Herrschaft Querfurt und Fürstentum Sachsen-Querfurt (Bestand)
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A 32b (Benutzungsort: Wernigerode)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 01. Territoriale Vorgänger der preußischen Provinz Sachsen (902 - 1807/16) >> 01.04. Kursächsische Gebiete >> 01.04.03. Inkorporierte reichsständische Gebiete (Barby, Mansfeld, Querfurt, Henneberg) >> 01.04.03.03. Akten >> 01.04.03.03.01. Ober- und Mittelbehörden
1492 - 1842
Findhilfsmittel: Findbuch von 1926, schwierige Lesbarkeit (online recherchierbar)
Registraturbildner: Die Edlen Herren von Querfurt sind seit 1009 nachzuweisen und starben 1496 aus, wodurch die Lehen an das Erzstift Magdeburg fielen. Das Herrschaftsgebiet wurde danach in ein Amt (vgl. D 37) umgewandelt und Ansprüche der Wettiner durch kleinere Gebietsabtretungen abgegolten. Durch den Prager Frieden von 1635 fiel die Landeshoheit über das Amt Querfurt an Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen, der es von Dresden aus regieren ließ. Als er 1652 (endgültig umgesetzt erst 1657 durch den freundbrüderlichen Vergleich) seinem zweitgeborenen Sohn August für dessen Verzicht auf das Stift Meißen die vier "eximierten Ämter" Querfurt, Jüterbog, Dahme und Burg des Erzstifts Magdeburg übertrug, vereinigte dieser den Gebietskomplex in einer Hand und erreichte 1663 die Bildung des reichsunmittelbaren Fürstentums Querfurt, wozu auch die thüringischen Ämter Wendelstein, Sittichenbach und Heldrungen mit Ausnahme der schriftsäßigen Rittergüter geschlagen wurden. 1687 wurde das Amt Burg an Brandenburg verkauft. Das Fürstentum Querfurt blieb in Personalunion mit Sachsen-Weißenfels verbunden. Nach dem Aussterben dieser Linie 1746 wurde die Selbständigkeit des Fürstentums Querfurt trotz Einspruchs der Stände durch Unterstellung unter die Oberbehörden in Dresden nahezu vollständig beseitigt. Der 1815 erfolgte Übergang an Preußen hatte auch die Auslösung der Stände in Querfurt zur Folge.
Bestandsinformationen: Das Archiv der Edlen Herren von Querfurt scheint nach deren Aussterben im Jahre 1496 auf der Burg Querfurt liegen geblieben zu sein. Hier hat der Geschichtsschreiber Cyriacus Spangenberg es 1563 im sogenannten Marterturm wieder aufgefunden. Es war damals in sehr schlechtem Zustand. Seinen Inhalt bildeten alte Briefe, Missive, Register, Rechnungen, Verträge, Testamente und ähnliches. Von diesen scheinen nur wenige nach 1496 in das Archiv des Erzstifts Magdeburg gekommen zu sein. Dafür sind offenbar umfangreichere Teile nach 1635 auf dem Wege über die Querfurter oder Weißenfelser Behörden des 17. und 18. Jahrhunderts in das Sächsische Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden gelangt.
Das spätere Fürstentum Querfurt des 17. und 18. Jahrhunderts hat kein eigenes Archiv besessen. Vielmehr waren die Querfurter Akten den Weißenfelser Registraturen eingefügt, in denen sie sich im Landesarchiv Sachsen-Anhalt zum Teil noch jetzt befinden. Es gilt für sie das bei A 30c Gesagte. Nur die Akten des selbständigen Querfurter Konsistoriums sind später zu den Archivalien des Konsistroriums Leipzig (A 29a) gebracht worden. Unter der A 32a wurde eine Unterabteilung Querfurt gebildet, in denen man alle älteren und jüngeren Weißenfelser Akten über Querfurt brachte.
Als das Landratsamt Querfurt 1925 die früher im Rathausturm aufbewahrten Querfurter Ständeakten an das Staatsarchiv Magdeburg ablieferte, wurde die A 32b geschaffen. Hier vereinigte man unter Scheidung nach einzelnen Provenienzen die Querfurter Akten aus dem Bestand A 32a (außer Amtsakten), die neu erworbenen Ständeakten, ältere Ablieferungen von Dresdener Akten ("Liebesche Reste" aus verschiedenen aufgelösten Repertorien) und Akten aus den alten Repertorien Rentamt (R.A.) und Justizamt (J.A.).
