Zeugenverhör
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7599
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 22 Urgichten
1616 Oktober 8
Regest: Auf Jerg Riedthammers Angeben sind folgende Personen verhört worden:
1) Hans Mahler, Schützenmeister, sagt, er wisse von keinem Kernen, den er von Müllern gekauft haben sollte. Er habe dem Riedthammer einen Ofen gemacht und der habe ihn redlich mit barem Geld bezahlt. Habe sich auf 2 fl belaufen.
2) Christian Wezel sagt, er habe dem verhafteten Riedthammer seine Schuld auf seiner Behausung, nämlich 62 fl, zu kaufen gegeben. Sie seien miteinander einig geworden, dass er ihm alle 14 Tag 1 Simri Kernen geben solle. Er habe schon 44 Simri gegeben. Jedes Simri für 1 fl angeschlagen. Er habe sonst von Jörg Traub gehört, Riedthammer habe ihm auch etliche Simri Kern zu kaufen gegeben.
3) Hans Vahrer sagt, er habe ihm nichts gegeben. Seines Bruders Sohn schreibe man auch Hans Vahrer. Er möchte etwan (= irgendwann) ihm Kernen gegeben haben.
4) Jacob Vottellers Hausfrau sagt, es sei übers Jahr, dass Riedthammer ihr 1 Simri-Kernen gegeben habe, und vor 3/4 Jahr wieder eins. Sei sein Kernen gewesen. Sie habe gesehen, dass er der Anna Klem an einem Zinstag (= Dienstag) 1 Simri Kernen gegeben habe, und vor 3 Wochen dem Johann Vizion auch 1 Simri.
5) Die Hausfrau des Ludwig Weckler sagt, sie sei an einem Zinstag morgens in die Mühle gegangen und habe 1 Simri Kernen von den Bauern kaufen wollen. Der Riedthammer habe ihr das seine gegeben. Nachher an einem Samstag habe sie wieder eines bei ihm geholt. Beide habe sie bezahlt, sie wisse nicht mehr, wie teuer.
6) Die Hausfrau des Jörg Traub sagt, Riedthammer habe ihr vor der Zeit etlichen Kernen und etwa in 14 Tagen, 3 oder 4 Wochen einmal 1 Simri in dem Wert (= zu dem Preis) gegeben, wie es die Herren verkauften. Wisse nicht, wieviel sie von ihm empfangen. Ihr Mann möchte es besser wissen, sei dem Riedthammer noch 10 fl 9 Batzen für Kernen schuldig.
7) Die Hausfrau des Hans Vahrer sagt, vor 3 Jahren habe Jerg Riedthammer, wie er in der Metmanns-Mühle war, alle Samstag 1 Simri Kernen gegeben. Solches habe 10 Wochen lang gewährt.
8) Enderis Vahrer sagt, es sei übers Jahr, da habe ihm Riethaber (!) alle 14 Tag 1 Simri Kernen gegeben. Solches sei 3mal geschehen.
9) Clas Gröninger sagt, wie Riedthammer sein Haus kaufte, habe er ihm etliche Sachen in der Stube gemacht und Riedthammer zu ihm gesagt, er wolle ihm 1 Simri Kernen geben, das er genommen habe, und nachher alle 14 Tag 1 Simri. Habe Adam Bandtlin damals auch alle 14 Tag 1 Simri Kernen gegeben ... Sei alles in der Metmannsmühle geschehen.
10) Jerg Schirm sagt, der Riedthammer habe ihm auch einmal 1 Simri Kernen gegeben und zu ihm gesagt, er hab's erobrigt (= erübrigt) und solchen Kernen in den Kasten geschüttet. Johann Beckh habe ihm vor 14 Tagen oder 3 Wochen 1 Simri Kernen gegeben und er ihm 7 Batzen dafür erstattet. Habe selbiges gleich in den Kasten hineingeschüttet. Beckh habe auch gesagt, er habe solches erobrigt.
1) Hans Mahler, Schützenmeister, sagt, er wisse von keinem Kernen, den er von Müllern gekauft haben sollte. Er habe dem Riedthammer einen Ofen gemacht und der habe ihn redlich mit barem Geld bezahlt. Habe sich auf 2 fl belaufen.
2) Christian Wezel sagt, er habe dem verhafteten Riedthammer seine Schuld auf seiner Behausung, nämlich 62 fl, zu kaufen gegeben. Sie seien miteinander einig geworden, dass er ihm alle 14 Tag 1 Simri Kernen geben solle. Er habe schon 44 Simri gegeben. Jedes Simri für 1 fl angeschlagen. Er habe sonst von Jörg Traub gehört, Riedthammer habe ihm auch etliche Simri Kern zu kaufen gegeben.
3) Hans Vahrer sagt, er habe ihm nichts gegeben. Seines Bruders Sohn schreibe man auch Hans Vahrer. Er möchte etwan (= irgendwann) ihm Kernen gegeben haben.
4) Jacob Vottellers Hausfrau sagt, es sei übers Jahr, dass Riedthammer ihr 1 Simri-Kernen gegeben habe, und vor 3/4 Jahr wieder eins. Sei sein Kernen gewesen. Sie habe gesehen, dass er der Anna Klem an einem Zinstag (= Dienstag) 1 Simri Kernen gegeben habe, und vor 3 Wochen dem Johann Vizion auch 1 Simri.
5) Die Hausfrau des Ludwig Weckler sagt, sie sei an einem Zinstag morgens in die Mühle gegangen und habe 1 Simri Kernen von den Bauern kaufen wollen. Der Riedthammer habe ihr das seine gegeben. Nachher an einem Samstag habe sie wieder eines bei ihm geholt. Beide habe sie bezahlt, sie wisse nicht mehr, wie teuer.
6) Die Hausfrau des Jörg Traub sagt, Riedthammer habe ihr vor der Zeit etlichen Kernen und etwa in 14 Tagen, 3 oder 4 Wochen einmal 1 Simri in dem Wert (= zu dem Preis) gegeben, wie es die Herren verkauften. Wisse nicht, wieviel sie von ihm empfangen. Ihr Mann möchte es besser wissen, sei dem Riedthammer noch 10 fl 9 Batzen für Kernen schuldig.
7) Die Hausfrau des Hans Vahrer sagt, vor 3 Jahren habe Jerg Riedthammer, wie er in der Metmanns-Mühle war, alle Samstag 1 Simri Kernen gegeben. Solches habe 10 Wochen lang gewährt.
8) Enderis Vahrer sagt, es sei übers Jahr, da habe ihm Riethaber (!) alle 14 Tag 1 Simri Kernen gegeben. Solches sei 3mal geschehen.
9) Clas Gröninger sagt, wie Riedthammer sein Haus kaufte, habe er ihm etliche Sachen in der Stube gemacht und Riedthammer zu ihm gesagt, er wolle ihm 1 Simri Kernen geben, das er genommen habe, und nachher alle 14 Tag 1 Simri. Habe Adam Bandtlin damals auch alle 14 Tag 1 Simri Kernen gegeben ... Sei alles in der Metmannsmühle geschehen.
10) Jerg Schirm sagt, der Riedthammer habe ihm auch einmal 1 Simri Kernen gegeben und zu ihm gesagt, er hab's erobrigt (= erübrigt) und solchen Kernen in den Kasten geschüttet. Johann Beckh habe ihm vor 14 Tagen oder 3 Wochen 1 Simri Kernen gegeben und er ihm 7 Batzen dafür erstattet. Habe selbiges gleich in den Kasten hineingeschüttet. Beckh habe auch gesagt, er habe solches erobrigt.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Genetisches Stadium: Or.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