Bracht (Bestand)
Show full title
B 1
Kreisarchiv Viersen (Archivtektonik) >> B Brüggen
1769-1970 (1975, 1983)
Vorwort Der Bestand umfasst die Akten des Gemeindearchivs Bracht aus der Zeit von 1807 bis 1969.Einen ersten Teilbestand von 126 Akten des 19. Jahrhunderts hatte 1955/56 Joseph Deilmann, der Archivpfleger des Kreises Kempen-Krefeld, erschlossen. 1977/78 übernahmen Kreisarchivar Dr. Leo Peters und Kreisarchivamtmann Stefan Ank ca. 70 lfd. Meter Akten, die in den Kellerräumen der Brachter Volksschule lagerten, in das Archiv. Diese ca. 1400 Akten wurden verzeichnet und mit dem von Deilmann verzeichneten Teilbestand in einem Findbuch zusammengefasst. Eine dritte Ablieferung erfolgte 1983, als Brachter und Brüggener Akten in nicht getrennter Aufbewahrung in das Archiv gelangten. Die Akten wurden nach Provenienzen getrennt, 486 Akten dem Bestand Bracht zugewiesen. Die Verzeichnung dieser Akten erfolgte 1993/94 durch Archivar Johann Jakob Manten. Um die notwendige Einheitlichkeit in der Verzeichnung des Gesamtbestandes zu erreichen, wurden die bereits früher verzeichneten Akten neu bearbeitet.Über die Verwaltung der Gemeinde Bracht lässt sich aus den erhaltenen Akten für die genannte Zeit ein hinreichender Überblick gewinnen; verhältnismäßig wenige Akten sind früher oder im Zusammenhang mit ihrer Auslagerung in das rechtsrheinische Velbert im Jahre 1945 verlorengegangen oder vernichtet worden.Bracht war während der Zugehörigkeit des linken Rheinufers zu Frankreich Kantonssitz. Zum Kanton Bracht gehörten die Mairien (Bürgermeistereien) Bracht, Kaldenkirchen, Breyell, Schaag, Boisheim, Brüggen-Born, Amern St. Anton, Amern St. Georg, Burgwaldniel, Kirspelwaldniel, Dülken, Steyl (NL) und Tegelen (NL). Aus dieser französischen Zeit sind nur wenige Akten erhalten.In preußischer Zeit blieb Bracht Bürgermeisterei, wurde aber überwiegend in Personalunion mit anderen Bürgermeistereien verwaltet. Maximilian Friedrich Delhees hat die Gemeinde Bracht bis November 1860, also 38 Jahre lang in Personalunion mit Kaldenkirchen verwaltet. Seinem Nachfolger, dem Sekretär August Delhees aus Kaldenkirchen wurde am 27.11.1860 die Bürgermeisterei Bracht durch die Regierung in Düsseldorf „einstweilen kommissarisch.... übertragen“. Seine endgültige Ernennung erfolgte am 6.12.1861. Am 12.9.1872 genehmigte die Regierung, „daß August Delhees die Bürgermeisterei Brüggen bis auf Weiteres mitverwaltet, indem wir.... demnächst eine Vereinigung dieser beiden Bürgermeistereien beabsichtigen“. Am 21.3.1879 verfügte die Regierung, die vakante Bürgermeisterei Bracht und diejenige von Brüggen in Personalunion zu verbinden. Am 8.4.1879 wurde Bürgermeister Bender in Bracht in sein Amt eingeführt. Am 1. Februar 1887 wurde Peter Joseph Heimeshoff zum kommissarischen Bürgermeister von Brüggen und Bracht ernannt; gleichzeitig wurde die vom Brachter Gemeinderat geforderte Aufhebung der Personalunion abgelehnt; diese Personalunion wurde auch unter dem Bürgermeister Kraemer beibehalten. Nach dessen Tod am 13. Januar 1919 wurde Gustav van Beek ab dem 10. April 1919 die Verwaltung beider Gemeinden übertragen. Mitte des Jahres 1919 wurde die Personalunion aufgehoben. Wegen der Verwaltung von Kaldenkirchen und Bracht bzw. von Brüggen und Bracht in Personalunion sind im Brachter Gemeinderat mehrfach Klagen und Beschwerden vorgebracht worden. Vor allem wollte man die vermeintlich zu geringe Präsenz des Bürgermeisters in Bracht nicht hinnehmen. Möglicherweise mitbedingt durch diese teilweise ortsferne Verwaltungsführung und aufgrund von übergeordneten Vorschriften sind im Aktenbestand 7 Registraturschichten festzustellen, die häufig weit ineinander übergehen und hin und wieder Beiakten enthalten. Auffällig ist die verhältnismäßig große Zahl von Konvoluten ohne Aktenzeichen.1832 hatte die damals zum Landgerichtsbezirk Kleve gehörende Bürgermeisterei Bracht 2115 Einwohner, davon 154 evangelischen, 1994 katholischen und 17 jüdischen Glaubens. Bis zum Jahre 1802 gehörte die katholische Kirchengemeinde Bracht zum Dekanat Wassenberg der Diözese Lüttich; danach bis 1823 zur 1. Diözese Aachen; anschließend bis 1930 zur Diözese Münster, seitdem zum wiederbegründeten Bistum Aachen. Seit 1927 gehört sie zum Dekanat Lobberich.Das über 2500 Akten umfassende Archiv der Gemeinde Bracht ist relativ vollständig erhalten. Besonders hingewiesen sei auf die Einnahmen- und Ausgabenbelege der Gemeindekasse, wegen ihrer vielfältigen Aussagen zur Sozialstruktur einer ländlichen Gemeinde und zu den verschiedensten Aufgabenbereichen der Verwaltung. Entgegen der gängigen Praxis wurden sie detailliert erschlossen. Nahezu lückenlos vorhanden sind die Bauakten aus den Jahren 1886-1942; sie bieten einen Überblick über die vor allem durch die Kriege beeinflusste Bautätigkeit. Ebenfalls durch die Kriege ist Bracht besonders geprägt wegen seiner Grenzlage zum Königreich der Niederlande, was in den Akten seinen Niederschlag gefunden hat. Die Ratsprotokolle sind ab 1846 erhalten. Aus der oben dargestellten Verwaltungsgeschichte ergibt sich, dass auch Akten des Stadtarchivs Kaldenkirchen bzw. des Gemeindearchivs Brüggen Brachter Betreffe enthalten. So sei wenigstens auf die Akten mit den Nummern 87, 88 und 97 des Stadtarchivs Kaldenkirchen, aus dem Bestand Brüggen auf die Akten mit den Nummern 42, 43, 49, 57, 63, 65 und 68 hingewiesen. Aus dem Bestand Kreis Kempen-Krefeld sind die Akten 280, 281, 331 und 1005 für Bracht einschlägig.
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET