Soziale Geschäftsstelle für das Evangelische Deutschland (Bestand)
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SG
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1901-1938
Die Geschäftsstelle bildete eine Vereinigung verschiedener Verbände zur Wahrung der sozialen Belange im kirchlichen und politischen Leben, der Verbreitung ev.-sozialer Gedanken in der Presse und der Errichtung und Förderung ev. Arbeiter- und Arbeiterinnensekretariate und Volksbüros.
Konkordanz
Es handelt sich um einen Teilbestand der Akten der Sozialen Geschäftsstelle. Ein weiterer erhaltener Teil der Akten im Umfang von 2 lfm (Laufzeit 1886-1943) befindet sich als Bestand 44 im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin.
Vorwort: Nach den Reichstagswahlen 1903 machte Pfarrer Professor Ludwig Weber in Mönchen-Gladbach den Vorschlag eine Zentrale für das Evanglische Deutschland zu gründen. Da man ihn als das Ende der evangelischen Zersplitterung ansah, wurde am 3. Februar 1904 in Berlin die "Soziale Geschäftsstelle für das Ev. Deutschland" gegründet. Die Geschäftsstelle befand sich im Körnerhaus auf dem Gelände des Ev. Johannisstiftes in Berlin-Spandau.
Der Verein war dem Centralausschuß für die Innere Mission angeschlossen und wurde von diesem in der Fachgruppe IX "Soziale Arbeit" geführt. (vgl. Handbuch der Inneren Mission Bd. 1, 1929).
Seine Aufgabe sah der Verein in der Kraft-Bündlung der ihm angeschlossener Verbände. Seine Ziele waren:
- die Wahrung der sozialen Belange im kirchlichen und politischen Leben
- die Verbreitung evangelisch-sozialer Gedanken u.a. in der Presse, z.B. durch die Herausgabe einer evangelisch-sozialen Pressekonferenz
- Errichtung und Förderung evangelischer Arbeiter- und Arbeiterinnensekretariaten und Volksbüros
- Belebung des Interesses und Verständnisses für die christlich soziale Gedankenwelt in der Öffentlichkeit durch Veranstaltung von Führerkonferenzen und Tagungen
- Einrichtung eines Archivs mit Auskunftserteilung und Literaturvermittlung
- Massenhafte Verbreitung sozialer Flugblätter unter der ev. Bevölkerung
Der Sozialen Geschäftsstelle gehörten u.a. folgende Organisationen an:
- Kirchlich-sozialer Bund, Berlin (Gründungsverein)
- Gesamtverband der Evangelischen Arbeitervereine Deutschlands, Mönchen-Gladbach (Gründungsverein)
- Verein für christliche Volksbildung in Rheinland und Westfalen, Mönchen-Gladbach (Gründungsverein)
- Allgemeine Konferenz der deutschen Sittlichkeitsvereine, Berlin (Gründungsverein)
- Evangelisch-soziale Schule
- Reichsverband der Ev. Jungmännerbünde Deutschlands
- Verband kirchlich-sozialer Frauengruppen
- Evangelisch-sozialer Kongreß
- Berufsvereinigung Evangelischer Hausgehilfinnen, Berlin-Dahlem
- Evangelischer Reichsverband weiblicher Jugend
- Gesamtverband der Evangelischen Arbeiterinnenvereine Deutschlands
- Vereinigung Evangelischer Arbeits- und Gewerkschaftssekretäre
- Verband Evangelischer Gesellenvereine Deutschlands
- Deutsche Evangelische Heimstättengesellschaft
Der Sozialen Geschäftsstelle waren eine Abteilung für Literaturvermittlung und Auskunftserteilung, eine Pressestelle und eine Buchhandlung angegliedert.
Der Jahresbericht erschien alljährlich als kirchlich-soziale Flugschrift im Druck und wurde auch in den "Kirchlich-Sozialen Blättern" (Berlin), im "Ev. Arbeiterboten" (Hattingen) und im "Korrespondenzblatt zur Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit" (Berlin) veröffentlicht.
Es handelt sich bei diesem Bestand nur um einen Teil der Akten der Sozialen Geschäftsstelle.
1991 hatte der damalige Archivar Herr Dr. Helmut Talazko von einem Besucher erfahren, daß im Bundesarchiv, Abteilung Potsdam, Akten der Sozialen Geschäftsstelle für das Evangelische Deutschland verwahrt wurden. Eine Anfrag ergab, daß die Akten 1959 im Zuge einer umfangreichen Aktenrückgabe aus der Sowjetunion nach Deutschland zurück gegeben und in das Deutsche Zentralarchiv übernommen wurden. Noch im selben Jahr fand eine provisorische Erschließung statt, die 1979 noch einmal korrigiert wurde.
Bei einem Gespräch 1991 im Bundesarchiv konnte rasch das Archiv des Diakonischen Werkes der EKD als rechtmäßiger Eigentümer festgestellt werden. 1992 erfolgte die Übergabe der Akten an das Archiv des Diakonischen Werkes der EKD.
