Nachlass des Landeskonservators Dr. Kurt Seeleke (Bestand)
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NLA WO, 319 N
Nds. Landesarchiv, Abt. Wolfenbüttel (Archivtektonik) >> Gliederung >> 4 Nichtstaatliches Schriftgut (N) >> 4.8 Guts- und Familienarchive, Einzelpersonen
1934-1991
Bestandsgeschichte: Das vorliegende Findbuch verzeichnet Unterlagen, die 1997 dem Niedersächsischen Staatsarchiv in Wolfenbüttel von Herrn Dr. Kurt Seeleke, Braunschweig, übereignet wurden. Sie dokumentieren v.a. Bereiche seiner amtlichen Tätigkeit im Freistaat bzw. Verwaltungsbezirk Braunschweig sowie seiner wissenschaftlichen Arbeit. Die archivische Bearbeitung erfolgte durch die Unterzeichnete.
Dr. Kurt Seeleke wurde am 19. August 1912 in Braunschweig geboren, seine Familie betrieb eine über die Stadt hinaus bekannte Honigkuchenbäckerei. Nach dem Abitur studierte er in München und Berlin Kunstgeschichte. Seine Dissertation (1939) über den Baumeister Paul Francke entstand bei Wilhelm Pinder, die Materialsammlung dazu befindet sich im vorliegenden Archivbestand 319 N (Zg 8/1997 Nr. 16-17).
Vom 1. Februar 1940 bis zum 31. Februar 1941 war er Soldat in der Normandie und schied dann aufgrund einer Kriegsverletzung aus dem Wehrdienst aus. Vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 1941 war er Konservator bei der brandenburgischen Provinzialverwaltung Potsdam, vom 1. November 1941 bis zum 31. Juli 1943 Lektor für Kunst-, Kultur- und Sprachwissenschaft an der Deutschen Akademie Rom. (Angaben übernommen aus 319 N Zg 8/1997 Nr. 25: 1.8.1943) .
Am 1. August 1943 wurde Dr. Kurt Seeleke als Landeskonservator beim Braunschweigischen Landes-Kulturverband eingestellt, zum 19. Januar 1945 wurden ihm zusätzlich die Aufgaben des Kunstschutzbeauftragten übertragen. In diesen beiden Funktionen sicherte er den Erhalt der bedeutendsten braunschweigischen Kunstwerke, indem er ihre Auslagerung in weniger bombengefährdete Gebiete durchführte. Darüber geben die Unterlagen insbesondere in Gruppe 2.1. des vorliegenden Bestandes Informationen. Zeitweilig war er außerdem kommissarischer Leiter des Herzog Anton Ulrich-Museums in Braunschweig sowie mehrere Jahre lang Mitglied im Vorstand der Museums- und
Bestandsgeschichte: Bibliotheksstiftung Braunschweig (vgl. dazu Gruppe 2.3. des vorliegenden Bestandes).
Die Schwierigkeiten der Denkmalpflege im Kriege, die Zerstörungen und den Wiederaufbau vor allem der Stadt Braunschweig dokumentiert Gruppe 2.2. des Bestandes. Zusammen mit dem damaligen städtischen Oberbaurat Friedrich Wilhelm Kraemer entwickelte er das Konzept der "Traditionsinseln", die das Nachkriegsgesicht Braunschweigs geprägt haben.
Mit der Auflösung des Braunschweigischen Landes-Kulturverbandes 1950 ging die Zuständigkeit für die Denkmalpflege im Verwaltungsbezirk Braunschweig an das Land Niedersachsen (Landesdenkmalamt / Landesverwaltungsamt) in Hannover über. In Braunschweig verblieb unter der Bezeichnung "Bezirkskonservator" eine Außenstelle.
Zum 1. Februar 1960 wechselte Dr. Seeleke als Landeskonservator nach Berlin, 1969 trat er aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Er lebte bis zu seinem Tod am 3. Juni 2000 in Braunschweig.
Wolfenbüttel, im Januar 1998/November 2001
Dr. Ulrike Strauß
(Archivoberrätin)
Biographische Hinweise und Literatur:
"Kurt Seeleke", in: BRÜDERN, Jutta, Peter LUFFT, Profile aus Braunschweig. Persönliches über Persönlichkeiten in Bild und Text, Braunschweig 1996, o.S.
FRIEMUTH, Cay, Die geraubte Kunst. Der dramatische Wettlauf um die Rettung der Kulturschätze nach dem 2. Weltkrieg...Mit dem Tagebuch des britischen Kunstschutzoffiziers Robert Lonsdale Charles. Hrsg. in Zusammenarbeit mit Kurt Seeleke im Auftrag der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Braunschweig 1989.
