Gemeinschaftliches Archiv Langenburg (Bestand)
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Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, La 5
Landesarchiv Baden-Württemberg, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein (Archivtektonik) >> Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein >> Archiv Langenburg >> Zentrale Behörden bis 1806
1483-1701, vereinzelte Nachakten bis 1803
Inhalt und Bewertung
Gemeinschaftlich ist dieses Archiv für die langenburgischen Teillinien Langenburg, Ingelfingen und Kirchberg. Seine Formierung erfolgte um 1680 nach Aussterben der älteren Linie Kirchberg. Damals fiel das ehemals Kirchbergische Gebiet mitsamt dem Verwaltungsschriftgut an Langenburg zurück. Es erfolgte eine gründliche Neuordnung und Neuverzeichnung der Langenburger Kanzleiregistraturen. Bei der Erbteilung 1701 wurden diese Unterlagen beisammengelassen und als gemeinschaftliches Archiv der drei langenburgischen Linien in Schloß Langenburg verwahrt.
Der Bestand umfaßt im Kern drei Schichten: 1. Akten der Kanzlei aus der Zeit Friedrichs von Hohenlohe-Langenburg (1586-1590), 2. aus den Kanzleien Neuenstein und Weikersheim nach Lokalpertinenz extradierte Akten aus der Zeit vor 1610 und 3. Akten der Kanzlei Langenburg nach 1610. Er reicht in der Regel nicht über die Landesteilung von 1701 hinaus. 1701 wurden in größerem Maße Akten extradiert und an Hohenlohe-Ingelfingen abgegeben.
Gliederung: 1. Privilegien und Freiheiten der Grafen von Hohenlohe; 2. Landesteilungen; 3. Allgemeine Verwaltung der Grafschaft Langenburg; 4. Herrschaftliches Schuldenwesen; 5. Angelegenheiten des Hohenlohischen Fideikommiß; 6. Grafschaft Weikersheim; 7. Sachen mit Hohenlohe-Neuenstein und Hohenlohe-Weikersheim; 8. Unterhaltung des Reichskammergerichts.
1. Zur Geschichte des Bestands: Die Formierung des Gemeinschaftlichen Archivs Langenburg erfolgte um 1680 im Zusammenhang mit einer durchgreifenden Neuordnung und Neuverzeichnung der Langenburger Kanzleiregistraturen nach dem Aussterben der älteren Linie Kirchberg, deren Gebiet an Langenburg heimfiel (vgl. Bü 195). Der ursprünglich im Kanzleiturm in drei Behältern mit insgesamt 96 Schubladen verwahrte Bestand enthält im wesentlichen drei Schichten: 1. Akten der Kanzlei Langenburg aus der Regierungszeit Friedrichs von Hohenlohe-Langenburg 1586-1590; 2. nach Gesichtspunkten der Lokalpertinenz im 17. Jh. an Hohenlohe-Langenburg extradierte Akten der Kanzleien Neuenstein und Weikersheim aus der Zeit vor 1610; 3. Akten der Kanzlei Langenburg nach 1610. Die einzelnen Rubriken reichen in der Regel nicht über den Zeitpunkt der langenburgischen Landesteilung von 1701 hinaus. Sie finden ihre Fortsetzung im Bestand "Ratsstubenbehälter". Nach der Landesteilung von 1701 wurden in größerem Umfang Akten an Hohenlohe-Ingelfingen - im alten, nach 1680 angelegten Repertorium mit S (= Schrozberg) bezeichnet - extradiert. Der in Langenburg verbliebene Teil blieb Gemeinschaftliches Archiv der drei langenburgischen Häuser Hohenlohe-Langenburg, Hohenlohe-Kirchberg und Hohenlohe-Ingelfingen. Der Bestand wurde nach dem Brand von Schloß Langenburg 1963 nach Neuenstein verlagert und im Sommer 1972 provisorisch aufgestellt.
2. Verzeichnung: Die Verzeichnung folgte dem Aufbau des alten Repertoriums. In dem neu formierten Bestand fehlen die Rubriken Lehenssachen (Schubl. 1-8 und 88-96), die mit Akten gleichen Betreffs des "Ratsstubenbehälters" und der Domänenkanzleiregistratur im Winter 1974 zum Bestand "La 20 Kanzlei: Lehenverwaltung" vereinigt wurden, sowie "Genealogia und Historica" (Schubl. 70) und "Solmsische Acta" (Schubl. 80-87), die bei der Neuverzeichnung des Bestandes "Sachen mit Auswärtigen" in diesen eingearbeitet werden sollen. Zur Vermeidung sachlicher und chronologischer Überschneidungen mit den Parallel- bzw. Nachfolgebeständen "Sachen mit Auswärtigen" und "Ratsstubenbehälter" wurden aus diesen einzelne Akten und Aktengruppen herausgelöst und im vorliegenden Bestand verzeichnet. Bei der Verzeichnung des sog. Langenburger Originalienbehälters ergab sich, daß zahlreiche in diesem Selekt verwahrte Archivalien sachlich wie provenienzmäßig in das Gemeinschaftliche Langenburger Archiv gehörten. Diese und andere, in keinem erkennbaren Registraturzusammenhang stehende Urkunden und Akten konnten nun sachgerecht in den vorliegenden Bestand aufgenommen werden. Die Veränderungen sind durch Vermerke in den entsprechenden Repertorien und die in den Kanzleiakten liegende Konkordanz evident gehalten. Bei der Neuverzeichnung wurden Fremdprovenienzen aus der Zeit nach 1610 aus dem Bestand herausgelöst. Lediglich Einsprengsel, deren zweifelsfreie Zuordnung zu anderen Beständen mangels Signaturen nicht möglich war, verblieben unter Angabe der Provenienz als Vorakten im Bestand. Die Gliederung lehnt sich im wesentlichen an den Aufbau des alten Repertoriums an. Einige sehr umfangreiche Rubriken wurden durch Untergruppen stärker differenziert. Innerhalb der Haupt-, Mittel- und Untergruppen liegen die Akten chronologisch. Zur leichteren Verifizierung alter Signaturen wurde eine Konkordanz über alte und neue Signaturen angelegt. Aus arbeitsökonomischen Gründen wurde sie nicht vervielfältigt und dem Repertorium beigeheftet, sondern liegt in den Kanzleiakten unter dem Aktenzeichen 624 Archiv Langenburg. Die insgesamt 1356 Aktenfaszikel und 97 Urkunden umfassen 24,5 lfd. Meter und 4 Urkundenbehälter. Die Verzeichnung wurde im 1. Halbjahr 1975 durch Archivoberinspektor W. Beutter durchgeführt. Neuenstein, den 30. September 1975 Dr. Taddey
1356 Aktenfasz., 97 Urkunden (24,5 lfd.m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