Zusatzinformationen: Verweis:
Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden
Registraturbildner: Die Edlen Herren von Querfurt sind seit 1009 nachzuweisen und starben 1496 aus, wodurch die Lehen an das Erzstift Magdeburg fielen. Das Herrschaftsgebiet wurde danach in ein Amt (vgl. D 37) umgewandelt und Ansprüche der Wettiner durch kleinere Gebietsabtretungen abgegolten. Durch den Prager Frieden von 1635 fiel die Landeshoheit über das Amt Querfurt an Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen, der es von Dresden aus regieren ließ. Als er 1652 (endgültig umgesetzt erst 1657 durch den freundbrüderlichen Vergleich) seinem zweitgeborenen Sohn August für dessen Verzicht auf das Stift Meißen die vier "eximierten Ämter" Querfurt, Jüterbog, Dahme und Burg des Erzstifts Magdeburg übertrug, vereinigte dieser den Gebietskomplex in einer Hand und erreichte 1663 die Bildung des reichsunmittelbaren Fürstentums Querfurt, wozu auch die thüringischen Ämter Wendelstein, Sittichenbach und Heldrungen mit Ausnahme der schriftsäßigen Rittergüter geschlagen wurden. 1687 wurde das Amt Burg an Brandenburg verkauft. Das Fürstentum Querfurt blieb in Personalunion mit Sachsen-Weißenfels verbunden. Nach dem Aussterben dieser Linie 1746 wurde die Selbständigkeit des Fürstentums Querfurt trotz Einspruchs der Stände durch Unterstellung unter die Oberbehörden in Dresden nahezu vollständig beseitigt. Der 1815 erfolgte Übergang an Preußen hatte auch die Auslösung der Stände in Querfurt zur Folge.
Bestandsinformationen: Das Archiv der Edlen Herren von Querfurt scheint nach deren Aussterben im Jahre 1496 auf der Burg Querfurt liegen geblieben zu sein. Hier hat der Geschichtsschreiber Cyriacus Spangenberg es 1563 im sogenannten Marterturm wieder aufgefunden. Es war damals in sehr schlechtem Zustand. Seinen Inhalt bildeten alte Briefe, Missive, Register, Rechnungen, Verträge, Testamente und ähnliches. Von diesen scheinen nur wenige nach 1496 in das Archiv des Erzstifts Magdeburg gekommen zu sein. Dafür sind offenbar umfangreichere Teile nach 1635 auf dem Wege über die Querfurter oder Weißenfelser Behörden des 17. und 18. Jahrhunderts in das Sächsische Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden gelangt.
Das spätere Fürstentum Querfurt des 17. und 18. Jahrhunderts hat kein eigenes Archiv besessen. Vielmehr waren die Querfurter Akten den Weißenfelser Registraturen eingefügt, in denen sie sich im Landesarchiv Sachsen-Anhalt zum Teil noch jetzt befinden. Es gilt für sie das bei A 30c Gesagte. Nur die Akten des selbständigen Querfurter Konsistoriums sind später zu den Archivalien des Konsistroriums Leipzig (A 29a) gebracht worden. Unter der A 32a wurde eine Unterabteilung Querfurt gebildet, in denen man alle älteren und jüngeren Weißenfelser Akten über Querfurt brachte.
Als das Landratsamt Querfurt 1925 die früher im Rathausturm aufbewahrten Querfurter Ständeakten an das Staatsarchiv Magdeburg ablieferte, wurde die A 32b geschaffen. Hier vereinigte man unter Scheidung nach einzelnen Provenienzen die Querfurter Akten aus dem Bestand A 32a (außer Amtsakten), die neu erworbenen Ständeakten, ältere Ablieferungen von Dresdener Akten ("Liebesche Reste" aus verschiedenen aufgelösten Repertorien) und Akten aus den alten Repertorien Rentamt (R.A.) und Justizamt (J.A.).
Zusatzinformationen: Verweis:
Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden
Laufmeter: 16.8
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
14.04.2025, 08:12 MESZ
Hierarchie
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- 01. Territoriale Vorgänger der preußischen Provinz Sachsen (902 - 1807/16) (Tektonik)
- 01.04. Kursächsische Gebiete (Tektonik)
- 01.04.03. Inkorporierte reichsständische Gebiete (Barby, Mansfeld, Querfurt, Henneberg) (Tektonik)
- 01.04.03.03. Akten (Tektonik)
- 01.04.03.03.01. Ober- und Mittelbehörden (Tektonik)
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