Der Notar Winand Bel von Kleve transsumiert auf Bitten des Heinrich von den Wyele, Kanonichs zu Wissel, eine Urkunde des Grafen Adolf vom Jahre 1382 Juli 4 (s.u.) in Gegenwart von Mauritius von Aerde, Wilhelm Hoene, Kanonichen zu St. Martin in Emmerich und Engelbert Swengel, Bürger daselbst. Darin: Transsumpt von 1382 Juli 4 Entscheidung des Grafen Adolf von Kleve auf eine Klage, welche das Stiftskapitel zu Wissel gegen Hermann von Eyl und seinen Baumann Heinrich von der Hoeven angestrengt hat. Nach derselben haben die Beklagten sich des in den Stiftshof zu Verkeilen gehörigen Leibgewinnsgutes zu Wilraede bemächtigt, welches das Stift seit 100 Jahren in rechtmäßigem Besitz hatte, und ihm Zins und Zehnt vorenthalten, wofür das Stift Entschädigung verlangt. Die Sache des Klägers vertritt Arnt von den Berghe. Die Laten des genannten Gutes: Hermann von Ydelboke, Dietrich Nyenhuys, Johan Minrevoet, Conrad von Weilhuysen, Goswin von den Have, Johann von Hallen, Dietrich von Boschwick, Johann und Wyenke von den Putte, Gerlach Conrads Sohn, Johann (Pe)mpelmann, Goswin von Berwich, Rutger Cremer, Johann von Hoerlen bezeugen eidlich, 1) dass der Hof Wilraede ein in den Stiftshof zu Verkeilen gehöriges Leibgewinnsgut sei und jährlich außer dem Feldzehnten einen Zins von 6 Groschen und als Schmalzehnten 1 Lamm gebe und dass mit demselben Frau Jutta von Lembeke zur ersten und ihre Tochter Frau Margret von Honnepel zur zweiten Hand behändigt seien 2) dass das 1 % Hufe große Gut Horlen, welches Dietrich Nyenhuys bebaut, ebenfalls ein in den Stiftshof zu Verkeilen gehöriges Leibgewinnsgut sei und jährlich 14 Pfennige Brabantisch, 6 Scheffel Roggen und 10 % Scheffel Hafer Zins trage und ebenfalls an die Vorgenannten zu 2 Händen gegeben sei. Dagegen brachte Hermann von Eyl eine Urkunde des Grafen Dietrich von Kleve vom Jahre 1294 Oktober 10 (s.u.) vor. Aber der Graf entscheidet dahin, dass Hermann dem Stift den vorenthaltenen Zins und Zehnt ersetzen und es im ungestörten Genuß desselben lassen soll. Insert von 1294 Oktober 10: Graf Dietrich (VII.) von Kleve gibt Margaretha, der Tochter seines verstorbenen Oheims Loef (Dietrich Luf, + 1271) zum Lohne für ihre ihm geleisteten und noch zu leistenden Dienste zu Gunsten der ihr verliehenen Güter mit Namen Wilraede im Kirchspiel Keppeln Freiheit von den ihm zustehenden Vogteirechten.