Ephoralarchiv Diepholz (Bestand)
Show full titleLandeskirchliches Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Data provider's object view
D 31
Landeskirchliches Archiv Hannover (Archivtektonik) >> Gliederung >> Landeskirchliches Archiv >> D - Deposita
1528-1997
Bestandsgeschichte: Zur Geschichte des Archivs 1. Der Umfang der Inspektion Diepholz 1528 wurde in Diepholz eine selbständige Pfarrstelle eingerichtet und mit dem zum Reformator der Grafschaft Diepholz berufenen Patroclus Römeling besetzt. 1530 wurde dieser dann auch Superintendent der Grafschaft. Anfangs gehörten alle Kirchen in den Ämtern Auburg, Diepholz und Lemförde, aus welchen die Grafschaft Diepholz gebildet war, zum Ephoralbezirk Diepholz, dessen Sitz von kurzen Unterbrechungen ([1597-1613] und [1677-1736]) abgesehen immer in Diepholz lag. Am 21. September 1585 verstarb Graf Friedrich II. Da dieser ohne Erben geblieben war, übernahm das Haus Braunschweig-Lüneburg den größeren Teil der Grafschaft Diepholz, während das Amt Auburg mit der Kirchengemeinde Wagenfeld an Hessen fiel. 1586 umfasste die Inspektion Diepholz die Kirchengemeinden Diepholz, Barnstorf, Barver, Burlage, Colnrade, Jacobidrebber, Lemförde und Mariendrebber und wurde 1661 mit der neuerrichteten Kirchengemeinde Brockum erweitert. Im Zuge der welfischen Landesteilungen wurde die Grafschaft Diepholz zum Tauschobjekt, sie fiel 1679 schließlich an Calenberg und wurde 1684 der Regierung in Hannover unterstellt. 1816 trat Hessen das Amt Auburg an Hannover ab. Politisch wurde das Gebiet als 1820 als Amtsvogtei in das Amt Diepholz eingegliedert, kirchlich gehörte es wieder zur Inspektion Diepholz, die dadurch die Kirchengemeinde Wagenfeld zurückerhalten hatte. Nach Gründung der Kirchengemeinde Rehden-Hemlsoh 1871 und Abtretung der Kirchengemeinde Colnrade an die neu geschaffene Inspektion Bassum 1884 hat sich der Umfang der Diepholzer Inspektion bis zur Zusammenlegung der Kirchenkreise Diepholz und Sulingen mit Sitz in Diepholz Anfang 1969 nicht mehr geändert. 2. Der Archivbestand Da es seit 1530 kaum Veränderungen in der Zusammensetzung des Kirchenkreises Diepholz gab, zeigt sich auch das Archiv als gewachsene Einheit. Die generelle Überlieferung beginnt schon in der Reformationszeit. Auch die Spezialakten und die Rechnungszweitschriften der Kirchengemeinden setzen zeitlich früh ein. Die einzige Ausnahme macht hier die Kirchengemeinde Wagenfeld: Aus der ersten Diepholzer und aus der hessischen Zeit bis 1816 liegen kaum Akten und keine Rechnungszweitschriften vor. Die Spezialakten der Kirchengemeinde Colnrade sind nach Bassum gelangt, während die Spezialakten zu Diepholz von den Pfarrakten nicht zu trennen waren und sich im Pfarrarchiv befinden. Auch Rechnungszweitschriften für Diepholz befinden sich nicht im Bestand. Zudem ist ungewöhnlich, dass sich für alle Kirchengemeinden Rechnungsbelege aus dem Zeitraum [1750]-1849 fast lückenlos im Ephoralarchiv befinden. Die Belege wären eigentlich in den Archiven der Kirchengemeinden zu erwarten. Weitere Bestandsgeschichte 3. Der Bestand als Depositum im Landeskirchlichen Archiv Das Ephoralarchiv Diepholz ist von 1950-1952 geordnet und 1953 in einem Findbuch verzeichnet worden. Seitdem war der wertvolle Bestand in der Superintendentur Diepholz in einem Kellerraum untergebracht. Später stellte sich heraus, dass der Raum für die dauerhafte Aufbewahrung von Archivgut nicht geeignet war: Schimmelbildung an Archivalien zeigte drastisch an, dass der Raum viel zu feucht war. Da ein geeigneter Raum vor Ort nicht zu finden war, wurde das Ephoralarchiv Diepholz von 2006 bis 2008 - in mehreren Etappen - im Landeskirchlichen Archiv Hannover deponiert. Das 1953 erstellte Findbuch ist von 2007 bis 2009 in eine EDV-Version umgesetzt worden. Dabei sind in der Regel die Originaleinträge übernommen worden, wobei jedem Eintrag eine neue Bestellnummer zugewiesen wurde, die sich an die alte Verzeichnung anlehnt. Auf Besonderheiten wird an entsprechender Stelle hingewiesen. Auch sind hier Neuzugänge verzeichnet: Schriftgut aus der Nachfolgeinstitution "Kirchenkreis Grafschaft Diepholz" in den Abteilungen "Kirchenrechnungen" und "Sonstige Handschriften".
44 lfd. M.
Bestand
Literatur: Heinrich Gade, Historisch-geographisch-statistische Beschreibung der Grafschaften Hoya und Diepholz mit den Ansichten der sämtl. Kirchen und Kapellen beider Grafschaften, 2 Bde. Nienburg/Weser 1901, Bd. 2; Fritz Garbe (Bearb.), Inventare der Archive des Kirchenkreis Diepholz (= Heft 14 der Inventare kirchlicher Archive Niedersachsens). Göttingen 1958; Emil Johannes Guttzeit, Von der Burgkapelle zur St. Michaeliskirche in Diepholz. Diepholz 1963.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
01.04.2025, 1:47 PM CEST
Landeskirchliches Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Data provider's object view