Appellationis Auseinandersetzung um Rechnungslegung
Vollständigen Titel anzeigen
(1) 3340
Wismar S 368 (W S n. 368)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 19. 1. Kläger S
(1761-1765) 25.09.1765-28.11.1767
Kläger: (2) Johan Dietrich Gundlach namens Jacob Suhr und E.L. Siems aus Stralsund, Schiffer der Galiasse "Der Mars" (Bekl. in 1. Instanz)
Beklagter: Michel Thesmer, Kaufmann zu Karlshamn (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Philipp Wilhelm Sengebusch (A), Dr. Joachim Christoph Ungnade (P) Bekl.: Christian Friedrich Herrling (A), Johann Franz von Palthen (P)
Fallbeschreibung: Nach Bitten um Fristverlängerung zum Einreichen des Schriftsatzes vom 25.09. und 22.10. und erfolgter Erlaubnis des Tribunals vom 27.09. und 25.10. trägt der Kl. am 16.12.1765 seine Beschwerde gegen ein Ratsgerichtsurteil vor. Suhr und Siems sind 1761 in Stralsund arrestiert worden und haben ihr Schiff für die Zeit ihres Arrestes dem Bekl. mit der Maßgabe überlassen, es in Fahrt zu halten und über seine Reisen Rechenschaft abzulegen. Da der Bekl. dieser Verpflichtung nicht nachkommt, läßt Gundlach es am 07.05.1763 in Wismar beschlagnahmen. Seither streiten Parteien um Rechnungslegung und offene Forderungen, wobei das Ratsgericht die Forderungen des Bekl. in Höhe von 3.868 Rtlr 19 s als erwiesen annimmt und den Kl. zur Bezahlung anweist. Gegen diese Rechnungslegung appelliert der Kl. an das Tribunal und argumentiert, seine Mandanten hätten dem Bekl. aufgetragen, das Schiff nur profitabel einzusetzen und zum mindesten die Betriebskosten und Versicherung mit seinen Fahrten zu verdienen. Für das kaufmännische Ungeschick des Bekl. könne man sie nicht verantwortlich machen, außerdem bezweifelt der Kl. die Richtigkeit der Rechnung. Er bittet das Tribunal, den Bekl. zu ordentlicher Rechnungslegung aufzufordern und das Ratsgerichtsurteil nach Prüfung zu kassieren. Am 28.02.1766 fordert das Tribunal den Rat zur Einsendung der Akten auf, erhält diese am 08.04. und eröffnet sie auf Antrag des Kl.s vom 14.04. am 28.04. Am 20.10. lädt das Tribunal die Parteien zu einem Schlichtungsversuch auf den 12.12.1766 ein. Am 05.03.1767 teilt der Kl. mit, daß der Bekl. mehrfach gegen die Abmachungen des Vergleichs verstoßen habe und bittet um Aufhebung des Vergleichs und ein ordentliches Urteil. Das Tribunal fordert den Bekl. am 07.03. zur Antwort auf. Da diese nicht ergeht, kündigt es am 15.04. ein Urteil an. Am 22.07.1767 legt es fest, daß Gundlach die auf der Auktion festgesetzten 500 Rtlr für das Schiff an den Bekl. zahlen soll und damit alle gegenseitigen Ansprüche der Parteien abgegolten sein sollen. Der Streit um Anwalts- und Prozeßkosten zieht sich bis zum 28.11.1767 hin.
Instanzenzug: 1. Rasgericht 1764-1765 2. Tribunal 1765-1767
Prozessbeilagen: (7) Ratsgerichtsurteile vom 12.11.1764 und 26.06.1765; von Notar Anton Rode aufgenommene Appellation vom 04.07.1765; Schreiben des Bekl. an Suhr vom 03.09.1762, 29.03.1763; Schreiben von Suhr und Siems an Bekl. vom 11.09.1762; Auktionsprotokoll vom 22.10.1765; Rechnungslegung über die Fahrten der "Mars" vom 30.11.1761-31.05.1763, Rationes decidendi des Ratsgerichts; Prozeßvollmachten des Kl.s für Dr. Ungnade vom 11.10.1766 und des Bekl. für Palthen vom 06.07.1667; Quittung Peter Niemanns vom 05.11.1767; Honorarrechnung Herrlings (o. D.)
Beklagter: Michel Thesmer, Kaufmann zu Karlshamn (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Philipp Wilhelm Sengebusch (A), Dr. Joachim Christoph Ungnade (P) Bekl.: Christian Friedrich Herrling (A), Johann Franz von Palthen (P)
Fallbeschreibung: Nach Bitten um Fristverlängerung zum Einreichen des Schriftsatzes vom 25.09. und 22.10. und erfolgter Erlaubnis des Tribunals vom 27.09. und 25.10. trägt der Kl. am 16.12.1765 seine Beschwerde gegen ein Ratsgerichtsurteil vor. Suhr und Siems sind 1761 in Stralsund arrestiert worden und haben ihr Schiff für die Zeit ihres Arrestes dem Bekl. mit der Maßgabe überlassen, es in Fahrt zu halten und über seine Reisen Rechenschaft abzulegen. Da der Bekl. dieser Verpflichtung nicht nachkommt, läßt Gundlach es am 07.05.1763 in Wismar beschlagnahmen. Seither streiten Parteien um Rechnungslegung und offene Forderungen, wobei das Ratsgericht die Forderungen des Bekl. in Höhe von 3.868 Rtlr 19 s als erwiesen annimmt und den Kl. zur Bezahlung anweist. Gegen diese Rechnungslegung appelliert der Kl. an das Tribunal und argumentiert, seine Mandanten hätten dem Bekl. aufgetragen, das Schiff nur profitabel einzusetzen und zum mindesten die Betriebskosten und Versicherung mit seinen Fahrten zu verdienen. Für das kaufmännische Ungeschick des Bekl. könne man sie nicht verantwortlich machen, außerdem bezweifelt der Kl. die Richtigkeit der Rechnung. Er bittet das Tribunal, den Bekl. zu ordentlicher Rechnungslegung aufzufordern und das Ratsgerichtsurteil nach Prüfung zu kassieren. Am 28.02.1766 fordert das Tribunal den Rat zur Einsendung der Akten auf, erhält diese am 08.04. und eröffnet sie auf Antrag des Kl.s vom 14.04. am 28.04. Am 20.10. lädt das Tribunal die Parteien zu einem Schlichtungsversuch auf den 12.12.1766 ein. Am 05.03.1767 teilt der Kl. mit, daß der Bekl. mehrfach gegen die Abmachungen des Vergleichs verstoßen habe und bittet um Aufhebung des Vergleichs und ein ordentliches Urteil. Das Tribunal fordert den Bekl. am 07.03. zur Antwort auf. Da diese nicht ergeht, kündigt es am 15.04. ein Urteil an. Am 22.07.1767 legt es fest, daß Gundlach die auf der Auktion festgesetzten 500 Rtlr für das Schiff an den Bekl. zahlen soll und damit alle gegenseitigen Ansprüche der Parteien abgegolten sein sollen. Der Streit um Anwalts- und Prozeßkosten zieht sich bis zum 28.11.1767 hin.
Instanzenzug: 1. Rasgericht 1764-1765 2. Tribunal 1765-1767
Prozessbeilagen: (7) Ratsgerichtsurteile vom 12.11.1764 und 26.06.1765; von Notar Anton Rode aufgenommene Appellation vom 04.07.1765; Schreiben des Bekl. an Suhr vom 03.09.1762, 29.03.1763; Schreiben von Suhr und Siems an Bekl. vom 11.09.1762; Auktionsprotokoll vom 22.10.1765; Rechnungslegung über die Fahrten der "Mars" vom 30.11.1761-31.05.1763, Rationes decidendi des Ratsgerichts; Prozeßvollmachten des Kl.s für Dr. Ungnade vom 11.10.1766 und des Bekl. für Palthen vom 06.07.1667; Quittung Peter Niemanns vom 05.11.1767; Honorarrechnung Herrlings (o. D.)
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.10.2025, 11:26 MEZ