatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin 1933 - 1945
GStA I. HA Rep. 84 a Preußisches Justizministerium
D. Veröffentlichungen
Leo Rosenthal. Ein Chronist in der Weimarer Republik 1926 - 1933 (Einzelveröffentlichung des Landesarchivs Berlin, hrsg. von Uwe Schaper), Schirmer Mosel Verlag, München 2011
Leo Rosenthal (1884 - 1969), Ein Chronist in der Weimarer Republik. Eine Ausstellung des Landesarchivs Berlin, in: Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 2009, hrsg. von Uwe Schaper, Berlin 2009, S. 265 - 277.
Berlin, im Juli 2011 Bianca Welzing-Bräutigam
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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22.08.2025, 11:21 MESZ