Johann Sachs von Kaiserstuhl und Johanna Magdalena Schlehin, seine eheliche Hausfrau, die dem Juden Mosse zu Haigerloch eine Geldsummeschuldig geworden sind, die versetzten Unterpfänder aber heimlich weggebracht haben und auf Anzeige des Juden in das Gefängnis der Gräfin Katharina zu Hohenzollern, Witwe, Vormünderin beider Herrschaften Haigerloch und Wehrstein, gekommen sind, auf Bitten des Gerichts und anderer Leute und nach einem mit dem Juden wegen seiner Schuldforderung abgesprochenen Vergleich aber aus der Haft entlassen wurden, schwören Urfehde. Sie müssen dem Juden 56 Gulden zahlen (halb an Ostern 1609, halb an Lichtmeß 1610) und setzen bis zur Zahlung verschiedenes, darunter Arzneien und Arzneibücher, zum Unterpfand. Sie müssen außerdem auf Lebenszeit die Gebiete der hohenzollernschen Jurisdiktion verlassen
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Johann Sachs von Kaiserstuhl und Johanna Magdalena Schlehin, seine eheliche Hausfrau, die dem Juden Mosse zu Haigerloch eine Geldsummeschuldig geworden sind, die versetzten Unterpfänder aber heimlich weggebracht haben und auf Anzeige des Juden in das Gefängnis der Gräfin Katharina zu Hohenzollern, Witwe, Vormünderin beider Herrschaften Haigerloch und Wehrstein, gekommen sind, auf Bitten des Gerichts und anderer Leute und nach einem mit dem Juden wegen seiner Schuldforderung abgesprochenen Vergleich aber aus der Haft entlassen wurden, schwören Urfehde. Sie müssen dem Juden 56 Gulden zahlen (halb an Ostern 1609, halb an Lichtmeß 1610) und setzen bis zur Zahlung verschiedenes, darunter Arzneien und Arzneibücher, zum Unterpfand. Sie müssen außerdem auf Lebenszeit die Gebiete der hohenzollernschen Jurisdiktion verlassen
Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Ho 177 T 2 Nr. 83
Repert. X, A Nr. 13 (Kasten E, Fach 36)
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Ho 177 T 2 Herrschaft Haigerloch-Wehrstein: Urfehden
Herrschaft Haigerloch-Wehrstein: Urfehden >> 1. Urkunden
1609 Januar 31
Urkunden
Siegler: Schultheiß, Bürgermeister und Rat der Stadt Haigerloch
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: Siegel mit Papierdecke
Vermerke: 3 Blatt
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: Siegel mit Papierdecke
Vermerke: 3 Blatt
Mosse; Jude, Haigerloch
Sachs, Johann; Kaiserstuhl
Schlehin, Johanna Magdalena, verh. Sachs, Johann
Haigerloch BL
Kaiserstuhl, Baden
Wehrstein: Fischingen, Sulz am Neckar RW
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
03.04.2025, 13:45 MESZ
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