Ratsältere, Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm bekennen: Vor dem versammelten Rat sind die Erben des Buchbinders und Ulmer Bürgers Christoph Johann Kräer erschienen. Es handelt sich dabei um Johann Christoph Sigmund Glitzelhirn als Bevollmächtigter seiner Stieftochter Johanna Juliana, die mit Eberhard Ludwig Gsell in Endersbach [Stadt Weinstadt/Rems-Murr-Kreis] verheiratet ist, den Goldarbeiter Johann Martin Adam, seine Ehefrau Anna Maria geborene Kräer und deren Beistand, den Bortenmacher Johann Tobias Rinninger, sowie die noch ledige Johanna Magdalena Kräer und ihre Pfleger Johann Tobias Rinninger und den Bortenmacher Johann Pfauz. Sie haben berichtet, dass sie bzw. ihre Pfleglinge ein Haus mit Hofstatt und Höflein, auf dem früher ein Anbau stand, in Ulm Auf dem Kreuz zwischen dem Weber Konrad Scheiffele und dem Brandweinbrenner Matthäus Stättner geerbt haben. Da ihnen dieses Anwesen keinen Nutzen bringt, haben sie es dem Stadtkarrer Georg Bührle verkauft. Das Haus ist dem Heiliggeistspital in Ulm [abgegangen, Bereich Neue Straße, Lagerbuch Nr. 261/2, 254] zinspflichtig und außerdem für ein Darlehen in Höhe von 70 Gulden als Pfand eingetragen. Der Käufer hat die Rückzahlung dieses Darlehens übernommen und ihnen noch zusätzlich 115 Gulden bezahlt, so dass sie für das Anwesen insgesamt 185 Gulden Ulmer Stadtwährung erhalten haben. Nun hat sie der Käufer um eine Beurkundung des Verkaufs gebeten. Dies ist ihnen aber nicht möglich, da die Pfleglinge zum Teil noch minderjährig sind. Daher bitten sie den Rat um Hilfe. Dieser entscheidet nach Untersuchung der Angelegenheit, dass der Verkauf gemäß den Vorschriften des Ulmer Stadtrechts zum Verkehrswert des Anwesens erfolgt ist. Daher kann er unter dem Stadtgerichtssiegel beurkundet werden und erlangt dann Rechtskraft.