K 4 - [Industrie- und] Handelskammer zu Minden (Bestand)
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Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv (Archivtektonik) >> K - Kammern
1848-1932
Die Handelskammer wurde durch Erlaß vom 4.12.1848 gebildet; die konstituierende Sitzung fand am 24. Mai 1849 statt; der Zigarrenfabrikant Theodor Rocholl wurde zum Gründungsvorsitzenden gewählt. Den Sprengel der Kammer bildeten die Landkreise Minden und Lübbecke sowie die Stadt Vlotho. 1871 wurden die Ämter Gohfeld-Mennighüffen und Bünde-Rödinghausen im Landkreis Herford der Handelskammer Minden zugewiesen, 1901 der Landbezirk Vlotho. 1932 erfolgte die Auflösung und Verschmelzung mit der Industrie- und Handelskammer zu Bielefeld im Zuge der Verwaltungsreform. Unter den Vorsitzenden ragt der Geheime Kommerzienrat Albert Meyer (Besitzer der Glasfabrik Porta Westfalica, Minden) heraus, der seit 1900 fast zwanzig Jahre der Kammer präsidierte. Von 1895 bis 1919 fungierte Karl August Hindenberg als Syndikus und zugleich als Sprecher der ostwestfälischen Tabakindustrie. 7 m Minden galt als "Tabakkammer". Deshalb nehmen die Akten zur Tabak-und Zigarrenindustrie einen großen Umfang ein. Änderungen von Tabakzoll und -steuer wirkten sich unmittelbar auf die wichtigste Branche der Region aus. Ähnlich wertvoll ist die Überlieferung zur Schiffahrt auf der Weser und auf den Seitenkanälen der Weser, deren Bau von Minden aus mit initiiert wurde. Unter den Akten der Kammerverwaltung sind die sog. Repartitions-(Beitrags-)Listen von 1849 bis 1931 hervorzuheben, die wegen der Kopplung mit der Gewerbesteuer die Bildung statistischer Reihen zur regionalen Wirtschaft zulassen. Organisation und innere Angelegenheiten 1848-1932 (4); Vollversammlungsmitglieder 1849-1932 (7); Wählerlisten 1873-1932 (5); Kartei der Mitgliedsfirmen für die Wahlbezirke Minden, Bad Oeynhausen und Löhne/Bünde 1920-1931 (1); Firmenjubilare 1907-1932 (5); Haushalt und Rechnungswesen, vor allem Repartitions-und Beitragslisten 1849-1931 (68); Dienstgebäude mit Foto 1850-1932 (5); Kammerbibliothek 1911, 1927 (2); Aktenpläne 1930 (1). Prüfung von Aktiengesellschaften1899-1932 (5); Sachverständige, Wirtschaftsprüfer 1909-1932 (5); vierteljährliche Wirtschaftsberichte 1921-1931 (10); Ferngasversorgung 1927-1928 (1); Leinen- und Baumwollindustrie 1849-1894 (2); Baugewerbe 1919-1932 (1). Tabak- und Zigarrenindustrie 1852-1907 (19), u.a. Hausarbeit 1891-1914 (2), Beschäftigung von Frauen und Jugendlichen 1902-1907 (3); Tabakzoll 1852-1905 (3), Tabaksteuer 1850-1927 (11). Verkehr (allg.) 1920-1931 (1); Schiffahrt und Kanäle 1859-1931, u.a. Weserschiffahrt und Seitenkanäle (Rhein-Weser-Kanal) (11); Foto Kanalbrücke über die Weser, vor 1914 (1); Eisenbahnprojekte, u.a. Vlotho-Lemgo-Bielefeld/Paderborn 1901-1930 (3), Bremen-Minden 1869-1875 (1), Minden-Paderborn um 1911 (1); Speditionswesen 1928-1932 (2); Eisenbahntarife 1928-1932 (2); Mindener Kreisbahnen 1924-1930 (1). Außenhandel 1924-1931 (6); Berufsschule und Weiterbildung 1919-1931 (7); Notgeld 1923-1925 (1); Landwirtschaft und Lebensmittel 1922-1930 (1). Vereine und Verbände 1919-1931 (1); Zentralverein für Deutsche Binnenschiffahrt 1919-1932 (1); Deutscher Wasserwirtschafts- und Wasserstraßenverband, Berlin 1920-1929 (1); Freie Vereinigung der Weserschiffahrts-Interessenten 1919-1931 (1); Weserbund 1920-1932 (1); Wasserwirtschaftliche Gesellschaft, Hannover 1921-1928 (1).
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