Ein weiterer erhaltener Teil der Akten im Umfang von 2 lfm (Laufzeit 1886-1943) befindet sich als Bestand 44 im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin.
Konkordanz
Es handelt sich um einen Teilbestand der Akten der Sozialen Geschäftsstelle. Ein weiterer erhaltener Teil der Akten im Umfang von 2 lfm (Laufzeit 1886-1943) befindet sich als Bestand 44 im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin.
Vorwort: Nach den Reichstagswahlen 1903 machte Pfarrer Professor Ludwig Weber in Mönchen-Gladbach den Vorschlag eine Zentrale für das Evanglische Deutschland zu gründen. Da man ihn als das Ende der evangelischen Zersplitterung ansah, wurde am 3. Februar 1904 in Berlin die "Soziale Geschäftsstelle für das Ev. Deutschland" gegründet. Die Geschäftsstelle befand sich im Körnerhaus auf dem Gelände des Ev. Johannisstiftes in Berlin-Spandau.
Der Verein war dem Centralausschuß für die Innere Mission angeschlossen und wurde von diesem in der Fachgruppe IX "Soziale Arbeit" geführt. (vgl. Handbuch der Inneren Mission Bd. 1, 1929).
Seine Aufgabe sah der Verein in der Kraft-Bündlung der ihm angeschlossener Verbände. Seine Ziele waren:
- die Wahrung der sozialen Belange im kirchlichen und politischen Leben
- die Verbreitung evangelisch-sozialer Gedanken u.a. in der Presse, z.B. durch die Herausgabe einer evangelisch-sozialen Pressekonferenz
- Errichtung und Förderung evangelischer Arbeiter- und Arbeiterinnensekretariaten und Volksbüros
- Belebung des Interesses und Verständnisses für die christlich soziale Gedankenwelt in der Öffentlichkeit durch Veranstaltung von Führerkonferenzen und Tagungen
- Einrichtung eines Archivs mit Auskunftserteilung und Literaturvermittlung
- Massenhafte Verbreitung sozialer Flugblätter unter der ev. Bevölkerung
Der Sozialen Geschäftsstelle gehörten u.a. folgende Organisationen an:
- Kirchlich-sozialer Bund, Berlin (Gründungsverein)
- Gesamtverband der Evangelischen Arbeitervereine Deutschlands, Mönchen-Gladbach (Gründungsverein)
- Verein für christliche Volksbildung in Rheinland und Westfalen, Mönchen-Gladbach (Gründungsverein)
- Allgemeine Konferenz der deutschen Sittlichkeitsvereine, Berlin (Gründungsverein)
- Evangelisch-soziale Schule
- Reichsverband der Ev. Jungmännerbünde Deutschlands
- Verband kirchlich-sozialer Frauengruppen
- Evangelisch-sozialer Kongreß
- Berufsvereinigung Evangelischer Hausgehilfinnen, Berlin-Dahlem
- Evangelischer Reichsverband weiblicher Jugend
- Gesamtverband der Evangelischen Arbeiterinnenvereine Deutschlands
- Vereinigung Evangelischer Arbeits- und Gewerkschaftssekretäre
- Verband Evangelischer Gesellenvereine Deutschlands
- Deutsche Evangelische Heimstättengesellschaft
Der Sozialen Geschäftsstelle waren eine Abteilung für Literaturvermittlung und Auskunftserteilung, eine Pressestelle und eine Buchhandlung angegliedert.
Der Jahresbericht erschien alljährlich als kirchlich-soziale Flugschrift im Druck und wurde auch in den "Kirchlich-Sozialen Blättern" (Berlin), im "Ev. Arbeiterboten" (Hattingen) und im "Korrespondenzblatt zur Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit" (Berlin) veröffentlicht.
Es handelt sich bei diesem Bestand nur um einen Teil der Akten der Sozialen Geschäftsstelle.
1991 hatte der damalige Archivar Herr Dr. Helmut Talazko von einem Besucher erfahren, daß im Bundesarchiv, Abteilung Potsdam, Akten der Sozialen Geschäftsstelle für das Evangelische Deutschland verwahrt wurden. Eine Anfrag ergab, daß die Akten 1959 im Zuge einer umfangreichen Aktenrückgabe aus der Sowjetunion nach Deutschland zurück gegeben und in das Deutsche Zentralarchiv übernommen wurden. Noch im selben Jahr fand eine provisorische Erschließung statt, die 1979 noch einmal korrigiert wurde.
Bei einem Gespräch 1991 im Bundesarchiv konnte rasch das Archiv des Diakonischen Werkes der EKD als rechtmäßiger Eigentümer festgestellt werden. 1992 erfolgte die Übergabe der Akten an das Archiv des Diakonischen Werkes der EKD.
Ein weiterer erhaltener Teil der Akten im Umfang von 2 lfm (Laufzeit 1886-1943) befindet sich als Bestand 44 im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
22.04.2025, 11:01 MESZ