Streit um Haus Wisch (im Kirchspiel Harpen) und eine Jahrrente von 550 Rtlr. aus den bladenhorstschen Gütern, die Anna von Virmond, Witwe des Grafen Heinrich von Waldeck, statt ihres Erbanspruchs (vgl. dazu RKG 690 (B 1894/5715)) erhalten hatte, sowie um eine weitere Jahrrente von 150 Rtlr., die sie später von der Witwe Virmond zu Bladenhorst gekauft hatte. Die Appellanten betonen, in ihrem Ehevertrag und nochmals in ihrem Testament habe Anna ihrem 2. Mann Kuno von Winneburg ihrem (der Appellanten) Rechtsvorgänger, ihren gesamten Besitz übertragen, der davon nach ihrem Tod auch Possession ergriffen habe, ehe Philipp Arnold von Virmond sich gewaltsam in den Besitz von Haus Wisch gebracht habe. 1684 habe die klev.-märk. Regierung in possessorio zugunsten Kunos von Winneburg entschieden. Obwohl gegen ein solches Possessionsurteil kein Rechtsmittel, sondern nur der Austrag in petitorio zulässig sei, hätten die Appellaten ein langwieriges Revisionsverfahren eingeleitet. Obwohl in diesem Verfahren nur in possessorio verhandelt worden sei, sei das Urteil von 1717 ein petitorisches. Weitere formalrechtliche Einwände gegen Verfahren und Urteil der Vorinstanz. Unter Hinweis auf das vorinstanzliche Revisionsverfahren, gegen das kein Rechtsmittel zulässig sei, bestritten Appellaten und Vorinstanz die Zulässigkeit des RKG-Verfahrens.
Show full title
Streit um Haus Wisch (im Kirchspiel Harpen) und eine Jahrrente von 550 Rtlr. aus den bladenhorstschen Gütern, die Anna von Virmond, Witwe des Grafen Heinrich von Waldeck, statt ihres Erbanspruchs (vgl. dazu RKG 690 (B 1894/5715)) erhalten hatte, sowie um eine weitere Jahrrente von 150 Rtlr., die sie später von der Witwe Virmond zu Bladenhorst gekauft hatte. Die Appellanten betonen, in ihrem Ehevertrag und nochmals in ihrem Testament habe Anna ihrem 2. Mann Kuno von Winneburg ihrem (der Appellanten) Rechtsvorgänger, ihren gesamten Besitz übertragen, der davon nach ihrem Tod auch Possession ergriffen habe, ehe Philipp Arnold von Virmond sich gewaltsam in den Besitz von Haus Wisch gebracht habe. 1684 habe die klev.-märk. Regierung in possessorio zugunsten Kunos von Winneburg entschieden. Obwohl gegen ein solches Possessionsurteil kein Rechtsmittel, sondern nur der Austrag in petitorio zulässig sei, hätten die Appellaten ein langwieriges Revisionsverfahren eingeleitet. Obwohl in diesem Verfahren nur in possessorio verhandelt worden sei, sei das Urteil von 1717 ein petitorisches. Weitere formalrechtliche Einwände gegen Verfahren und Urteil der Vorinstanz. Unter Hinweis auf das vorinstanzliche Revisionsverfahren, gegen das kein Rechtsmittel zulässig sei, bestritten Appellaten und Vorinstanz die Zulässigkeit des RKG-Verfahrens.
AA 0627, 699 - B 1903/5725
AA 0627 Reichskammergericht, Teil I: A-B
Reichskammergericht, Teil I: A-B >> 2. Buchstabe B
1717-1721 (1675-1722)
Enthaeltvermerke: Kläger: L[othar] F[riedrich Adam] von Bourscheidt zu Büllesheim und sein Vetter [Franz Damian Wilhelms Sohn] C[aspar Franz Emund] von Bourscheidt zu Burgbrohl als Erben Kunos von Winneburg, (Kl.: Kuno von Winneburg) Beklagter: Erben des Frhr. von Romberg zu Brüninghausen und Bladenhorst (Castrop-Rauxel), vertreten durch Otto Kaspar von Rombergs Witwe P[hilippina] A[dolpha Margaretha] geb. von Neuhof, und die Erben von Ossenbrock, vertreten durch [Klara Sophia] verwitwete von Ossenbrock zu Wisch (Harpen; Bochum), geb. von Waldenheim; und Witwe von Ossenbrock zu Dönhof, als Erben [Philipps und Arnolds] von Virmond, und Konsorten, (Bekl.: Philipp Arnold und Hermann von Virmond, dann ihre Erben: die von Romberg und von Ossenbrock) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Rudolf Sachs 1717 - Subst.: Lic. A. J. Stephani Prokuratoren (Bekl.): Dr. Franz Adolf Sachsensche 1718 - Subst.: Dr. Joh. Wilhelm Ludolf - Dr. Johann Wilhelm Ludolff 1718 - Subst.: Lic. Joh. P. Thonet Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Kleve-märk. Regierung (Direktor und Geheime Räte) zu Kleve in possessorio, reservato petitorio - 2. Kleve-märk. Regierung (Kanzler und Räte) zu Kleve mit Rat Rechtsgelehrter in revisorio - 3. RKG 1717-1721 (1675-1722) Beweismittel: RKG-Arctiores compulsoriales cum citatione ad videndum se incidisse in poenam simplicibus insertam, gerichtet an die klev. Regierung, 28. März 1718 (82-89). Arctiores compulsoriales zur Herausgabe der Vorakten (222). Beschreibung: 4,5 cm, 222 Bl., überwiegend geb.; Q 1-39, 2 Beilagen, davon 1 prod. 9. Jan. 1722.
Diverse Registraturbildner
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
28.04.2026, 8:37 AM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Archival tectonics)
- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil I: A-B (Archival holding)
- 2. Buchstabe B (Classification)