Appellationis Auseinandersetzung um den Verkauf von Tabak
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(1) 0811
Wismar F 38 (W F 1 n. 38)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 06. 1. Kläger F
(1658-1689) 27.03.1689-13.12.1690
Kläger: (2) Hermann Fischbeck, Tabakspinner zu Wismar (Bekl. in 1. Instanz)
Beklagter: Krämerkompanie zu Wismar (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Adam von Bremen (A & P) Bekl.: Dr. Jacob Gerdes (A & P)
Fallbeschreibung: Kl. ist Bürger in Wismar geworden unter der Voraussetzung, daß er den von ihm verarbeiteten Tabak selbst verkaufen dürfe. Bekl. bestreiten ihm dieses Recht vor dem Gewett, das Ratsgericht, an das sich Kl. daraufhin wendet, bestätigt das Gewettsurteil und verbietet ihm den Handel. Dagegen appelliert Kl. an das Tribunal, erinnert an die ihm vom Bürgermeister Paris mündlich gegebene Zusage, die er anbietet zu beeiden. Am 29.06. tragen Bekl. ihre Einwände gegen die Appellation vor und verteidigen ihre alten Privilegien, am 15.11. fordert das Tribunal die Akten der Vorinstanz an, am 31.12.1689 bitten Bürgermeister und Rat, Kl. zum Ablösen der Akten aufzufordern. Am 21.02. werden Akten auf Antrag vom 28.01.1690 eröffnet und für unvollständig befunden, so daß Kl. am 01.05. Gewettsakten nachreicht. Am 02.08. beschwert Kl. sich, daß Rat Fässer, Kessel, Becken und Tabak hat bei ihm pfänden lassen und Notar Schilling die Aussage in seinem Fall über ein Gespräch mit Bürgermeister Paris verweigert und erbittet Mandat an ihn. Das Tribunal befiehlt Schilling am 29.08. binnen 8 Tagen zu antworten. Am 16.09. reicht Schilling seine Aussage ein. Am 20.10. lädt das Tribunal die Parteien zu einem Vorbescheid auf den 29.10. vor und schlägt vor, daß Kl. seinen Verkauf einstellt, Bekl. ihm dafür den Tabak zu dem Preis abnehmen, zu dem sie ihn in Hamburg kaufen. Am 03.11. lehnen Bekl. diesen Vorschlag ab, am 05.11. verurteilt Tribunal Bekl. dazu, Vorschlag anzunehmen oder zu gewärtigen, daß Kl. seinen Tabak a 1/4 oder 1/2 Pfund verkaufen darf. Am 11.11. akzeptieren Bekl. den Verkauf des Tabaks durch Kl., am 13.11. bittet Kl. auch in 1/8 Pfund verkaufen zu dürfen, was vom Tribunal am 21.11.1690 abgelehnt wird.
Instanzenzug: 1. Gewett 1687-1688 2. Ratsgericht 1688-1689 3. Tribunal 1689-1690
Prozessbeilagen: (7) Ratsgerichtsurteile vom 22.10.1687, 28.04.1688, 09. und 16.01.1689 ; Gewettsprotokolle vom 30.11.1687, 22.02., 02., 11. und 30.05., 19.09.1688; Suppliken der Kramerkompanie und des Kl.s an Ratsgericht (o.D.); Privileg Carl X. Gustav für Wismar vom 28.07.1658; von Notar Erich Schilling aufgenommene Appellation vom 10.01.1689; Privileg Karls XI. vom 11.05.1680; Tribunalsurteil in Sachen Witwe und Erben des Magisters Paul Schertz vs. Bürgermeister und Rat zu Altstettin in pcto liquidationis vom 21.01.1689; Prozeßvollmachten des Kl.s für Dr. von Bremen vom 28.01.1690 und der Bekl. für Dr. Gerdes vom 17.01.1690; von Pedell J.E. Ries ausgestellte Übergabequittungen für Tribunalsmandate vom 27.11.1689; von Notar Erich Schilling aufgenommene Zeugenbefragung von Elisabeth Warnke und Jochim Schwartzkopf vom 12.08.1690; Verzeichnis des Kl.s über gepfändete Gegenstände vom 11.05.1690; von Notar Heino Meyer aufgenommenes Protokoll der Befragung Schillings vom 13.08.1690; Protokoll des Vorbescheides vom 29.10.1690