Zeitungsausschnitte in: Archivbestand 27 Slg ("Seeleke, Kurt, Dr.")
Parallele Aktenbestände des Nds. Staatsarchivs in Wolfenbüttel v.a.:
12 Neu / 4 Nds - Braunschweigisches Staatsministerium bzw. Präsident des Nds. Verwaltungsbezirks Braunschweig
142 N - Braunschweigischer Landeskulturverband
67 Slg Nr. 20
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
Dr. Kurt Seeleke wurde am 19. August 1912 in Braunschweig geboren, seine Familie betrieb eine über die Stadt hinaus bekannte Honigkuchenbäckerei. Nach dem Abitur studierte er in München und Berlin Kunstgeschichte. Seine Dissertation (1939) über den Baumeister Paul Francke entstand bei Wilhelm Pinder, die Materialsammlung dazu befindet sich im vorliegenden Archivbestand 319 N (Zg 8/1997 Nr. 16-17).
Vom 1. Februar 1940 bis zum 31. Februar 1941 war er Soldat in der Normandie und schied dann aufgrund einer Kriegsverletzung aus dem Wehrdienst aus. Vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 1941 war er Konservator bei der brandenburgischen Provinzialverwaltung Potsdam, vom 1. November 1941 bis zum 31. Juli 1943 Lektor für Kunst-, Kultur- und Sprachwissenschaft an der Deutschen Akademie Rom. (Angaben übernommen aus 319 N Zg 8/1997 Nr. 25: 1.8.1943) .
Am 1. August 1943 wurde Dr. Kurt Seeleke als Landeskonservator beim Braunschweigischen Landes-Kulturverband eingestellt, zum 19. Januar 1945 wurden ihm zusätzlich die Aufgaben des Kunstschutzbeauftragten übertragen. In diesen beiden Funktionen sicherte er den Erhalt der bedeutendsten braunschweigischen Kunstwerke, indem er ihre Auslagerung in weniger bombengefährdete Gebiete durchführte. Darüber geben die Unterlagen insbesondere in Gruppe 2.1. des vorliegenden Bestandes Informationen. Zeitweilig war er außerdem kommissarischer Leiter des Herzog Anton Ulrich-Museums in Braunschweig sowie mehrere Jahre lang Mitglied im Vorstand der Museums- und
Bestandsgeschichte: Bibliotheksstiftung Braunschweig (vgl. dazu Gruppe 2.3. des vorliegenden Bestandes).
Die Schwierigkeiten der Denkmalpflege im Kriege, die Zerstörungen und den Wiederaufbau vor allem der Stadt Braunschweig dokumentiert Gruppe 2.2. des Bestandes. Zusammen mit dem damaligen städtischen Oberbaurat Friedrich Wilhelm Kraemer entwickelte er das Konzept der "Traditionsinseln", die das Nachkriegsgesicht Braunschweigs geprägt haben.
Mit der Auflösung des Braunschweigischen Landes-Kulturverbandes 1950 ging die Zuständigkeit für die Denkmalpflege im Verwaltungsbezirk Braunschweig an das Land Niedersachsen (Landesdenkmalamt / Landesverwaltungsamt) in Hannover über. In Braunschweig verblieb unter der Bezeichnung "Bezirkskonservator" eine Außenstelle.
Zum 1. Februar 1960 wechselte Dr. Seeleke als Landeskonservator nach Berlin, 1969 trat er aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Er lebte bis zu seinem Tod am 3. Juni 2000 in Braunschweig.
Wolfenbüttel, im Januar 1998/November 2001
Dr. Ulrike Strauß
(Archivoberrätin)
Biographische Hinweise und Literatur:
"Kurt Seeleke", in: BRÜDERN, Jutta, Peter LUFFT, Profile aus Braunschweig. Persönliches über Persönlichkeiten in Bild und Text, Braunschweig 1996, o.S.
FRIEMUTH, Cay, Die geraubte Kunst. Der dramatische Wettlauf um die Rettung der Kulturschätze nach dem 2. Weltkrieg...Mit dem Tagebuch des britischen Kunstschutzoffiziers Robert Lonsdale Charles. Hrsg. in Zusammenarbeit mit Kurt Seeleke im Auftrag der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Braunschweig 1989.
Zeitungsausschnitte in: Archivbestand 27 Slg ("Seeleke, Kurt, Dr.")
Parallele Aktenbestände des Nds. Staatsarchivs in Wolfenbüttel v.a.:
12 Neu / 4 Nds - Braunschweigisches Staatsministerium bzw. Präsident des Nds. Verwaltungsbezirks Braunschweig
142 N - Braunschweigischer Landeskulturverband
67 Slg Nr. 20
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 12:45 MESZ