Klage des Bernhard Mollenhecke ./. den Ratsherrn Georg Serries. Die Parteien sind Nachbarn und wohnen in Dülmen am Markt. Sie streiten um die Berechtigung, den Zwischenraum zwischen ihren Häusern zu benutzen (Zeichnung).
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B-Acta jud, 655
B-Acta jud Acta Judicialia (Rechtsstreitigkeiten)
Acta Judicialia (Rechtsstreitigkeiten) >> 1501-1600
1577 - 1577
Enthält: Der Streit begann 1574. Der Rat in Dülmen versuchte vergebens, die Parteien zu vergleichen. Die Regierung in Münster beauftragte auf Anrufen der Parteien den Drosten Konrad Ketler in Dülmen mit der Erledigung der Sache. Der Droste, der verhindert war, übertrug die Sache dem Melchior von Hatzfeld, Kanonikus in Dülmen. Vor diesem einigten sich die Parteien; der Kläger war freilich nicht zugegen, wurde aber durch seine Brüder und Schwäger vertreten und genehmigte den Vertrag, bezahlte sogar die Hälfte des Gelages. Der Streit begann von neuem i.J. 1577, als der Kläger bauliche Veränderungen an seinem Hause vornahm, denen der Beklagte widersprach. Der Kläger wandte sich an den Domkelner Melchior von Büren als Archidiakon von Dülmen, der ein Mandat gegen den Beklagten und den Rat in Dülmen, der in der Sache entscheiden wollte, erließ. Der Rat in Dülmen protestierte gegen die Gerichtsbarkeit des Archidiakons und drohte, die Angelegenheit auf dem Landtag vorzubringen. Der Archidiakon enthielt sich darauf der weiteren Entscheidung. Der Kläger rief aber das weltliche Hofgericht an, das ein Mandat gegen den Beklagten erließ. Die Stadt Dülmen entsendet jetzt ihren Bürgermeister Gerhard Tegeder, den Rentmeister Hinrich Herdinck und den Ratsherrn Victor Boeckman zum Rat in Münster, um mit ihm zu beraten, wie das Mandat abgeschafft werden und die Privilegien Dülmens bzw. der Gerichtsbarkeit geschützt werden sollen. Es erscheinen auch 2 Abgesandte der Stadt Coesfeld. Der Rat in Münster lässt den in Münster weilenden Kläger kommen und stellt ihm vor, dass zur Entscheidung der Sache zunächst der Rat in Dülmen und in der Berufungsinstanz der Rat in Münster zuständig sei. Der Kläger ist nunmehr damit einverstanden, dass der Rat in Münster die Sache entscheiden soll. Die Stadt Dülmen schließt sich dem Prozess an. Im Jahre 1580 wurden durch den Richter Dr. Johan von Merfeld in Dülmen folgende Zeugen über den vor dem Kanonikus Hatzfeld geschlossenen Vergleich und das Verhalten des Klägers in der Folgezeit vernommen: 1. Bürgermeister und Kaufmann Gerhard Tegeder, 70 J. alt; 2. Bürgermeister Georg Tegeder, Ochsenhändler und Wandverkäufer, 50 J. alt; 3. Ratsherr Henrich Herding gen. Schande, Bildwerker, 76 J. alt; 4. Freiherr Ratsherr und Wüllenweber Victor Roickman, 50-60 J. alt; 5. Bernhard Nolde, Fleischhauer, Bäcker und Brauer, 60 J. alt; 6. Ratsherr und Wüllenweber Dietrich Nachtegall, 60 J. alt; 7. Ochsenhändler und Ackersmann Berndt Holterman, 38 J. alt; 8. Wüllenweber Herman Krumtünger(-fünger/-finger?), 50 J. alt; 9. Herman Tegeder d. Ältere, Schuster und Holzhändler, 60-70 L. alt, früher Stadtrentmeister; 10. Hutmacher Maes Gruiter, 70-80 J. alt; 11. Stadtsekretär und Notar Henrich Herding, 41 J. alt; 12. Margarete Elvers, Witwe Johan Teir, 70 J. alt; 13. Kramer Anton Selm, 30 J. alt; 14. Ackersmann Herman Hartman, 30 J. alt; 15. Fuhrknecht Johan Grave in Merveld, 25 J. alt. Der Richter nimmt auch eine Ortsbesichtigung vor. Das Protokoll führt den Gerichtsschreiber Henrich Volbier; adjungierte Notare der Parteien sind zugegen Thomas Ringenberch und Henrich Conerding. Erwähnt werden Johan Volle; Goissen Roeckman; Gerhard Volle; Johan Mollenhecke; Johan von Neuss; Dietrich Tegeder; Sergius Kremer; Notar Johan Serries (Sergius), Bruder des Beklagten; Herman Timmerman; Gerdt Kettelman; Berndt Niehaus; Klaus tom Soede; Herman Kneierbi; Gerichtsdiener Henrich Elver; Zimmermann Johan Brantze.
Archivale
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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