Beklagter: Krämerkompanie zu Wismar (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Dr. Adam von Bremen (A & P) Bekl.: Dr. Jacob Gerdes (A & P)
Fallbeschreibung: Kl. ist Bürger in Wismar geworden unter der Voraussetzung, daß er den von ihm verarbeiteten Tabak selbst verkaufen dürfe. Bekl. bestreiten ihm dieses Recht vor dem Gewett, das Ratsgericht, an das sich Kl. daraufhin wendet, bestätigt das Gewettsurteil und verbietet ihm den Handel. Dagegen appelliert Kl. an das Tribunal, erinnert an die ihm vom Bürgermeister Paris mündlich gegebene Zusage, die er anbietet zu beeiden. Am 29.06. tragen Bekl. ihre Einwände gegen die Appellation vor und verteidigen ihre alten Privilegien, am 15.11. fordert das Tribunal die Akten der Vorinstanz an, am 31.12.1689 bitten Bürgermeister und Rat, Kl. zum Ablösen der Akten aufzufordern. Am 21.02. werden Akten auf Antrag vom 28.01.1690 eröffnet und für unvollständig befunden, so daß Kl. am 01.05. Gewettsakten nachreicht. Am 02.08. beschwert Kl. sich, daß Rat Fässer, Kessel, Becken und Tabak hat bei ihm pfänden lassen und Notar Schilling die Aussage in seinem Fall über ein Gespräch mit Bürgermeister Paris verweigert und erbittet Mandat an ihn. Das Tribunal befiehlt Schilling am 29.08. binnen 8 Tagen zu antworten. Am 16.09. reicht Schilling seine Aussage ein. Am 20.10. lädt das Tribunal die Parteien zu einem Vorbescheid auf den 29.10. vor und schlägt vor, daß Kl. seinen Verkauf einstellt, Bekl. ihm dafür den Tabak zu dem Preis abnehmen, zu dem sie ihn in Hamburg kaufen. Am 03.11. lehnen Bekl. diesen Vorschlag ab, am 05.11. verurteilt Tribunal Bekl. dazu, Vorschlag anzunehmen oder zu gewärtigen, daß Kl. seinen Tabak a 1/4 oder 1/2 Pfund verkaufen darf. Am 11.11. akzeptieren Bekl. den Verkauf des Tabaks durch Kl., am 13.11. bittet Kl. auch in 1/8 Pfund verkaufen zu dürfen, was vom Tribunal am 21.11.1690 abgelehnt wird.
Instanzenzug: 1. Gewett 1687-1688 2. Ratsgericht 1688-1689 3. Tribunal 1689-1690
Prozessbeilagen: (7) Ratsgerichtsurteile vom 22.10.1687, 28.04.1688, 09. und 16.01.1689 ; Gewettsprotokolle vom 30.11.1687, 22.02., 02., 11. und 30.05., 19.09.1688; Suppliken der Kramerkompanie und des Kl.s an Ratsgericht (o.D.); Privileg Carl X. Gustav für Wismar vom 28.07.1658; von Notar Erich Schilling aufgenommene Appellation vom 10.01.1689; Privileg Karls XI. vom 11.05.1680; Tribunalsurteil in Sachen Witwe und Erben des Magisters Paul Schertz vs. Bürgermeister und Rat zu Altstettin in pcto liquidationis vom 21.01.1689; Prozeßvollmachten des Kl.s für Dr. von Bremen vom 28.01.1690 und der Bekl. für Dr. Gerdes vom 17.01.1690; von Pedell J.E. Ries ausgestellte Übergabequittungen für Tribunalsmandate vom 27.11.1689; von Notar Erich Schilling aufgenommene Zeugenbefragung von Elisabeth Warnke und Jochim Schwartzkopf vom 12.08.1690; Verzeichnis des Kl.s über gepfändete Gegenstände vom 11.05.1690; von Notar Heino Meyer aufgenommenes Protokoll der Befragung Schillings vom 13.08.1690; Protokoll des Vorbescheides vom 29.10.1690
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.08.2041, 12:57 MESZ