Erfordert durch Stadtvogt und Rat zu Ellwangen und im Auftrag des Fürstpropstes Wolfgang [von Hausen] und der Kapitulare Valentin und Dietrich Echter von Mespelbrunn, Gebrüder, fertigt Christoph Schiltperger, Notar zu Ellwangen (?), in Gegenwart namentlich benannter Zeugen ein Instrumentum protestationis gegen etliche Maßnahmen und Vorhaben der Reichsstadt Schwäbisch Hall, nämlich (1) den auf den 19. Juli (neuer Stil) geplanten Verkauf der mit der Fürstpropstei strittigen Zehntrechte (Groß-, Klein- und Novalzehnten) in Eschenau, Steinehaig, Neuberg, Ruppertshofen, Talheim, Vellberg, Sulzdorf, Jagstrot, Hohenstadt, Matheshörlebach (Hirlbach), Kleinaltdorf, Dörrenzimmern (Zimmern) und Spaichbühl, (2) das Auftreten hällischer Prädikanten in den vom Hochstift Würzburg lehenrührigen Kirchen und Kapellen unter Echter'schem Patronat, (3) die Steuer- und Zehnterhebung auf den Widumgütern dieser Pfarreien und Kaplaneien, (4) die Beschneidung der Trieb- und Weiderechte der dortigen Untertanen, (5) die Registrierung der dortigen Feldgüter in den reichsstädtischen Lagerbüchern, (6) die Belastung der dortigen Untertanen mit Jagdfronen, (7) die Durchsetzung der reichsstädtischen Beurkundungspraxis, die Einsetzung von Untergängern und Verpfändung von Liegenschaften durch Hall in den genannten Pfarrorten ohne Erlaubnis der Eigentums- und Lehensherren, (8) die im Widerspruch zu den Bestimmungen der Reichskonstitution und aller Reichsabschiede stehende Einrichtung einer neuen Zollstation in Talheim, (9) die Einziehung der Präsenzgelder von der Pfarrei Stöckenburg und (10) was immer die Stadt möglicherweise sonst noch "finster, verdeckt, clam vnd verborgen" zum Nachteil dieser Pfarreien und Kirchen, ihrer Güter und Gemeindemitglieder veranlasst haben mag.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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